Am 23. November trafen sich die Berliner Bezirksmeister, deren Stellvertreter und der Vorstand der Landesinnung zu ihrer traditionellen November-Sitzung.
Dabei zeigte sich Landesinnungsmeister Jörg-Dieter Mann zunächst erfreut darüber, dass die Bezirksmeister mit ihren Stellvertretern nahezu vollzählig erschienen waren. Dies nicht ohne Grund: Es gab wichtige Themen zu besprechen.
Zunächst berichtete Geschäftsführer Ruediger Thaler über die Ergebnisse der Klausurtagung des Vorstandes, die zwei Wochen zuvor stattgefunden hatte. Dabei beschäftigte sich der Vorstand zunächst mit dem Weiterbildungsangebot des Bildungszentrums für das Jahr 2011. Es wurde wieder ein umfangreiches Paket geschnürt: Seminarangebote soll es geben für die Themen EnEV, energetische Dachsanierung, Asbest, KMF Dämmstoffe, Teerpappe und Ladungssicherung. Außerdem werden zahlreiche Hersteller Produktschulungen anbieten. Gemeinsam mit dem ZVDH sollen Tagesseminare über die Neuerungen im Fachregelwerk angeboten werden.
Am 25. Januar soll es wieder einen Neujahrsempfang für die Gastmitglieder aus Industrie und Handel geben.
Die Berliner Dachdecker-Party wird nun endgültig am 17. Juni 2011 im Kosmos stattfinden. Hauptact des Abends wird die Hermes House Band sein.
Mit dem Ingenieurbüro UVE wurde ein Rahmenabkommen geschlossen mit dem Inhalt, dass UVE den Dachdeckerbetrieben eine komplette Dienstleistung auf dem Gebiet der Gefährdungsbeurteilung anbietet. Es wird den Betrieben unter dem Namen Basic-Net angeboten. Ein entsprechendes Rundschreiben an die Betriebe folgt.
Intensiv diskutiert wurden vom Vorstand die hohen Fehlzeiten von Auszubildenden bei der überbetrieblichen Unterweisung. Diese liegen teilweise bei über 30 % der Teilnehmer. Ein Grund dafür liegt in der Möglichkeit, dass fehlende Auszubildende eine entsprechende Nachbeschulung im Bildungszentrum in Anspruch nehmen können. Daher soll diese Nachbeschulung ab dem Jahr 2012 abgeschafft werden.
Bei der Nachwuchswerbung will der Vorstand weiter aktiv bleiben: So ist geplant, in der Zeit vom 01. März bis 08. April 2011 beim Radiosender KISS FM wieder eine Werbeaktion für den Dachdeckerberuf zu starten. Wie im Juni 2010 sollen wieder die Verkehrsnachrichten und der Wetterbericht gesponsert werden. Ziel ist es, das sich Schulabgänger für den Beruf des Dachdeckers interessieren und um eine Lehrstelle bewerben.
Anschließend stellte Dr. Michael Meetz, Geschäftsführer der UVE GmbH für Managementberatung, sein Modell für Arbeitssicherheit und Gefährdungsbeurteilung für Dachdeckerbetriebe vor. Unter dem Namen Basik-Net handelt es sich um ein internetbasiertes System, das den Betrieben jederzeit die Möglichkeit bietet, Änderungen vorzunehmen und zu aktualisieren. Die Bezirksmeister nahmen die Ausführungen von Dr. Meetz mit Interesse auf.
Abschließend beschäftigten sich die Bezirksmeister mit einer möglichen Kooperation mit der MyHammer AG, die die Vergabeplattform www.myhammer.de betreibt. Zu diesem Zweck war eigens der Vorstandsvorsitzende der MyHammer AG, Markus Berger-de León, erschienen, um sein Geschäftsmodell den Berliner Dachdeckern vorzustellen. Dabei betonte Berger, dass MyHammer in seiner heutigen Form nichts mehr mit der Versteigerungsplattform früherer Jahre gemein hat. Ziel von MyHammer heute sei es nicht mehr, billige Handwerker zu finden, sondern Qualität zu angemessenen Preisen zu vermitteln. Insofern würden bei MyHammer heute auch keine Aufträge mehr versteigert. Vielmehr hätten Kunden die Möglichkeit, eine Ausschreibung einzustellen, auf die Handwerker Angebote abgeben können. Anschließend sei es dem Kunden freigestellt, wem er den Auftrag erteilt. Nach den Worten Bergers spielen dabei die Bewertungen der Handwerker durch die Kunden eine entscheidende Rolle. Nach seiner Erfahrung würde bei MyHammer nie der billigste Anbieter den Zuschlag erhalten, sondern derjenige mit der besten Bewertung. Berger machte abschließend klar, dass er mit Innungen und Handwerkskammern zusammenarbeiten möchte mit dem Ziel, Innungsbetriebe in die Datenbank aufzunehmen und unseriöse Anbieter zu entfernen.
Die Bezirksmeister diskutierten anschließend lebhaft das Angebot von MyHammer und entschieden sich mehrheitlich dafür, von einer offiziellen Zusammenarbeit zunächst Abstand zu nehmen. Das Thema soll in den kommenden Monaten in Bezirksversammlungen besprochen werden, bevor man sich auf Bezirksmeisterebene im kommenden Jahr wieder damit beschäftigt.