Zum letzten Mal vor seinem "Ruhestand" begrüßte Wolfin-Chef Klaus H. Niemann die Teilnehmer des Wolfin-Flachdach-Unternehmer-Beirats bei ihrer Tagung 2010 in Potsdam. Ein Gremium, das in der Branche in hohem Ansehen steht und dem anzugehören für Flachdach-Unternehmer vor allem eine Chance ist zur Gestaltung über das eigene Unternehmen hinaus.
"In diesem Netzwerk können wir wirklich etwas bewegen" so ein Teilnehmer, "da muss man einfach dabei sein." Trotz schönsten Wochenendwetters tagte der Beirat komplett und erlebte ein dichtes Tagungsprogramm mit hochkarätigen Referenten und mit einer Preview auf bahnbrechende Innovationen.
EnEV: gut gemeint, schlecht gemacht
Ein erster Höhepunkt: der Vortrag von Prof. Dr. Petra Kirberger, die bundesweit als Koryphäe in Sachen Baurecht gilt. Ihr Thema: die neue Energieeinsparver-ordnung EnEV 2010 und die Konsequenzen für Dachdeckermeister als Unternehmer. Die passt zwar politisch gut in die Landschaft, wird aber von Prof. Kirberger äußerst kritisch gesehen. Ihr Urteil: politisch korrekt, juristisch bedenklich und bautechnisch unausgereift, also gut gemeint und schlecht gemacht. Das Opfer sind die Juristen und die Dachdecker-Unternehmer. Die Juristen, weil sie einen stattlichen Einriff ins Eigentumsrecht vertreten müssen, die Dachdecker, weil sie die Folgen eines "gesetzlich verordneten Baumangels" auszubaden haben. In ihrem Vortrag stellte Petra Kirberger eine Reihe "juristischer Fallgruben" vor, in die hineinzutreten sowohl für Planer oder Handwerker als auch für den Käufer einer Immobilie sehr teuer werden kann, zeigte aber auch Wege, diese Fallen zu umgehen.
Unternehmen Henke: Der Mensch macht das Geschäft
Traditionell stellt auf jeder Tagung ein Mitglied des Flachdachunternehmer-Beirats sein Unternehmen vor. In Potsdam war Karl-Heinz Ester an der Reihe, Vorstand der Henke AG und zugleich Vorstandsbeirat im Dachdecker-Einkauf West. Sein Credo: "Das Unternehmen und der Unternehmer muss eine Marke sein, und zwar eine Premium-Marke. Das aber setzt voraus, dass auch das eingesetzte Material top ist. Nur mit Premium-Markenprodukten wird der eigene Markenanspruch im Markt auch glaubwürdig." Was bei den Sitzungen des Flachdach-Unternehmer-Beirats immer mit großer Spannung erwartet wird, ist die offene, teilweise auch kontroverse Diskussion über die Frage, mit welchen Innovationen, welchen Techniken, welchen Produktverbesserungen und welchen Marketinginstrumenten Handwerk und Industrie gemeinsam mehr Markt gewinnen. Die Vorstellung der Projekte, die in der Anwendungstechnik und Forschung noch "in der Pfanne" liegen, von Beiratsmitgliedern praktisch getestet werden oder demnächst schon in den Markt eingeführt werden, erlaubt einen zuverlässigen Blick in den Markt von morgen. Nach Potsdam mit Vorfreude auf eine neue Generation von Kunststoff-Dachklebstoffen Marke Terokal.