Das Velux Modell-Projekt zeigt Potenziale verschiedener Modernisierungs-Varianten auf.
Im Rahmen des integralen Planungsprozesses zum deutschen Model Home 2020, dem LichtAktiv Haus, berechnete das Velux Expertenteam zwei weitere Modernisierungs-Varianten auch für schmalere Geldbeutel. Diese zeigen, welche Maßnahmen die jeweils besten Ergebnisse für das eingesetzte Budget erzielen: In der Basis-Modernisierung sinken der Gesamt-Energiebedarf sowie die verursachten CO2-Emissionen des Gebäudes im Vergleich zum unsanierten Zustand bereits deutlich um zirka 50 Prozent. In der Erweiterungs-Modernisierung reduziert sich der Gesamt-Energiebedarf um rund 60 Prozent, der CO2-Ausstoß um zirka 70 Prozent. Neben der Optimierung der Energieeffizienz, stehen Maßnahmen zur Steigerung des Wohnwerts im Fokus. Denn bei Velux stehen die Bewohner im Mittelpunkt einer ganzheitlichen Vision des Bauens und Wohnens.
Im Rahmen des europaweiten Experiments Model Home 2020 errichtet Velux zwischen 2009 und 2011 sechs zukunftsweisende Konzepthäuser. Der deutsche Beitrag, das LichtAktiv Haus, ist die Modernisierung eines Siedlerhauses aus den 1950er Jahren in Hamburg-Wilhelmsburg und wurde im November 2010 eröffnet. Ab Anfang 2011 steht das Haus für Besichtigungen zur Verfügung. Das Experiment zeigt, wie sich die Velux Vision von viel Tageslicht, frischer Luft und Ausblick auch bei anspruchsvollen Modernisierungsvorhaben umsetzen lässt. Erklärtes Ziel ist es, optimale Energieeffizienz mit höchstem Wohnwert zu verbinden und CO2-Neutralität im Betrieb zu erreichen. Die im gesamten Gebäude benötigte Energie wird dank eines zukunftsweisenden Energiekonzepts vollständig durch erneuerbare Energien gedeckt. Die Premium-Modernisierung LichtAktiv Haus hat einen Sachwert von rund 460.000 Euro brutto (Quelle: Verkehrswertgutachten Büro Norbert Tewis).
Step by Step: Modernisieren für jeden Geldbeutel
"Um das zukunftsweisende Modernisieren auch für mittlere und kleinere Budgets realisierbar zu machen, kalkulierten unsere Experten zwei zusätzliche Modernisierungs-Varianten in geringerem Umfang. Die Berechnungen zeigen Modernisierern, Handwerkern, Architekten und Planern, welche Maßnahmen jeweils die besten Ergebnisse für das eingesetzte Budget erzielen", erläutert Dr. Sebastian Dresse, Geschäftsführer der Velux Deutschland GmbH.
Die Basis-Modernisierung
Mit diesem Ansatz lässt sich auf einfache Weise ein bestehendes Gebäude modernisieren, ohne an der Gebäudestruktur größere Veränderungen vornehmen zu müssen. Zur Steigerung der Energieeffizienz erhält das Haus eine hocheffiziente Wärmedämmung. Die Bausubstanz bleibt im ursprünglichen Zustand erhalten. Im energetisch ertüchtigten Dach werden große Dachfenster eingebaut, die die obere Etage mit ausreichend Tageslicht versorgen. Solarthermische Anlagen auf dem Dach des Wohnhauses dienen der Warmwasserbereitung. Die Heizungsanlage wird ebenfalls ausgetauscht. Die Baumaßnahmen erhöhen nicht nur die Energieeffizienz, sondern steigern auch den Wohnwert für die Bewohner: Der Innenraum des Gebäudes wird effizienter gestaltet und bietet dank gezielter Aufbrüche Freiraum für die ganze Familie. Im ursprünglichen Anbau finden Küche und Wohnraum Platz und eröffnen einen wunderbaren Blick auf den großen Garten. Die Überfirstverglasung lässt besonders viel Tageslicht in den Raum hinein. Der Anbau dient außerdem als neuer Eingangsbereich. Diese Modernisierungs-Variante ist auf einen Zwei- bis Drei-Personen-Haushalt ausgelegt. Der Gesamt-Energiebedarf sowie die verursachten CO2-Emissionen des Gebäudes sinken im Vergleich zum unsanierten Zustand bereits deutlich um zirka 50 Prozent. Die Baukosten für die Basis-Modernisierung belaufen sich auf rund 140.000 Euro brutto.
