Steildach 2010-03-26T00:00:00Z Pflege und Wartung

Beim Einsatz im Außenbereich muß das Holz, in welcher Form auch immer, möglichst schnell austrocknen können oder durch andere konstruktive Maßnahmen geschützt werden. Mit Lasuren oder deckenden Farben kann im Wandbereich auch die holzzerstörende Wirkung der UV-Strahlung eingedämmt oder ganz verhindert werden.

Holz, ein organischer Baustoff mit hydroskopischen Eigenschaften, nimmt bei feuchter Witterung Wasser auf und gibt es bei Trockenheit langsam wieder ab. Jedem Holzfachmann ist aber bekannt, daß satt-aufeinanderliegendes Schnittholz bei einer dauernden Feuchtigkeit von über 20 Prozent im Freien innerhalb kürzester Zeit einen idealen Nährboden für Pilze und schädliche Insekten abgibt. Holzschindeln haben trotz härtester Beanspruchung eine lange Lebensdauer; das beruht auf mehreren Ursachen und Gründen:

Für Dachdeckungen wurden früher fast ausschließlich gespaltene Schindeln verwendet, da diese durch ihre fertigungstechnischen Ungleichheiten nicht völlig satt aufeinander lagen und zwangsläufig für eine gute Zwischenbelüftung bzw. damit zur raschen Austrocknung der Schindellagen sorgten. Durch diese natürliche Vorsorge können Schindeln aus Lärche und sogar Fichte lange vor Pilzbefall und Fäulnis bewahrt werden.

Eine ganz natürliche Erklärung für die lange Lebensdauer der Holzschindel ist jedoch ihre geradezu ideale Fähigkeit, sich den jeweiligen Witterungseinflüssen anzupassen, egal ob sie nun gesägt oder gespalten ist, liegende oder stehende Jahresringe hat.

Das liegt an folgendem:

Wenn eine nach längerem Regen durchfeuchtete Schindel in niederschlagsfreien Zeiten zu trocknen beginnt, schwindet sie in der Breite an der, der Sonne zugewandten Oberseite. Sie schlüsselt sich dadurch in konkaver Form leicht nach vorne, da ihre Rück- oder Unterseite noch naß und daher gequollen ist. Gleich einer Tannenzapfenschuppe hebt sie sich im unteren Teil leicht an und die nasse Rück- oder Unterseite kann austrocknen. Bei Regenwetter ist es genau umgekehrt, die Schindeln dehnen sich an der Oberfläche aus und legen sich dicht an ihren Untergrund an.

Frisches Holz wird von den UV-Strahlen der Sonne angegriffen und ähnlich wie beim Sonnenbrand in der obersten Schicht zerstört. Das übrig gebliebene Zellenskelett läßt das Holz je nach Wetterlage und Tageszeit grau bis anthrazit erscheinen. Diese natürliche, beliebte Holzpatina gibt dem Schindel-dach seine prägnante Ausstrahlung. Mit den Niederschlägen werden die unterschiedlichsten Verunreinigungen als Schwebstoffe auf allen Dächern abgelagert. Diese ständigen Ablagerungen begünstigen den Algenbewuchs und an den ungünstigen Nordseiten auch die Bemoosung der Dach-flächen. Bei einer konstruktiven Vorsorge gegen Algen und Moos kann z. B. parallel zu jeder zehnten Schindelreihe ein schmaler etwa 2 cm breiter Kupferblechstreifen bündig mit der Schindelfußfase befestigt werden. Eine nachträgliche Wartung oder Pflege beschränkt sich auf eine regelmäßige Überwachung auf übermäßige Ablagerungen von Umwelteinflüssen und Laub. Das Begehen des Daches ist nur mit gepolsterten Dachleitern vorzunehmen, um starke Ablagerungen mit weichem Besen oder Bürste zu reinigen.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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