News 2011-02-03T00:00:00Z Modernisierung der Ausbildungsordnung

Mit der Novellierung der Ausbildungsordnung und Umsetzungshilfen für die praktische Gesellenprüfung befassten sich die Teilnehmer der Berufsbildungstagung 2011 in Bad Lauterberg. Lesen Sie, was die Dachdecker verändern wollen.

Die Berufsbildungstagung hat im Veranstaltungskalender des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) zum Jahresanfang einen festen Platz. In diesem Jahr trafen sich die Landesreferenten für Berufsbildung, Landesinnungsmeister, Landesgeschäftsführer, Vertreter von Fachschulen und Gäste in Bad Lauterberg in Niedersachsen. Zur Tradition der Tagung gehört, dass sich die Bildungsexperten zunächst einen Eindruck von der örtlichen Bildungsstätte verschaffen. Das war in diesem Jahr das Ausbildungszentrum des Dachdeckerhandwerks Niedersachsen-Bremen und Sachsen-Anhalt in St. Andreasberg. Einer der Träger des Bildungszentrums, der Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks Niedersachsen-Bremen, war zugleich auch örtlicher Gastgeber.

Ausbildungszentrum in St. Andreasberg

Landesinnungsmeister Traugott Grundmann hieß die Tagungsteilnehmer im Ausbildungszentrum in St. Andreasberg herzlich willkommen. Er betonte die besondere Bedeutung der Berufsbildung für das Dachdeckerhandwerk. "Sie gehört mit zu den wichtigsten Säulen unseres Handwerks und unserer Berufsorganisation", so Grundmann. Hauptgeschäftsführer Rudolf Kirschner stellte die Bildungsstätte, von ihren Anfängen in den sechziger Jahren bis heute vor. So hat das Ausbildungszentrum 1965 seinen Schulbetrieb aufgenommen. Schrittweise wurde der Ausbildungsbetrieb erweitert. Mit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde dann zur Ausbildung der niedersächsischen Dachdeckerlehrlinge die Ausbildung der Dachdeckerlehrlinge aus Sachsen-Anhalt mit übernommen. Es wurde das heutige Ausbildungszentrum als eine Einrichtung beider Landesinnungsverbände gegründet. Hiermit verbunden waren auch diverse bauliche Erweiterungen, wie der Bau des Internats in 1993 und des Neubaus, der 2007 in Betrieb genommen wurde. Zurzeit werden im Ausbildungszentrum rund 900 Dachdeckerlehrlinge überbetrieblich ausgebildet. Weiterhin werden zwei Meisterklassen mit 48 Teilnehmern auf die Dachdeckermeisterprüfung vorbereitet. Mit zum Angebot des Zentrums gehört auch ein Vorbereitungslehrgang auf die Klempnermeisterprüfung. Daneben ist das Ausbildungszentrum aber auch auf dem Bereich der Weiterbildung sehr aktiv. In 2010 wurden 58 Lehrgänge von rund 900 Teilnehmern besucht. Mit der Besichtigung der Werkhallen des Ausbildungszentrums, in denen Dachdeckerlehrlinge mit Faserzementdachplattendeckungen als Bestandteil eines Fassadenlehrgangs und Holzbauarbeiten betraut waren, endete dieser erste Teil der Tagung. Insgesamt konnte den Tagungsteilnehmern ein guter Eindruck

von den Aktivitäten des Ausbildungszentrums und dem hohen Stand der Ausbildung vermittelt werden.

Berufsschulsituation in Niedersachsen

Bedingt durch den verpflichtenden Wegfall des Berufsgrundbildungsjahres (BGJ) seit 2009 in Niedersachsen, haben sich im Bereich der Berufsschule deutliche Veränderungen ergeben. Die aktuelle Situation erläuterte Ministerialdirigent Gerhard Lange, der im niedersächsischen Kultusministerium für den schulischen und betrieblichen Bereich der Berufsausbildung zuständig ist. Durch den Wegfall des BGJ werden nunmehr verstärkt die Dachdeckerlehrlinge auch im ersten Lehrjahr in den Betrieben ausgebildet. Dies hat natürlich an den Berufsschulen Spuren hinterlassen. Anstelle des BGJ hat man eine freiwillige einjährige Berufsfachschule geschaffen, die sich inhaltlich an den Ausbildungsordnungen und zugehörigen Rahmenlehrplänen orientiert. Speziell für die Berufe Dachdecker und Zimmerer gibt es hierzu zwei Schulstandorte. Unabhängig hiervon werden in Niedersachsen an 21 Berufsschulstandorten von insgesamt 136 Berufsschulen Dachdecker beschult, bis auf zwei Ausnahmen ausschließlich in Teilzeitform. Zunehmend Probleme ergeben sich hinsichtlich der für die Fachklassenbildung erforderlichen Mindestklassenstärke von 14 Schülern. Dies bereitet in Ballungsgebieten kein Problem, wohl aber im ländlichen bzw. Flächenbereichen. In einer sehr lebhaften Diskussion machten die Tagungsteilnehmer deutlich, dass man an einer Konzentrierung auch in Niedersachsen, wie bereits in anderen Bundesländern praktiziert, nicht vorbei komme. Auch wurde intensiv für den Blockunterricht geworben.

Modernisierung der Ausbildungsordnung in Sicht?

Ein Dauerbrenner bereits seit Jahren bei den Berufsbildungsexperten des Dachdeckerhandwerks ist die Modernisierung der Ausbildungsordnung. Der Vorsitzende des Berufsbildungsausschusses, Manfred Arp, konnte diesmal von positiven Entwicklungen berichten. So hat man sich in einem kleinen Arbeitskreis mit dem Sozialpartner größtenteils auf eine neues Ausbildungsmodell verständigen können. Hierbei handelt es sich um eine dreijährige Ausbildung mit Spezialisierungen (Schwerpunkten) im dritten Ausbildungsjahr. Artur Wierschem, stellvertetende Hauptgeschäftsführer des ZVDH und zuständig für das Ressort Berufsbildung, stellte den Tagungsteilnehmern dieses Modell ausführlich vor. Intensiv wurden die Vor- und Nachteile diskutiert.

Artur Wierschem

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 04/2011.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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