Um die Rechte von Leiharbeitern zu stärken und Missbrauch von Werkverträgen einzudämmen, gilt im Dachdeckerhandwerk ein Verbot von Arbeitnehmerüberlassung. In bestimmten Fällen können sich Dachdecker aber untereinander aushelfen. Foto: DDH

Ausbildung

13. December 2018 | Teilen auf:

Problem Personalvermittlung

Früher kamen sie per Post oder Fax, heute vermehrt per E-Mail: Angebote zur Personalvermittlung, im Moment auch verstärkt von osteuropäischen Dienstleistern. Hier ist absolute Vorsicht geboten. Grundsätzlich ist die Arbeitnehmerüberlassung im Dachdeckerhandwerk verboten

Bei dem zurzeit herrschenden chronischen Fachkräftemangel ist mancher Betriebsinhaber vielleicht geneigt, dem verlockenden Angebot nachzugeben, günstige Mitarbeiter auszuleihen. Die Offerten machen einen professionellen Eindruck, rechtlich scheint alles sicher und Sozialabgaben werden nach Angabe des Anbieters ebenfalls abgeführt.

Teilweise werden die Anbieter sogar in der Handwerksrolle geführt und haben eine Verleiherlaubnis. Kann der Dachdecker also hier doch zugreifen? Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) regelt die Leiharbeit ganz genau – mit einem Verbot für Tätigkeiten nach Baubetriebeverordnung. Unter bestimmten Umständen kann aber eine betriebliche Zusammenarbeit möglich sein. Bei Subunternehmereinsatz, Arbeitnehmerüberlassung und Bildung von Arbeitsgemeinschaften sind die Vorgaben des AÜG genau zu beachten.

Subunternehmereinsatz

Der Dachdecker kann Bauleistungen ganz oder teilweise aufgrund eines Werkvertrags auf andere Unternehmer übertragen. Diese Leistungen müssen vertraglich festgelegt, abgrenzbar und abnahmefähig sein.

Zum DDH Regelwerk

Mindestlohns

Achtung: Ohne Subunternehmervertrag handelt es sich um unerlaubte Arbeitnehmerüberlassung

Wie schon erwähnt, ist die Zeitarbeit, also der Verleih von Arbeitskräften gegen Rechnungsstellung der Personalkosten, im Dachdeckerhandwerk verboten. Einzig die Überlassung von Arbeitskräften zwischen zwei Dachdeckerbetrieben ist unter bestimmten Umständen bis zu zwölf Monaten erlaubt, wenn dadurch Kurzarbeit oder Entlassungen vermieden werden. Beide Betriebe müssen mindestens drei Jahre der SOKA-Dach angehören und die Mitarbeiterzahl des Verleihers muss unter 50 liegen.

Eine schriftliche Anzeige der Überlassung bei der Agentur für Arbeit ist obligatorisch. Des Weiteren ist es möglich eine gebührenpflichtige Verleiherlaubnis nach §1 AÜG zu beantragen. Auch hier müssen beide Betriebe Dachdeckerbetriebe sein und drei Jahre der SOKA-Dach angehören. Die Überlassungshöchstdauer beträgt 18 Monate, ist jedoch von keiner Betriebsgröße oder Auftragslage abhängig. Ausländische Betriebe aus EU-Staaten können unter gewissen Voraussetzungen eine deutsche Verleiherlaubnis erhalten. Der verliehene Mitarbeiter hat Anspruch auf den Lohn, den die Stammarbeiter des Entleihers erhalten.