Wie man eine triste WDVS-Fassade in eine moderne, hochwärmegedämmte Gebäudehülle verwandelt, zeigt das Beispiel der Gebäudesanierung in Hannover. Die Voss Bedachung montierte rund 700 m² Basalt-Fassadentafeln in der Größe 22,5 × 305 cm auf einer Aluminiumkonstruktion. Nicht brennbar und voll hinterlüftet steht das Haus vor einer bunten Zukunft.
Die List ist der nachweislich einwohnerreichste Stadtteil Hannovers und nach Meinung vieler auch der abwechslungsreichste der Stadt. Hier sanierte die Wohnungsgenossenschaft Gartenheim eG in diesem Jahr ein Mehrfamilienhaus mit insgesamt 18 Mietparteien. 1957 errichtet, wurde dieses in den 1980er Jahren mit einem Wärmedämmverbundsystem gedämmt und hellbeige verputzt. „Trist, ohne Esprit und langweilig wie hundert andere Häuser in der Umgebung“, befand Dr. Günter Haese, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Gartenheim eG, und entwickelte mit der Architektin Larisa Kozjak die Idee zu einer Sanierung der Fassade, die das Gebäude zu einem modernen Schmuckstück machen sollte. Deren Idee, das Gebäude in einen fröhlich bunten und gleichzeitig wärmenden Schal zu hüllen, führte zu der Entwicklung eines „Strickmusters“ für die Fassade. Basalt- Fassadentafeln in sechs ausgeklügelten RAL-Farben wurden als ungewöhnliche Farbkomposition im Helldunkelwechsel um das Haus gewebt. „Haute Couture“ betitelte daraufhin der ambitionierte Bauherr sein Modernisierungsprojekt, das seit einigen Monaten charmant, aber auch prägnant das Bild der Isernhagener Straße in Hannover belebt. „Hier haben wir erstmals den ultimativen Übergang vom plumpen Isoliermantel zur edlen Designerhülle vollzogen“, sagt Dr. Günter Haese, der bereits weitere Objekte aus dem Bestand der Wohnungsgenossenschaft Gartenheim eG mit einer nichtbrennbaren und diffusionsoffenen Steinwolle-Fassadendämmung nebst attraktiv gestalteter Vorhangfassade ausrüstet.
Buntes Durcheinander vermeiden
Montage im schleppenden Verband
Dipl.-Ing. Larisa Kozjak ist noch immer fasziniert von den Möglichkeiten, die sich durch den Einsatz der Farb-Fassadentafeln erschlossen: „Eine Zweckoberfläche haben wir durch eine ausdrucksstarke Webstruktur ersetzt, die das Gebäude wie ein Maßkleid umschließt.“ Dem Zufall überlassen wurde bei der Planung der 700-m2-Fassade allerdings nichts: Maßstabsgerecht wurde der Einsatz jeder der sechs Farben genau geplant. „Man muss beim Einsatz so vieler und so starker Farben sehr genau darauf achten, den Eindruck eines konzeptlosen, bloß bunten Durcheinanders zu vermeiden“, betont Larisa Kozjak. Ein kräftiges Dunkelrot aus dem Farbmix der Fassade nahm die Architektin in der Balkonverkleidung und der äußeren Profilschale der neuen Energiesparfenster wieder auf. Gemeinsam mit dem Verarbeiter, der Voss Bedachungen, und dem Hersteller der Fassadentafeln, Rockpanel, plante Larisa Kozjak die Ausführung der gesamten Fassadenkonstruktion bis ins Detail. Nachdem innerhalb von etwa drei Wochen zunächst 180 mm dicke Steinwolle-Dämmplatten fugenlos gestoßen als nichtbrennbare Wärmehülle auf die Fassade gedübelt wurden, montierten die Mitarbeiter von Voss eine Unterkonstruktion aus Aluminiumprofilen, auf die innerhalb von vier Monaten die Fassadentafeln aufgenietet wurden. Diese waren zunächst genau nach Plan in der Werkstatt zu Streifen von 22,5 cm Breite und 305 cm Länge geschnitten worden und wurden im schleppenden Verband montiert.
Frank Weigelt
Den ausführlichen Artikel lesen Sie in DDH Ausgabe 20.2013.