Bei der Sanierung der Kameha-Residenz in Düsseldorf wurde das alte Mansarddach durch eine tonnendachähnliche Konstruktion ersetzt. Vor der Neudeckung der Fläche mit Rechteckschiefer musste die Firma Prange eine aufwendige Stahl-Unterkonstruktion montieren. Auch die Umsetzung der Brandabschnitte erforderte eine Sonderlösung.
Der denkmalgeschützte Gebäudekomplex des ehemaligen Theresienhospitals, zwischen Rheinufer und Altstadt gelegen, prägt ein Stück Düsseldorfer Stadtgeschichte. Die Ursprünge der historischen Anlage gehen auf das Jahr 1831 zurück. Als Kloster der Karmeliterinnen entstanden, wurde es später von den „Töchtern vom Heiligen Kreuz“ als Hospital genutzt. Der Name geht auf „Theresia von Avila“ zurück. Im Zuge einer grundlegenden Sanierung der Gebäudehülle und Teile des Inneren sowie ergänzt um einen Neubau im Anschluss an die vorhandene Bebauung, wird das Objekt künftig als seniorengerechte Wohnanlage, bestehend aus 60 exklusiv ausgestatteten Eigentumswohnungen, genutzt.
Schiefer anstelle Schiefer
Der alte mansardenförmige Dachstuhl mit Altdeutscher Schieferdeckung wurde komplett abgetragen. Das neue Dachgeschoss, zu Wohneinheiten ausgebaut, überspannt 2 Etagen. Im Bereich des unteren Geschosses verläuft das um etwa 80 Grad geneigte Dach ebenflächig, im oberen Geschoss setzt es sich gebogen fort. Der oberste, nicht einsehbare Bereich wurde als Flachdach ausgebildet. Da die einzelnen Gebäudeabschnitte verschiedene Breiten (im Mittel 10 m) aufweisen, sind auch die Flachdachabschnitte unterschiedlich breit. Die Untere Denkmalschutzbehörde hatte der Veränderung der Dachform zugestimmt, verbunden mit der Auflage, zur Neudeckung ausschließlich Deutschen Schiefer zu verwenden. Zum Einsatz kam Fredeburger Schiefer. Ein Zimmereibetrieb aus dem Münsterland errichtete den Dachstuhl aus Holzleimbindern mit zwischenliegender Wärmedämmung aus Mineralwolle. Innenseitig wurden eine PE-Folie als Dampfbremse und eine Bekleidung aus Gipskartonplatten aufgebracht. Auf der Außenseite wurde oberhalb einer 24 mm dicken Vollschalung ein wasserdichtes Unterdach, bestehend aus bituminöser Abdichtung und (hochpolymeren) Kunststoffbahnen, ausgeführt. Dieses war wichtig, da im oberen gebogenen Dachbereich die Regeldachneigung für die Schieferdeckung nahezu erreicht und durch das Sperren der Steine das Eindringen von Regenwasser mit Winddruck erleichtert wird. Es folgte die Konterlattung aus trapezförmig zugeschnittenen, 3 cm dicken Holzleisten, die zusätzlich mit Kunststoffstreifen aus dem gleichen Material abgedichtet wurden. Jetzt begann die Arbeit der Schieferdecker. Zuerst musste die Unterkonstruktion montiert werden.
Dazu wurden für das Objekt speziell hergestellte, statisch berechnete Profile aus Aluminium mit Edelstahlschrauben, 6,5 × 65 mm einschließlich Dichtscheibe auf der Konterlattung verschraubt. Zwischen Tragprofil und Konterlattung wurde ein Nageldichtband eingelegt. Danach konnten die vom Hersteller fertig zugeschnittenen, etwa 6 mm dicken Steine aus „Fredeburger Schiefer“ im Format 40 × 35 cm, in Rechteck-Doppeldeckung verlegt werden. Dabei überdecken die Schiefer des dritten Gebindes die des ersten. Die seitliche Überdeckung wird im halben Verband ausgeführt. Die Befestigung der Schiefer wurde mit speziell hergestellten Klammerhaken, abgestimmt auf die Profile der Alu-Unterkonstruktion, vorgenommen. Zusätzlich wurde jeder Schieferstein am Kopf mit einer selbstschneidenden Edelstahlschraube gesichert. Die Randausbildung und insbesondere die über 2 Dachgeschosse durchlaufenden Fenster erforderten für die Aufteilung eine detaillierte Vorplanung. Daraus ergab sich die Notwendigkeit, mit Steinen unterschiedlicher Breite (zwischen 26 und 50 cm) zu arbeiten. Die Sondergrößen wurden ebenfalls werkseitig zugeschnitten geliefert.
Hans G. Rüschenpöhler
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 19/2013.