Dachdecker und Zimmerer eröffneten mit einer schwungvollen Veranstaltung ihren diesjährigen Bundeskongress in Bremen.
Vor vollbesetzten Rängen eröffnete ZVDH-Präsident Karl-Heinz Schneider und der Bundesvorsitzende von Holzbau Deutschland, Ullrich Huth, den gemeinsamen Bundeskongress in Bremen. In einem amüsant vorgetragenen Gesprächswettbewerb ließen die beiden Spitzenhandwerker die Leistungsmerkmale ihres jeweiligen Gewerkes miteinander konkurrieren. Moderiert von NDR Redakteurin Anja Würzburg stellte sich in der anschließenden Podiumsdiskussion Jürgen Trittin, Fraktionsvorsitzender Bundestagsfraktion von Bündnis 90/DIE GRÜNEN den Forderungen und Statements der Dachhandwerker. In seinem Eingangsstatement betonte Trittin die besondere Bedeutung des Energieverbrauchs im Gebäudebereicht: "1/3 der Gesamtmenge wird hier verbraucht. Wenn man Klimaschutz ernst nimmt, ist hier noch einiges zu tun und für Sie auch einiges zu holen."
Der Grüne Politiker setzte sich außerdem für eine dauerhafte stabile Investitionsförderung ein, unabhängig von Legislaturperioden und Regierungskoalitionen: "Wir brauchen für die Investoren eine stabile Förderungspolitik, die nicht alle zwei Jahre wieder geändert wird." Huth und Schneider wiesen auf den notwendigen Wandel in der Energieversorgung hin, der jedoch nicht überstürzt, sondern geplant und überlegt erfolgen sollte.
Vor 25 Jahren, so alle Podiumsteilnehmer, wäre zwischen Grünen Politikern und Handwerksvertretern eine solche Diskussion kaum möglich gewesen. Ein positiver Regelbruch also, der aus der Entwicklung beider Parteien resultiert.
Entweder man ist anders oder billig
Wie erfolgreich auch Unternehmer mit "Regelbrüchen" sein können, schilderte der Referent der Hauptveranstaltung. Dr. Peter Kreuz. Auf seinen Reisen durch die Geschäftswelt sucht er eine Antwort auf die Frage "Was macht heute ein erfolgreiches Unternehmen aus?". Seine Antwort lautet: Anders sein oder noch prägnanter: Alles, außer gewöhnlich sein. Denn heutzutage gibst nur zwei Möglichkeit, Geschäft zu machen: Entweder man ist anders oder billig. Billig will niemand sein und so gab er den anwesenden Zimmerern und Dachdeckern viele Beispiele und Tipps an die Hand, wie Sie anders sein können. Neben zahlreichen Marketingideen ("Wursttaxi" einer Metzgerei, gardinenwaschende Malerbetrieb) war ihm dabei besonders die Mitarbeiterführung ein wichtiges Anliegen. Erfolgreiche Betriebe verfügen über motivierte Mitarbeiter. Die Gretchenfrage lautet für ihn: "Über welche Eigenschaften muss ein Mitarbeiter heute verfügen und wie motiviere ich ihn zu hoher Leistung?" Nach Kreuz’ Ansicht sind es nicht mehr nur die Tugenden wie Fleiß, Gehorsam und Sorgfalt, sondern entscheidender sind: Leistungsbereitschaft, Kreativität und Initiative. Von entscheidender Bedeutung ist für ihn, dass diese Eigenschaft nicht mit Lohn oder Gehalt entwickelt werden können. Vielmehr rief er den anwesenden Unternehmern zu, dass ihr persönliches Verhalten das entscheidende sei. Wer seine Mitarbeiter selbstbestimmt arbeiten lasse, ihnen regelmäßig Rückmeldung über deren Arbeit gebe und ihnen ein Sinn ihres Tuns vermittle, der bekäme auf diese Weise motivierte Mitarbeiter.