Steildach 2013-05-07T00:00:00Z Maßanzug mit Ausblick

Im Zuge umfangreicher Sanierungsarbeiten des Wohnparks am Tegeler Hafen in Berlin tauschte die Dachdeckerei Mann GmbH im ersten Bauabschnitt 134 Dachfenster aus. Auf Maß angefertigt, konnte dies ohne weitere raumseitige Anpassungsarbeiten realisiert werden. Der Anschluss an die vorhandene Titanzinkdeckung erfolgte mit walzblanken Anschlussblechen.

Der Wohnpark am Tegeler Hafen gehört mit seiner im Stil der Postmoderne gestalteten Anlage aus sogenannten Stadtvillen und geschwungen verlaufenden Reihenhäusern zu den vielen Sehenswürdigkeiten in Berlin. Durch gezielte Modernisierungsmaßnahmen wird das Mitte der 1980er Jahre errichtete Gebäudeensemble heutigen Anforderungen an baulichen Wärmeschutz und Wohnkomfort angepasst. Ein zentraler Bestandteil der bisherigen Sanierung war der Austausch der alten Wohndachfenster. Dank einer maßgeschneiderten Sonderanfertigung konnten im ersten Bauabschnitt 134 Fenster durch wärmedämmende Maß-Wohndachfenster ersetzt werden. Die Gesamtplanung der damals im Rahmen der Internationalen Bauausstellung durchgeführten Bebauung des ehemaligen Industriehafens übernahm das kalifornische Architektenteam Moore, Ruble und Yudell. Sie entwarfen auch den zentral gelegenen, halbkreisförmigen Wohnhof.

Für die Entwürfe der sieben Stadtvillen und der drei, aufgrund der geschwungenen Baukörperform auch als „Wohnschlangen“ bezeichneten Reihenhausgebäude waren andere renommierte Architekten verantwortlich. Die parkähnliche Gestaltung der Außenanlagen trug ebenfalls zum attraktiven Erscheinungsbild der Anlage bei.

Marode Fenster durch Ausführungsfehler

Die Errichtung der Gebäude lag zwar erst rund 25 Jahre zurück, dennoch gab es erste Schwachstellen. Während die Zinkblechdeckung der Dächer der Witterung gut standhielt, wiesen sowohl die Wohndachfenster wie auch die an die Fenster angrenzende Wärmedämmung der Reihenhausdächer schon erhebliche Durchfeuchtungsschäden durch Kondenswasser auf. „Grund war der nicht fachgerecht ausgeführte luftdichte Anschluss der Wärmedämmung an die eingebauten Wohndachfenster. Dies führte durch entstehende Wärmebrücken zu Tauwasserbildung“, erklärt der zuständige Bauleiter Fabian Paetzold vom beauftragten Architekturbüro Stuke Architekten. Die raumseitige Dichtigkeit zwischen Fensterflügel und Rahmen war ebenfalls mangelhaft, sodass es auch zu hoher Kondenswasserbildung im Fensterfalz kam. Als Folge davon waren die Holzfenster teilweise im Falzbereich schon verfault. Durch verzogene Rahmen erwies sich zudem der Großteil der Fenster nicht mehr als funktionsfähig.

Der neue Eigentümer des Wohnparks, die Grundstücksgesellschaft Tegeler Hafen Verwaltungsgesellschaft mbH & Co.KG, strebte eine Umwandlung der Miet- in Eigentumswohnungen an. Dafür musste die Wohnanlage außer dem nach der Energieeinsparverordnung für Gebäudemodernisierung vorgeschriebenen Wärmeschutz auch den heutigen Wohnkomfortansprüchen angepasst werden. Der erforderliche bauliche Wärmeschutz war ohne ausreichende Wärmedämmung der Wohndachfenster nicht wirtschaftlich umsetzbar. Neben diversen anderen Sanierungsmaßnahmen spielte deshalb bei der behutsamen Modernisierung der Wohnanlage die Erneuerung der insgesamt 242 Wohndachfenster eine zentrale Rolle.

Tilmann Fabig

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 9/2013.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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