Dachdeckerin für einen Tag so lautete die Devise für über 50 Schülerinnen, die bei Dachdeckermeister Marc Peschel am "Girls’ day" teilnahmen. Die spielerische Berufswerbung hat einen ernsten Hintergrund um dem künftigen Fachkräftemangel zu begegnen, braucht das Gewerk mehr weiblichen Nachwuchs
Der Untertitel des "Girls day" lautet "Mädchen-Zukunftstag" der jährlich stattfindende Aktionstag hat sich zum Ziel gesetzt, Schülerinnen typische Männerberufe nahe zu bringen. Die unter anderem von der Bundesregierung und dem ZDH geförderte Initiative vermittelt eintägige Betriebsbesuche bei Handwerkern, Ingenieurbüros und anderen beruflichen Männerdomänen.
Auch im Dachdeckerhandwerk gelten Dachdeckerinnen noch immer als Exoten angesichts des abzusehenden Schüler- und Fachkräftemangels rücken sie jedoch zunehmend in das Blickfeld des organisierten Handwerks. DDM Marc Peschel aus Düsseldorf hat die Zeichen der Zeit erkannt und nahm am Girls’ day teil. Von der Organisation bekam er dazu Aktionsmaterialien und Fragebögen für die Teilnehmerinnen zum Ausfüllen gestellt.
Große Resonanz
Er selbst sorgte im Hof des Betriebes für Abwechslung: Die Mädchen konnten unter fachlicher Anleitung an verschiedenen Stationen typische Dachdeckerarbeiten kennenlernen Schieferbearbeitung an der Haubrücke, Einbau eines Dachwohnfensters, Metallarbeiten, Dachdeckung zusätzlich gab es Getränke und Würstchen vom Grill.
Die große Resonanz überraschte Peschel:"Im Vorfeld hatten sich bereits 48 Mädchen angemeldet, zum größten Teil aus Düsseldorf, aber auch aus dem Umland bis Mönchengladbach. Eine Schülerin kam sogar aus Wegberg nahe der holländischen Grenze zu uns." Am Ende werkelten deutlich über 50 Schülerinnen mit sichtlicher Freude an den Dachmodellen.
Auch wenn es sich nur um einen unverbindlichen Schnuppertag handelt, ist Peschel vom Sinn der Aktion überzeugt. Der Düsseldorfer hat die Idee des Girls Day bereits im vergangenen Jahr konsequent umgesetzt: Seit August 2007 beschäftigt er eine Auszubildende.
Der Fachkräftemangel kommt. Eine Strategie gegen das Nachwuchsproblem ist die weitere Öffnung des Berufsfeldes für Frauen. Mit Aktionen wie dem Girls day leisten Betriebe wichtige Grundlagenarbeit Mädchen nehmen das Dachdeckerhandwerk als mögliche Berufswahl wahr, Betriebe machen sich beim Nachwuchs und in Schulen einen guten Namen.
Malte von Lüttichau