News 2015-05-11T00:00:00Z Neue Spinnvlies-Produktion in Hagen

In knapp zwei Jahren baute die Ewald Dörken AG für ihr Tochterunternehmen, die Dörken GmbH & Co. KG, auf ihrem Werksgelände in Hagen-Vorhalle eine moderne Spinnvliesproduktion. Rund 35 Millionen Euro investierte das Unternehmen in Gebäude, Produktionsanlage und die komplette infrastrukturelle Erschließung des Standortes - die größte Einzelinvestition in der fast 125-jährigen Geschichte des Unternehmens. Am 8. Mai 2015 wurde die offizielle Eröffnung gefeiert.

Was in den vergangenen 22 Monaten bewegt wurde, machen einige Zahlen deutlich: Rund 8.000 Qua­dratmeter wurden bebaut. Der umbaute Raum beträgt da­bei 74.700 Kubikmeter - das entspricht in etwa dem Vo­lumen von 200 Einfamilienhäusern. Dafür mussten 36.000 Tonnen Boden ausgehoben und abgefahren werden. Rund 18.000 Tonnen Beton und 350 Tonnen Betonstahl wur­den verbaut und 25 Kilometer Kabel für Strom, Daten­flüsse und Steuerung verlegt.

Schallschutz - ein wichtiges Thema

Ein deutlicher Technologiesprung

Herzstück der Großinvestition aber ist die neue Produk­tionsanlage vom Troisdorfer Anlagenbauer Reifenhäuser Reicofil, die Hightech-Spinnvliese für den Einsatz im Baubereich fertigen wird. Spinnvliese sind ein wichtiges Vorprodukt für diffusions­offene Unter­deck­bah­nen, bei denen die Dörken GmbH & Co. KG europaweit Markt- und Technologieführer ist. 1999 wurde am Standort Herdecke die erste Anlage in Betrieb genommen, um diese Spinn­vliese selbst zu produ­zieren und damit die Leistungs­merkmale des End­pro­duk­tes besser zu bestimmen. Die Kapazität dieser Anlage ist inzwischen voll ausgelastet. Die neue Spinnvliesfertigung soll zum einen diese Kapa­zitätsprobleme lösen. Die spe­ziell für das Unternehmen konzipierte Hightech-Anlage wird aber auch neue Maß­stäbe in der Fertigungs­tech­nologie setzen, die dem Unternehmen den ent­schei­denden Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb sichert.

Prozessoptimierung, hohe Wirtschaftlichkeit, Ressourcen­effizienz und Energieeinsparung sind dabei die Leit­the­men. Die neue Anlage ist auf eine hohe Produk­tions­kapazität ausgelegt. Aufgrund deutlich höherer Durch­sätze sinkt der spezifische Energiebedarf zur Produktion der Spinnvliese im Vergleich zu branchenüblichen Anla­gen um ca. 20 Prozent. Durch ein spezielles Extru­sions­verfahrens werden in der Produktion die Anfor­derungen an das Rohmaterial gesenkt. Die Anlage kommt mit einer höheren Restfeuchte des Rohmaterials aus, was bei der Vortrocknung zu einer Energieersparnis von ca. 40 Prozent führt.

Die neue Spinnvliesproduktion verarbeitet aber auch Kunststoff-Flakes, die u. a. aus PET-Getränkeflaschen auf­­be­reitet werden. Das Besondere dabei: Das PET muss nicht mehr mit hohem Aufwand und Ener­gie­einsatz zu Granulat ver­arbeitet werden. Die Flakes der ge­schredder­ten Flaschen können auf der neuen Anlage direkt zu einem hochwertigen Material verarbeitet werden, das dann als Endprodukt eine Lebensdauer von über 40 Jahren hat. Das Recyclat weist zudem im Vergleich zur Neuware eine um ca. 5 Prozent geringere Aufschmelz- und Verarbei­tungstemperatur auf. Die Prozesstemperatur für den Spinn­­prozess wird dadurch gesenkt. Weiterer Effekt: Anfallender Ausschuss wird dem Produktions­prozess wie­der zugeführt, aus dem neue, hochwertige Produkte entstehen.

zuletzt editiert am 11. Dezember 2020
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