(23.12.2008) Sechs marktbeherrschende Produzenten von Tondachziegeln haben im Juli 2006 eine Preiserhöhung wegen angeblicher "Energiekosten" vereinbart. Dafür wurden sie nun vom Kartellamt zu Rekord-Geldbußen in Höhe von insgesamt 165 Millionen Euro verurteilt.
Wegen Preisabsprachen hat das Bundeskartellamt sechs Unternehmen der Tondachziegelbranche und acht Einzelpersonen mit Geldbußen in Höhe von insgesamt 165 Millionen Euro bestraft. Im Juli 2006 habe fast die gesamte Branche bei einem Verbandstreffen vereinbart, durch die Erhöhung eines Energiekostenzuschlags die Preise um vier bis sechs Prozent zu erhöhen, teilte das Kartellamt am Montag in Bonn mit.
Zuvor hätten sich einige Unternehmen bereits in einem speziellen Segment der Tondachziegel über eine "massive Preiserhöhung" verständigt. Der Dachpfannenmarkt hat ein Marktvolumen von mehr als einer Milliarde Euro im Jahr.
Baustoffhersteller offenbar "nichts dazu gelernt"
"Die zum Teil hohen Bußgelder sollen ein bewusstes Signal setzen", teilte Kartellamtspräsident Bernhard Heitzer mit. "Leider hat die Baustoffindustrie, die in den vergangenen Jahren immer wieder mit unerlaubten Kartellabsprachen aufgefallen ist, offenbar nichts dazu gelernt." Die aufgedeckten Preisabsprachen schadeten unmittelbar auch dem privaten Häuslebauer. Bei den Unternehmen handele es sich um die Creaton AG und die Pfleiderer Dachziegel GmbH, die zum belgischen Etex-Konzern gehören, um die Koramic Dachprodukte GmbH & Co. KG, eine Tochtergesellschaft des österreichischen Wienerberger-Konzerns, um die Monier GmbH, die früher zum Lafarge-Konzern gehörte, die Erlus AG und die Gebr. Laumans GmbH & Co. KG. Die Geldbußen gegen die konzerngebundenen Unternehmen lägen im mittleren bis hohen zweistelligen Millionenbereich, erläuterte das Kartellamt. Damit solle die Abschreckungswirkung verstärkt werden. Quelle: dpa