2010-03-29T00:00:00Z Rekordjahr erwartet

Die erfolgsverwöhnte Intersolar erwartet 2010 wiederum Rekordzahlen. Die Branche kann trotz politischer Förderdebatten optimistisch nach vorne blicken, auch dank EU-Vorgaben kommt in Zukunft keiner am Solardach vorbei.

Am 9. Juni 2010 fällt erneut der Startschuss für die weltweit größte Fachmesse für Solartechnik Intersolar am Standort München. Aus der bisherigen "Intersolar" wird dann die "Intersolar Europe". Mit der neuen Namensgebung tragen die Veranstalter der fortschreitenden Internationalisierung der Messe Rechnung, die mittlerweile weltweit an mehreren Standorten vertreten ist. Zur Intersolar Europe werden erneut Rekordzahlen erwartet. Verglichen mit 2009 wird die Zahl der Aussteller von 1.414 auf circa 1.500 steigen, die Ausstellungsfläche von 104.000 auf 120.000 Quadratmeter. Über 60.000 Besucher werden erwartet, davon circa vierzig Prozent aus dem Ausland.

Schwerpunkt Solarthermie

Einen Schwerpunkt der Messe bildet die wachsende Bedeutung der Solarthermie. Knapp vierzig Prozent der gesamten Endenergie werden in Europa in Gebäuden verbraucht. Die Solarthermie wird künftig eine Schlüsselrolle bei der Deckung des Energiebedarfs von Gebäuden spielen, dieser Entwicklung trägt auch die EU Rechnung: Durch energiepolitische Vorgaben der EU sowie schärfere Umweltschutzanforderungen gewinnt energieeffizientes und solares Bauen und Sanieren zunehmend an Bedeutung. Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil der erneuerbaren Energien in Europa auf zwanzig Prozent steigen.

Nach Einschätzung des Solarthermie-Organisation European Solar Thermal Industry Federation (ESTIF), wird die Solarthermie 12 Prozent des angestrebten Wachstums abdecken oder 3,6 Prozent des Gesamtbedarfs der EU-27 an Wärme und Kälte liefern. Laut den neuen Plänen der EU-Komission, heißt es aus Branchenkreisen, sollen bis zum 31. Dezember 2020 alle Neubauten als "Fast-Nullenergiegebäude" ("nearly zero energy buildings") gebaut werden. Öffentliche Gebäude sollen dabei eine exemplarische Rolle spielen. Um den Anteil der erneuerbaren Energie in Europa gemäß diesen Vorgaben zu steigern, ist neben dem Bau von Niedrigenergiehäusern, die solare Sanierung bestehender Gebäude notwendig. Dies bedeutet, dass bis 2020 ein Großteil der veralteten Heizungsanlagen in Europa durch neue Systeme ersetzt werden müssen, die Energieeffizienz einerseits und die Nutzung erneuerbarer Energien andererseits optimal verbinden. Die Ziele der EU können dabei nur erreicht werden, wenn die solare Wärmegewinnung in Zukunft eine deutlich stärkere Rolle in der Energieversorgung von Gebäuden einnimmt. "Wir erwarten, dass der Solarthermiemarkt auch zukünftig immens wachsen wird. Die Solarthermie birgt das Potenzial, bis zum Jahr 2030 etwa 15 Prozent und bis 2050 bereits 47 Prozent des Bedarfs an Niedertemperaturwärme in der EU abzudecken", so Xavier Noyon, Geschäftsführer der ESTIF.

Stärkere Integration in die Gebäudehülle

Voraussetzung für die Umsetzung der ehrgeizigen Pläne sind weitere technische Innovationen: Große Entwicklungspotenziale sehen Forscher und Hersteller vor allem bei der solaren Beheizung von Gebäuden, der Erzeugung von Prozesswärme für gewerbliche Anwendungen und in der solaren Kühlung. Ein weiterer Trend, der vor allem Dachdeckern entgegenkommt, ist die bessere Integration von Solaranlagen in die Gebäudehülle. Zur Intersolar haben sich neben allen großen Solarunternehmen einige bekannte Namen aus der Dachbranche angekündigt, darunter Alwitra, Roto, Klöber und Böcker.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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