Wo einst gekrönte Häupter von der Bundesregierung untergebracht wurden, tagte der ZVDH-Dachkonvent. Thema des Dachbranchen-Gipfeltreffens auf dem Petersberg: Generation Zukunft. Dabei standen der Nachwuchs und die Generation 55+ im Mittelpunkt.
Zum 14. Mal trafen sich die Spitzen aus Dachbaustoffindustrie, -handel und Dachdeckerhandwerk zum Meinungsaustausch. Das Steigenberger Grandhotel auf dem Petersberg bot dafür einen historischen Rahmen. Im ehemaligen Gästehaus der Bundesregierung logierten fast alle Staatsoberhäupter, zu denen die Bundesrepublik diplomatische Kontakte pflegte. Formel-1-Pilot Michael Schumacher feierte 1995 dort seine Hochzeit. Da überraschte es nicht, dass ZVDH-Präsident Karl-Heinz Schneider (im Saal "Thüringen"!!!) zur Begrüßung eine "Speed-Tagung" ankündigte. 7 Vorträge sollten in knapp 4 Stunden geschafft werden, da gab es keine langen Überleitungen zum ersten Beitrag, der sich mit dem Kernthema des Tages beschäftigte. Karl-Heinz Schneider und ZVDH-Hauptgeschäftsführer Ulrich Marx erläuterten das Konzept des Verbandes zur Fachkräftesicherung, eine Herausforderung für die gesamte Verbandspolitik, wie beide betonten. Trotz vieler schon griffiger Einzelmaßnahmen im tariflichen und politischen Bereich kamen Schneider und Marx zu dem Fazit, dass eine Gemeinschaftslösung des Gesetzgebers für alle körperlich belastenden Berufe unerlässlich sei. Die Lösung sei ein Räderwerk, das getrieben werde vom Gesetzgeber, den Betrieben, ZVDH, Sozialkassen, Berufsgenossenschaften, Bundesarbeitsagentur und INQA (Initiative neue Qualität der Arbeit, ein Zusammenschluss von Bundesarbeitsministerium, Berufsgenossenschaften, Gewerkschaften und Fachverbänden).
Wenn Felix Fink spricht, werden Zahlen spannend. Der Diplom-Ökonom und Bereichsleiter Wirtschaft im ZVDH sprach über die Konjunkturlage im Dachdeckerhandwerk. Die Geschäftsauslastung der Betriebe sei zwar zurzeit noch befriedigend, die Stimmung jedoch leicht sinkend. Seine Einschätzung für das Gesamtjahr:
- abschwächende gesamtwirtschaftliche Wachstumsraten, aber kein Einbruch,
- Positive Genehmigungszahlen im Neubau,
- Auftragsbestand weiterhin hoch, wenn auch etwas niedriger als im Vorjahr,
- Erwartungen zur Geschäfts- und Auftragsentwicklung weiterhin positiv.
Wer Bildung hat, hat Zukunft
Welche Bildungsperspektiven gibt es in der Dachbranche? Auf diese Frage gab Artur Wierschem, stellvertretender Hauptgeschäftsführer im ZVDH, Antworten. Die Veränderung der Ausbildungsverordnung und moderne Fach- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind hier die Herausforderungen. Wierschem nannte den in Kürze wieder startenden Studiengang zum Manager im Dachdeckerhandwerk, die Ausbildung zum Energieberater im Dachdeckerhandwerk und stellte einen neuen Bildungsweg vor. Der 7-semestrige Bachelorstudiengang Energie- und Gebäudetechnologie - Studienrichtung Gebäudehülle an der Hochschule Rosenheim - ermöglicht Handwerksmeistern - vor allem auch Dachdeckermeistern - einen Ingenieurabschluss. Im Bereich der Nachwuchswerbung sind frische Ideen gefragt.
Elke Herbst
Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe DDH 21.2012.