News 2010-03-29T00:00:00Z Neue Wege gehen

Mitgliedergewinnung und -bindung war das zentrale Thema der Obermeistertagung. In einer Podiumsdiskussion wurde über Erfahrungen aus der Praxis berichtet, die Vorträge gaben unterschiedliche Denkanstöße.

José Flume, Mit Durchblick durchstarten. Mehr Effizienz durch Klarheit

Nur noch Stehplätze gab es im vollen Vortragssaal, als José Flume über den Umgang mit schwierigen Menschen sprach. Sie ist Trainerin und Unternehmensberaterin. Häufig, so Flume, gerate man durch seine eigenen Reaktionen in schwierigen Gesprächssituationen unter emotionalen Stress. Man solle schwierige Menschen als "Trainer" betrachten, die einen fit machen für ähnlich gelagerte Situationen in der Zukunft. Wichtig sei außerdem, anderen keine Macht über seine eigenen Gefühle zu geben. Dazu gehöre es, in entscheidenden Momenten emotionale Distanz zu üben und nicht sofort Verhaltensweisen anderer Menschen zu interpretieren ohne die wahren Beweggründe oder die Faktenlage zu hinterfragen. Geschäfte werden immer zwischen Menschen gemacht. Der Schlüssel zu dauerhaftem Erfolg liege daher immer im richtigen Umgang mit Menschen, bilanzierte Flume. Hierfür lohne es sich geeignete Strategien zu entwickeln.

Kerstin Rueber, Blau auf dem Bau. Drogen und Alkohol am Arbeitsplatz

Kerstin Rueber gab mit dem einprägsam betitelten Vortrag "Blau auf dem Bau Drogen und Alkohol am Arbeitsplatz" einen Überblick zum Thema. Die Strafverteidigerin berichtete aus der Praxis über das Betäubungsmittelgesetz, die Wirkweise verschiedener Drogen und Möglichkeiten für Arbeitgeber, mit Betäubungsmittel-Konsum von Mitarbeitern umzugehen. Dabei warnte Rueber vor Übereifer und vorschnellen Verdächtigungen: "Rote Augen können auf Cannabis-Konsum hinweisen, möglicherweise hat Ihr Mitarbeiter aber nur eine Allergie." Bei verhaltensbedingter Kündigung abhängiger Mitarbeiter begeben sich viele Betriebsinhaber, so Rueber, auf ein glattes Eis. Als sinnvoll empfahl sie unterschriebene Betriebsvereinbarungen sowie korrekt formulierte und übergebene Abmahnungen.

Dr. Gerd Westermayer, Die Bedeutung von Unternehmenskultur im Betrieb

Dr. Gerd Westermayer erläuterte die Bedeutung der Motivation der Mitarbeiter für ein Unternehmen. Dabei zeigte er, dass es zahlreiche Faktoren gebe, die einen Mitarbeiter in seiner Arbeit negativ beeinflussen können. Dazu gehörten laut Westermayer insbesondere Ärger, Erschöpfung und körperliche Beeinträchtigungen. Die daraus resultierende Demotivation habe nach wissenschaftlichen Untersuchungen direkten Einfluss auf den Krankenstand im Unternehmen. Im größeren Zusammenhang betrachtet, wirke dies sich auf die gesamte Bevölkerung eines Landes aus: "Die Arbeitswelt ist das beste Umfeld, um auf die Gesundheit der Bevölkerung einzuwirken", war eine Erkenntnis Westermayers. Die aufschlussreiche Veranstaltung war mit etwa 30 Personen nur mäßig besucht, was Westermayer bei seiner Abschlussrede im Plenum damit zu begründen versuchte, wohl nicht die richtige Zielgruppe vorgefunden zu haben.

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zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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