Steildach 2013-08-09T00:00:00Z Neue Variante im Vergleich

Gebäudehöhe, Unterkonstruktion und verwendete Werkstoffe entscheiden über die Abdichtung und deren Befestigung. Wir stellen eine neue durchdringungsfreie Variante der Feldbefestigung vor und vergleichen sie mit gängigen Methoden.




Saumbefestigung


Schienenbefestigung


Unterseitige Befestigung




Neben der Abdichtung muss auch der gesamte Dachaufbau gegen Windsog gesichert werden. Dem Anwender stehen für die fachgerechte Windsogsicherung mehrere Systeme zur Auswahl: mechanische Befestigung; Auflast in Form von Bekiesung, Dachbegrünung oder Terrassenbelag sowie die vollflächige oder punkt- oder streifenweise Verklebung. Insbesondere bei Dächern mit Stahltrapezunterkonstruktionen hat sich die mechanische Befestigung von Kunststoff-Abdichtungsbahnen durchge­setzt. Denn hierbei bleibt die Dachabdichtung von den Belastungen des Unterbaus weitgehend unberührt. Folgende grundsätzliche Arten der Befestigung haben sich in der Praxis bewährt: Im überdeckten Bahnenrand werden die lose verlegten Dachdichtungsbahnen mechanisch befestigt. Über die Schweißnaht werden auftretende Windkräfte asymmetrisch in die Befestigerreihen abgeleitet. Im Gegensatz zur Saumbefestigung sitzt die Schienenbefestigung nicht in der Nahtüberdeckung, sondern in vom Hersteller berechneten Abständen auf der Bahn. Die Befestigung der Schienen in den Untergrund erfolgt durch die Dachdichtungsbahn hindurch. Abschließend sind die Schienen mit Abdichtungsstreifen zu überschweißen, um die Dichtigkeit zu gewährleisten. Windsogkräfte lassen sich mit diesem System symmetrisch in den Untergrund einleiten. In vom Hersteller berechneten Abständen werden spezielle Klettstreifen auf der Wärmedämmebene quer zur Verlegerichtung der Dachbahnen befestigt. Danach sind die passenden, vlieskaschierten Dachbahnen fest in die Klettstreifen einzurollen. Die Krafteinleitung erfolgt in die quer zu den Nähten verlaufenden Klettbänder, die Nahtverbindungen selbst liegen in einer spannungsarmen Zone. Auch wird die Dachdichtungsbahn nicht durch Befestigungsmittel perforiert. Feldbefestigung (selbstdichtend) In einem vom Hersteller berechneten Raster wird die (selbstdichtende) Feldbefestigung durch das gesamte Dachschichtenpaket geschraubt. Dabei übernimmt der nahtunabhängige Feldbefestiger die Aufgabe der Windsogsicherung und kann homogen mit der Abdichtung verschweißt werden. Die Kräfte werden symmetrisch in den Untergrund eingeleitet.

Perforationsfreie Feldbefestigung
Maximale Sicherheit
Eine neue Variante der Feldbefestigung ist die bisher in Deutschland kaum genutzte durchdringungsfreie Feldbefestigung. Hierbei werden durch das Dachschichtenpaket unterhalb der Dachabdichtung nach einem vom Hersteller berechneten Raster spezielle Lastverteilteller und Befestiger geschraubt. Hierauf folgt die Verlegung und Fügung der Abdichtungsbahnen aus Kunststoff. Abschließend wird die verlegte Dachhaut durch induktive Erwärmung des beschichteten Lastverteiltellers kontrolliert verschweißt und das Dachschichtenpaket somit befestigt. Auch wenn diese Technologie als solche in Deutschland noch weniger bekannt ist, verfügt man dennoch in anderen Ländern über eine mehr als zehnjährige Erfahrung mit dieser Methode. Zurzeit gibt es in Deutschland nur ein System mit ETA-Zulassung. Im direkten Vergleich zu der wohl am häufigsten verwendeten Saumbefestigung bietet die neue, durchdringungsfreie Feldbefestigung interessante Aspekte. Gleich der „normalen“ Feldbefestigung ist die fachgerechte Fixierung der Bahn völlig unabhängig vom Dachbahnenrand. Damit können über die gesamte abzudichtende Dachfläche hinweg breitere Dachdichtungsbahnen eingesetzt werden. So reduziert sich nicht nur der logistische und verarbeitungstechnische Aufwand, sondern vor allem die Anzahl der überlappenden Bahnennähte. In Kombination mit der durchdringungsfreien Befestigung lassen sich potenzielle Fehler und sich daraus ergebende Undichtigkeiten auf ein Minimalmaß reduzieren. Auch die Überlappung selbst kann auf das vorgeschriebene Mindestmaß beschränkt werden, da eine Überdeckung der Befestiger im Saum nicht mehr notwendig ist. Für den Abdichtungsprozess selbst ergeben sich auch einige Zeit- und damit Kostenvorteile. So wird je nach Dämmstoffart und -plattengröße die notwendige separate Befestigung der Dämmung durch das Befestigerraster der Feldbefestigung mit vorgenommen. Da Befestigungsarbeiten und Abdichtungsarbeiten unabhängig voneinander ausgeführt werden können, gestalten sich diese Prozesse wesentlich schneller. In vielen Fällen sind zudem weniger Befestigungspunkte notwendig, da man nicht mehr nur auf den Saumbereich reduziert ist.

Christian Schmidt

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in Ausgabe DDH 15.2013.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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