Die Erweiterungs-Modernisierung
Einen Schritt weiter geht die Erweiterungs-Modernisierung, die Wohnraum für einen Drei- bis Vier-Personen-Haushalt schafft. In dieser Variante ist die Grundstruktur des bestehenden Gebäudes und des modularen Anbaus analog zum LichtAktiv Haus. Unterschiede zwischen den beiden Modernisierungs-Varianten bestehen hinsichtlich der verwendeten Technik und der verbauten Materialien. Der Erweiterungsriegel unterscheidet sich außerdem in Bezug auf die Größe vom LichtAktiv Haus. Als Herzstück der Gebäudetechnik kommt die Solar Compleet-Anlage zum Einsatz, die Solarthermie mit einer Luft-/Wasser-Wärmepumpe kombiniert. Höchster Wohnwert für die Bewohner spielt auch in dieser Variante eine zentrale Rolle: Durch die Entkernung des Altbaus entstehen großzügige Wohnflächen. Dachfenster versorgen die Bewohner mit viel natürlichem Licht und leisten so einen wesentlichen Beitrag zum zukunftsweisenden Wohlfühlwohnen. Der Erweiterungsriegel besteht aus einer Holzrahmenkonstruktion, die Flexibilität bei der Modernisierung in Hinblick auf Länge und Konfiguration ermöglicht ganz nach individuellem Bedarf. Das bietet den Bewohnern Gestaltungsspielraum bei der Planung und Erweiterung ihres Hauses, aber auch bei der Wahl der Materialien, die in den Rahmen verbaut werden. Der Anbau beherbergt Küche und Esszimmer sowie einen Technikraum und öffnet den Wohnraum zum Garten hin. Die Erweiterungs-Modernisierung erreicht eine Reduzierung des Gesamt-Energiebedarfs um rund 60 Prozent sowie eine Verringerung der CO2-Emissionen um zirka 70 Prozent im Vergleich zum unsanierten Zustand. Die Baukosten belaufen sich auf rund 274.000 Euro brutto.
Der Nutzer im Mittelpunkt
Für Velux steht der Mensch im Mittelpunkt einer ganzheitlichen Vision des Bauens und Wohnens der Zukunft. Denn zukunftsweisende Gebäude sollten beides sein: energieeffizient, schonend im Umgang mit den natürlichen Ressourcen und gleichzeitig behagliche, attraktive Lebensräume zum Wohlfühlen mit viel Tageslicht und frischer Luft. Die drei Modernisierungs-Varianten zeigen, wie sich für unterschiedliche Budgets höchster Wohnwert und optimale Energieeffizienz verbinden lassen. Der Mensch, mit seinem Bedürfnis nach einem Zuhause, in dem er sich rundum wohlfühlt, steht somit immer im Fokus aller Überlegungen und Berechnungen.
Anmerkungen zur Baukosten-Berechnung
Die Werte, die der Baukosten-Berechnung zur Basis-Modernisierung zugrunde liegenden, stammen aus der Publikation "BKI Baukosten Statistische Kostenkennwerte Altbau", herausgegeben vom Baukosteninformationszentrum der Deutschen Architektenkammern. Die Werte zur Berechnung der Baukosten der Erweiterungs-Modernisierung sind der Publikation "BKI Baukosten 2010 Teil 1-3", herausgegeben vom Baukosteninformationszentrum der Deutschen Architektenkammern, entnommen.