News 2011-10-19T00:00:00Z Note 1,8

Das 4. FBB-Symposium zur Fassadenbegrünung Ende September in Stuttgart war das bisher wohl am erfolgreichster seiner Reihe. "Die über 120 Teilnehmer haben dem 4. FBB-Symposium im Durchschnitt die gute Note 1,8 gegeben das und die hohe Teilnehmerzahl sprechen für sich!", so das Fazit des FBB-Präsidenten Dr. Gunter Mann von der Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V. (FBB), die das Symposium organisierte.

. Mitveranstalter waren die Verbände Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL), Bundesverband Garten-, Landschaft- und Sportplatzbau e.V. (BGL) und Fachverband Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden e.V. (FVHF).

Insgesamt 15 Experten berichteten in vier Themenblöcken und 16 Vorträgen über verschiedene Aspekte begrünter Fassaden. Den Auftakt machte Prof. Dr. Manfred Köhler von der Hochschule Neubrandenburg und fasste aktuelle Forschungsergebnisse zur Fassadenbegrünung aus verschiedenen Ländern zusammen. Dabei griff er auf die eigene Literaturauswertung von etwa 700 Literaturzitate und eine Sammlung von über 1200 Arbeiten zurück. Er beschrieb, dass es nachweislich im heißen Klima bioklimatisch für Stadtbewohner angenehmer ist, unter einem Blätterdach zu wandeln, als ausschließlich textile Verschattungselemente zu nutzen.

Das Forschungsprojekt GrünStadtKlima beschrieb Dipl. Ing. Vera Enzi vom österreichischen Verband für Bauwerksbegrünung e.V. (VfB). Erstmals wird in Österreich der Einfluss von begrünten Bauwerksoberflächen auf Klima, Wasserhaushalt und auf den Wert einer Immobilie in einem Forschungsprojekt umfassend untersucht. Das Forschungsprojekt "GrünStadtKlima" bringt neue Erkenntnisse und wurde Anfang 2010 vom VfB und der Universität für Bodenkultur (IBLB) ins Leben gerufen.

Schon länger beschäftigt sich Dipl. Ing. Nicole Pfoser, Technische Universität Darmstadt, mit einer neue "Systematik" der Fassadenbegrünung und damit notwendigen Entscheidungs- und Arbeitshilfen. Sie führte aus, dass das Miteinander beider Techniken der vertikalen Gebäudebegrünung nahelegt, ein Planungshilfsmittel über die konstruktiven und vegetationstechnischen Entscheidungsparameter aufzustellen und damit zugleich einen Überblick zu den aktuellen Anwendungs-Systemen zu liefern. Ihre Übersichtstabelle zeigt daher Bauweise und Anwendungsbedingungen sowie wirtschaftliche und ökologische Kriterien zu verschiedenen Typen der bodengebundenen und der fassadengebundenen Gebäudebegrünung und zu ihren Mischformen auf.

Gert Moegenburg von der FVHF stellte neue Muster-Leistungsverzeichnisse zur Fassadenbegrünung vor. Zielsetzung von FVHF und FBB war es dabei, die gärtnerischen und konstruktiven Kompetenzen zusammen zu fassen und damit allgemein brauchbare Texte (= exakte Beschreibung der zu erbringenden Leistungen) zu kreieren. Diese Texte sollen dem Ausschreibenden bei einer vollständigen Leistungsermittlung Unterstützung geben. Eine inhaltliche VOB-Angleichung (hier: VOB/C) wurde angestrebt, weil sie ein bewährtes Bindeglied zwischen dem Auftraggeber, dem Bauherrn, dem Planer und dem Ausführenden darstellt. Die Bemessung von Kletterhilfen, deren Verankerung bzw. die Verankerung von fassadengebundenen Begrünungen sind konstruktive Aufgaben, die normativen und bauaufsichtlichen Anforderungen genügen müssen. Das Gleiche gilt für die Werkstoffauswahl der Kletterhilfen. Die gärtnerische Leistung wird damit wirkungsvoll unterstützt und erfolgreich fortgesetzt. Die Beschreibung von Teilleistungen gibt allen Beteiligten die gebotene Preissicherheit, auch für spätere Wartungs- und Unterhaltsarbeiten. Im Anschluss überreichte Dr. Mann unter großem Beifall dem zukünftigen "Ruheständler" Gert Moegenburg einen Blumenstrauß, um ihm für seine jahrelange Arbeit und Verbundenheit von FVHF und FBB zu danken.

Dipl. Ing. Dr. Ulrike Pitha von der Universität für Bodenkultur Wien, zeigte in einem Erfahrungsbericht Bewässerungslösungen von fassadengebundenen

Begrünungssystemen auf. Kurzfristig eingesprungen war der Niederländer Nils van Steenis, der einen reich bebilderten und sehr informativen Vortrag zu seinen Erfahrungen der Pflanzenverwendungen bei "Living walls" brachte. Eine Premiere gab es auch beim Fassadensymposium in Stuttgart: erstmals wurde FBB-Mitgliedern die Möglichkeit angeboten, in Form von 15-Minuten-Kurzvorträgen über ihre Systemlösungen zu berichten. Die Firmen Biotekt, Vertico, Optigrün, Carl Stahl, 90 De Green, Zinco, Greenwall, Schadenberg und Sempergreen haben das Angebot wahrgenommen und den Zuschauern wurden innerhalb kürzester Zeit neun Fassadenbegrünungssysteme vorgestellt nirgends konnte man sich schneller einen Überblick verschaffen als hier. Wie bei allen Symposien war es Prof. Köhler vorbehalten, mit einer Weltreise von begrünten Fassaden einen schönen Abschluss der interessanten Tagung zu finden.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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