Markt 2009-09-17T00:00:00Z Rollende Visitenkarte

Bisher überzeugten Transporter mit Pferdestärken, Drehmoment, Nutzlast oder Raummaßen inzwischen werden Umweltqualitäten immer wichtiger.Emissionsarme Erdgasfahrzeuge schonen den Geldbeutel, fürchten keine Umweltzone und pflegen das Betriebsimage.

Spätestens seit Einführung etlicher Umweltzonen zum Jahresbeginn sorgt die Schadstoffbelastung durch Autoabgase für Schlagzeilen und Diskussionen über Sinn und Unsinn solcher Restriktionen. Dem Unternehmer im Dachdeckerhandwerk eröffnet sich dabei in seinem Handlungsspielraum eine gewisse Bandbreite: Sind "Schadstoffmobile" in seinem Besitz, die nicht einmal einen Euro1-Motor haben und dennoch ihr Dasein fristen, dann wird sich auch dafür noch eine begrenzte Ausnahmegenehmigung beantragen lassen (siehe nebenstehenden Kasten "Umweltzonen contra Alt-Fahrzeuge").

Zwar mag es zahlreiche Gründe geben, um am überalterten Fuhrpark nichts ändern zu wollen. Das Gegenteil von dem wäre es, die aus gutem Grund stringenter werdenden Umweltauflagen als Chance zu begreifen. Als tauglich könnte sich ein neues Marketingkonzept erweisen, das den Betrieb mit seinem Team von Umwelt-Handwerkern in den Vordergrund stellt. Vom einheitlichen und sauberen Dress bis zur konsequenten Abfallentsorgung auf der Baustelle, von möglichst schadstoffarmem Material bei Bau und Anwendung bis hin zum gering emittierenden Fahrzeug ließe sich da einiges wirkungsvoll in Szene setzen und natürlich offensiv damit werben.

Welche Leistungskriterien sollen gelten?

Geht es um eine Anschaffung von Transporter oder Lieferwagen, dann kam bisher vor allem Nutzlast oder Raummaßen die entscheidende Bedeutung zu. Das wird weiter so bleiben. Doch wer ein neues Auto kauft, sollte umweltschonende Modelle bevorzugen, ist die Empfehlung des Verkehrsclub Deutschland (VCD) Erdgasfahrzeuge gehören dabei mit zur ersten Wahl. In der "VCD-Kaufberatung: Welcher Transporter soll es sein?" erhalten gewerbliche Nutzer Empfehlungen für etwa drei Dutzend umweltschonende und günstige Transporter-Modelle mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis 3,5 Tonnen. Aufgeführt ist hier beispielsweise der Mercedes Sprinter als Typ 315 CDI oder der Fiat Ducato 35 L2 120 Multijet, jeweils als Kastenwagen oder auch als Doppelkabine. Den VW Transporter empfiehlt der VCD vorwiegend mit dem 1,9-TDI-Motor oder als (nachgerüstete) Erdgas-Version.

Auch hat der VCD das Internetportal www.besser-autokaufen.de mit zahlreichen Hintergrundinformationen ausgestattet. Verschiedenste Kriterien bis hin zur Lärmentwicklung des einzelnen Fahrzeugs fließen dort in die Beurteilung mit ein und liefern zahlreiche Argumente für ein neues offensives Werbekonzept frei nach dem Motto "Ihr Handwerker in der Umweltzone".

Schadstoffgrenzen werden strenger

Gemäß Euro4 erfüllen viele Diesel-Aggregate heute die geforderten Feinstaub-Reduzierungen dank Partikelfilter. Wenn allerdings zum 1. September 2009 die noch strengere Euro5-Norm in Kraft tritt, wird man in der Motorenentwicklung nochmals ordentlich nachlegen müssen. Für neue Pkw und Transporter, die dann in der EU verkauft werden, verschärfen sich die Grenzwerte für Stickoxide (NOx) und Feinstaub deutlich beispielsweise sollen die Grenzwerte für den Partikelausstoß von Dieselfahrzeugen durch Euro5 um 80 Prozent gesenkt werden. Dafür wird der Partikelfilter allein bei weitem nicht mehr ausreichen: Im Motoren-Management müssen dann möglichst hohe Einspritzdrücke sowie für jeden Zündzyklus das jeweils ideale Luft-Kraftstoffgemisch elektronisch geregelt werden. Um diese Ziele zu erreichen, muss der Partikelfilter nicht zwingend mit an Bord sein, wie sich in der Lkw-Entwicklung zeigt. Bei Pkw’s, Lieferwagen und Transportern forscht man derzeit an verschiedensten Hybrid-Lösungen, um in der Schadstoffreduzierung und Energieausnutzung effizienter zu werden. Welche Technik sich dabei durchsetzen wird, zeichnet sich momentan noch keineswegs ab.

