News 2011-03-14T00:00:00Z Nachwuchswerbung im Focus

Am 08. März 2011 fand traditionell eine gemeinsame Sitzung von Vorstand und Bezirksmeistern der Landesinnung des Dachdeckerhandwerks Berlin in der Geschäftsstelle statt.

Zunächst berichteten Adriane Nebel und Dr. Martin Peters von der Handwerkskammer Berlin über die Berliner Kampagne zur Gebäudesanierung und die Einbindung des Dachdeckerhandwerks in diese Kampagne. Gefördert wird die Aktion von der IHK, der Handwerkskammer und dem Berliner Senat. Ziel soll es sein, potenzielle Auftraggeber zu energetischen Sanierungsmaßnahmen zu motivieren. Die Berliner Dachdecker sollen über einen Dach-Check in die Aktion eingebunden werden. Ein zentrales Thema war der aktuelle Personalmangel bei Berliner Dachdeckerbetrieben. Aufgrund der brummenden Konjunktur wird es für die Betriebe zunehmend schwer, qualifizierte Arbeitskräfte auf dem Arbeitsmarkt zu finden. Die Landesinnung hat daher ein ganzes Maßnahmebündel geschnürt, um den Personalmangel zumindest zu lindern: Dazu gehört eine Werbekampagne auf dem bei Jugendlichen beliebten Radiosender KISS FM. Diese Kampagne wird durch eine bei dem Sozialnetzwerk Facebook neu geschaffene Seite unterstützt, wo sich die Jugendlichen bewerben können. Diese Seite wurde von der Firma dachdecker.com erstellt. Deren Geschäftsführer Waldemar Zeiler stellte den Anwesenden das Konzept vor, bei dem insbesondere die Sprache der Jugend getroffen werden soll.

Nach intensiven Verhandlungen mit der Agentur für Arbeit hat diese sich bereiterklärt, Umschulungen zu Dachdeckern zu fördern für Personen, die bislang in anderen Berufen tätig waren. Dadurch sollen weitere Arbeitskräfte für das Dachdeckerhandwerk gewonnen werden. Tina Brockstedt, Abteilungsleiterin bei der Agentur für Arbeit Berlin Süd, erläuterte den Anwesenden dieses Konzept. Danach sollen Arbeitslose in 2-jährigen, betrieblichen Umschulungen zu Dachdeckern gemacht werden. Überbetriebliche Ausbildung und Theorieunterricht finden im Bildungszentrum der Berliner Dachdecker statt. Die Betriebe zahlen eine Ausbildungsvergütung. Die Kosten am Bildungszentrum werden von der Agentur übernommen.

Zusätzlich hat die Landesinnung mit der Agentur vereinbart, dass berufsfremde Arbeitslose von den Betrieben als Helfer eingestellt werden und nach 6-monatiger Helfertätigkeit in einem Vollzeitkurs am Bildungszentrum während der Wintermonate zu Gesellen weitergebildet werden.

Als dritte und weitere Maßnahme schult das Bildungszentrum arbeitslose Dachdeckerhelfer in den Sommermonaten bis zur Gesellenprüfung. Gleichzeitig wies Landesinnungsmeister Jörg-Dieter Mann auf die hohe Abbrecherquote bei Ausbildungsverhältnissen hin. Diese bewegt sich in den einzelnen Lehrjahren zwischen 30 und 50 %. Alle Anwesenden waren sich darin einig, diese Quote in Zukunft zu senken. Mit den betroffenen Betrieben sollen dazu Gespräche geführt werden. Abschließend berichtete Geschäftsführer Rüdiger Thaler über Aktuelles aus der Verbandsarbeit. Dabei wies er u. a. darauf hin, dass von der Geschäftsstelle mehrere tausend Mitgliederverzeichnisse an alle bauvergebenden Stellen in Berlin versendet werden. Dazu gehören Architekten, Ingenieurbüros, Bauverwaltungen, Wohnungsbaugesellschaften und Hausverwaltungen.

Sehr erfolgreich läuft auch derzeit die Gemeinschaftsaktion mit dem Haus- und Grundbesitzerverein in Form des "Kostenlosen Dach-Checks".

40 Dachdeckerbetriebe machen dabei mit. Weiter vertieft werden soll auch die Zusammenarbeit mit der örtlichen Solarindustrie. Die Firma Sulfurcell, einer der Weltmarkenführer bei Dünnschichtmodulen, ist Gastmitglied der Landesinnung geworden und hat Vorstand und Bezirksmeister zu einer Betriebsbesichtigung eingeladen. Dabei werden Möglichkeiten erörtert, die Solartechnik auf dem Berliner Markt weiter voranzutreiben.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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