2009-09-15T00:00:00Z Rund um Aus- und Innenbau

Bei der Planung eines Dachgeschossausbaus spielt die Wärmedämmung eine wichtige Rolle. Zudem sollten die Möglichkeiten von Solartechnik bei der Planung berücksichtigt werden.

Welcher Dämmstoff?

Gut gedämmt ist halb geheizt. Gerade in Zeiten steigender Energiepreise ist eine optimale Dämmung wichtig. Da dies Energie spart, können für die Sanierung auch verschiedene Fördermöglichkeiten in Anspruch genommen werden. Es gibt drei verschiedene Gruppen von Dämmstoffen. Dazu zählen Materialien aus Glas- und Steinwolle, organisches Material aus nachwachsenden Rohstoffen wie Hanf und Dämmstoffe aus PUR-Hartschaum.

Der WärmeleitfähigkeitsGruppen-Wert (WLG) gibt dabei Aufschluss über die energetische Wirksamkeit des Dämmstoffes. Grundsätzlich gilt, je niedriger der WLG-Wert, desto besser der Dämmschutz.

Wie viel Dämmung wird benötigt?

Nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) wären es 18 Zentimeter Mineralwolle WLG 040. Die Dämmstoffhersteller bieten hierzu die unterschiedlichsten Lösungen an. Wer sich für weniger Dämmung als vorgeschrieben entscheidet, verstößt gegen geltendes Recht. In den meisten Fällen ist von Sparrenstärken von 16 Zentimeter auszugehen. Je nach Variante bedeutet das 14 beziehungsweise 16 Zentimeter Dämmung. Nach der EnEV müssen noch einmal 4-6 Zentimeter dazugerechnet werden. Dazu muss der Dachdecker aufdoppeln, denn für die Beplankung mit Gipskartonplatten benötigt man eine Lattung als Unterkonstruktion.

Was bedeuten U-Wert und k-Wert?

Beide beschreiben den so genannten Wärmedurchgangskoeffizienten von Bauteilen mit der Maßeinheit W/m2K. Der U-Wert ist lediglich der aktuellere Begriff. Der Wert beschreibt, wie viel Wärmeenergie in Watt (W) pro Quadratmeter (m2) Außenwand-, Fenster- oder Dachfläche verloren geht, wenn der Temperaturunterschied zwischen innen und außen ein Grad Kelvin (K) beträgt. Je niedriger der Wert, desto besser der Wärmeschutz und umso geringer der Wärmeverlust von innen nach außen. Schwere, dichte Stoffe wie beton haben einen hohen U-Wert; sie lassen viel Wärme durch. Leichte Materialien wie Holz, Ziegel oder Gasbetonsteine reduzieren den Wärmeverlust und halten die Energie im Gebäude.

Beim Ausbau oder Umbau eines Dachgeschosses ist es sinnvoll auch die Heizungsanlage zu erneuern. Günstig für den Bauherren ist, dass durch die verbesserte Wärmedämmung oft ein kleinerer Heizkessel ausreichend ist. Der Dachdecker sollte an diesem Punkt dem Auftraggeber als Alternative zu den konventionellen Heizsystemen auch die Nutzung von Solarenergie vorschlagen. Ob sich eher eine Solarthermie- oder Fotovoltaikanlage für das entsprechende Objekt eignet, liegt an Ausrichtung und Neigung des Daches. Dabei sollte der Dachdecker auch immer auf die staatlichen Förderungen verweisen.

Wie lässt sich das Raumklima positiv beeinflussen?

Allergien gegen Hausstaub-Milben, Pollenflug oder Schimmelpilze werden immer häufiger. Aus diesem Grunde ist eine gute Durchlüftung wichtig. Beim Lüften ist allerdings zu bedenken, dass dadurch weitere Reizstoffe in die Wohnräume gelangen können. Die schwankenden Temperaturen und Feuchtigkeitsgrade können zudem zu verstärktem Befall durch Mikroorganismen führen. Aus diesen Gründen empfehlen sich Lüftungssysteme zum kontrollierten Luftaustausch in Wohnräumen. Das geregelte Lüften führt zu einer gesünderen Raumluft und die Wahrscheinlichkeit von Schimmelpilzbefall wird reduziert. Außerdem werden Staubteilchen und Pollen durch die eingebauten Luftfilter fast vollständig zurückgehalten.

Durch die immer weiter ausgebauten Mobilfunkstationen, Satelliten, Hochspannungsleitungen, Funk- und Fernsehsender und Radaranlagen wird der Schutz vor der hochfrequenten, gepulsten Strahlung auch im Dachgeschossausbau zum Thema. Dieser so genannte Elektrosmog, der im Verdacht steht, schädlich zu sein, durchdringt die meisten Gebäudewände. Dennoch kann durch die Auswahl von Unterdeckbahnen und speziellen Dämmsystemen mit integrierter Schutzfunktion bis zu 99,9 Prozent der Strahlung abgehalten werden. Es gibt Systeme, die hochfrequente Wellen wie ein Spiegel reflektieren. Durch fachgerechte Erdung lassen sich niederfrequente Felder ins Erdreich ableiten. Aber auch im Hausinnern können Vorkehrungen gegen Elektrosmog getroffen werden. Spezielle Schutzplatten, die an Wänden, Decken, Böden und sogar an Fenstern und Türen angebracht werden können, halten den im Haus selbst produzierten Elektrosmog weitgehend ab.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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