Mercedes Vario mit BlueTec

Seit vielen Jahren hat Mercedes diesen robusten Lastenträger im Programm, der die Transporter-Reihe mit Zulassungen als 6,0- oder 7,5-Tonner abrundet. Die wichtigste Weiterentwicklung bereits für das Modelljahr 2007 galt dem Motorenangebot: Die drei neuen Euro4-Motoren mit 95 kW/129 PS, 115 kW/156 PS sowie 130 kW/177 PS arbeiten nun nach dem BlueTec-Prinzip, das sich durch eine Absenkung der Rohemissionen auszeichnet. Das Ergebnis ist eine partikelarme Verbrennung bei reduziertem Kraftstoffverbrauch. Ein nachgeschalteter Rußpartikelfilter ist somit nicht notwendig. Weiterhin gibt es die Varianten als Kastenwagen, Fahrgestell mit Fahrerhaus, Pritsche, Doppelkabine sowie Kipper.

Zwei Jahre nach Markteinführung der dritten Sprinter-Generation bietet Daimler seit dem Sommer das seit längerem angekündigte Erdgas-Aggregat an. Im Wesentlichen stammt der neue Vierzylinder mit 1,8 Litern Hubraum aus der Erdgas-Limousine Mercedes E 200 NGT und wurde jetzt mit 115 kW/156 PS (maximales Drehmoment 240 Nm) auf die Betriebsbedingungen in der Nutzfahrzeug-Reihe abgestimmt. Zeitgemäß ist auch hier der Erdgas-Vorrat "unterflur" angeordnet. Dadurch wird kein Frachtraumvolumen verringert oder die Nutzung einer Pritsche beeinträchtigt. Eine Mindest-Reichweite von 250 Kilometern ist bereits in der Standard-Version des Sprinter 316 NGT möglich. Soll der Vorrat für Langstrecken reichen, besteht die Option für weitere drei Flaschen (Füllmenge insgesamt dann maximal 33 Kilogramm), doch dadurch steigt das Mehrgewicht von 170 auf 300 Kilogramm. Für die verfügbaren Nutzlasten bedeutet dies, dass bei mittlerem Radstand mindestens 1230 Kilogramm drin sein können, bei langem Radstand dagegen etwa 1100 Kilogramm.

VW Caddy in Lang-Version

Die Lieferwagenklasse dehnt sich weiter aus: Gegenüber dem bekannten Caddy mit seiner Länge von 4,41 Metern hat VW Nutzfahrzeuge eine um 47 Zentimeter gestreckte Alternative entwickelt. Dies soll, bei einem Radstand von nunmehr drei Metern, vor allem der Ladekapazität zugute kommen: 4,2 Kubikmeter bietet die lange Kasten-Variante bei einer Zuladung von maximal 800 Kilogramm ein neuer Top-Wert für die Lieferwagenklasse. Mit der Markteinführung des Maxi-Kastenwagens erweitert sich auch das Motorenangebot. Neben einem Ottomotor und jetzt zwei Diesel-Aggregaten wird der Maxi-Kastenwagen oder Kombi Ende 2008 auch in der EcoFuel-Version bestellbar sein, dann sogar statt 26 mit 37 kg Erdgas in Unterflur-Anordnung.

Das Testfahrzeug

Rund 1,3 Millionen Sprinter verkaufte Mercedes-Benz vom Modell Sprinter, bis 2006 der Nachfolger eingeführt wurde. Mit Erfolg das Nutzfahrzeug konnte mit vielen Neuerungen aufwarten und hat sich im Markt bewährt. Insgesamt bietet der Hersteller über eintausend Varianten des Sprinters an. Das aquagrüne Testfahrzeug Sprinter 311 CDI Pritschenwagen verfügt über drei Sitzplätze, 3665 Millimeter Radstand, Sechs-Gang-Schaltgetriebe und eine Stahl-Pritsche mit abklappbaren Aluminium-Bordwänden und Leiterträger ("Hirschgeweih") auf Stirn- und Heckseite der Pritsche sowie im Boden integrierte Verzurrösen. Das Ladevolumen beträgt 6,9 Kubikmeter.

Der dieselbetriebene Viertakter mit Common Rail Direkteinspritzung entwickelt 80 kW (109 PS) bei 3800 l/min und ist unter anderem ausgestattet mit einem Anfahrassistenten, höhenverstellbarem Lenkrad und diversen Airbags.

Teilnahmebedingungen:

Veranstalter der Aktion DDH Lesertest sind die Daimler AG und die Verlagsgesellschaft Rudolf Müller GmbH & Co. KG. Berücksichtigt werden nur Einsendungen, die bis zum 5. September 2008 bei der Verlagsgesellschaft Rudolf Müller GmbH & Co. KG eingehen. Teilnehmer werden schriftlich benachrichtigt. Von der Teilnahme ausgeschlossen sind Mitarbeiter der Gruppe Rudolf Müller und Mitarbeiter der Daimler AG. Barauszahlung und der Rechtsweg sind ausgeschlossen.

Thomas Dietrich

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 20/2008.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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