Steildach 2013-08-09T00:00:00Z Sanierung live

Eine lückenlose Dämmebene um die gesamte Gebäudehülle ist das Idealziel einer jeden Maßnahme zur energetischen Verbesserung eines Gebäudes. Im Dachbereich bietet sich die fast durchdringungs- und einbindungsfreie Aufsparrendämmung an. Die Dachsanierung an einem Einfamilienhaus in Bergisch Gladbach zeigt, wie sich dies – bei vorausschauender Detailplanung – mustergültig umsetzen lässt.


Das freistehende Einfamilienhaus der Familie Kemper aus dem Jahr 1960 sollte eine grundlegende und umfassende energetische Sanierung erhalten. Das Sanierungskonzept sah neben der Außendämmung der Keller- und Geschosswände auch die Erneuerung der Dämmung und die Neueindeckung des Daches vor. Auch bei diesem Bauteil sollten dabei die wärmetechnischen Werte erheblich verbessert werden. Gemeinsam mit einem Gebäudeenergieberater, dem mit der Ausführung beauftragten Dachdeckermeister Markus Wegner und einem Fachberater der Industrie wurde aus den möglichen Systemen die für das Dach wirtschaftlichste und bauphysikalisch sicherste Sanierungsvariante entwickelt. Auf dieser Grundlage konnte die anwendungstechnische Abteilung des Herstellers der Aufdachdämmelemente alle Bereiche des Daches einer weitergehenden bauphysikalischen Untersuchung unterziehen und die notwendigen Empfehlungen für den neuen Dachaufbau geben. Dabei wurde berücksichtigt, dass die alte und nicht mehr funktionsfähige Glaswolle, die im Zuge der Ersteindeckung verlegt worden war, entfernt werden musste. Die im Spitzbodenbereich eingebaute 100 mm starke Mineralwolle war noch voll funktionsfähig und zudem sauber verlegt und konnte daher erhalten bleiben. Die unter diesen Rahmenbedingungen angestellten Berechnungen ergaben, dass die wirtschaftlichste Lösung mit einer Polyurethan-Aufdachdämmung in 160 mm Stärke erreicht werden konnte. Diese Dämmung erbringt im Wohnbereich – wo sie die alleinige Wärmedämmung darstellt – einen ausreichend hohen Dämmwert und sichert zudem im Bereich der vorhandenen Mineralwolle Tauwasserfreiheit. Der vorgeschlagene Systemaufbau sah weiterhin vor, eine Dampfsperre mit einem sd-Wert von 3 m oberhalb der Sparren zu verlegen. Da die Witterungsverhältnisse im Voraus nicht absehbar waren, wurde hierfür eine regensichere Bahn gewählt; diese sollte im Bedarfsfall einen abschnittsweisen und dennoch zügigen Arbeitsfortschritt ermöglichen und gleichzeitig während der Bauzeit einen sicheren Wetterschutz für die darunter liegenden ausgebauten Bereiche bieten. Bereits bei Arbeitsbeginn zeigte sich, dass diese vorausschauende Überlegung richtig war: Witterungsbedingt mussten die Arbeiten im Traufbereich als abschnittsweise Teilleistungen vorgezogen werden. Der weitere Verlauf der Arbeiten kam dann einem Beispiel aus dem Lehrbuch für Sanierungsmaßnahmen gleich.

Luftdichtheitsebene par excellence
Nachdem die alte Ziegeleindeckung, die Lattung und die Zwischensparrendämmung im unteren ausgebauten Bereich entfernt worden war, bereiteten die Dachhandwerker die Randbereiche so vor, dass ein umlaufend dichter Anschluss der Luftdichtheitsebene an die senkrechten Flächen des Außenmauerwerks möglich war und die Dämmelemente des Daches einen nahtlosen, wärmebrückenfreien Anschluss an die anschließend installierte Fassadendämmung bilden konnten. Die überstehende Mauerkrone am Ortgangbereich wurde abgestemmt und die Fläche geglättet. Im Traufbereich schnitten die Handwerker die Sparrenköpfe in der Flucht des aufgehenden Mauerwerks ab. Danach wurde die Dampfsperre über die Sparren hinweg verlegt. Für die sichere Stoßverbindung sorgten die integrierten Klebezonen an den Bahnenrändern. Der lückenlose, luftdichte Anschluss an die aufgehenden Massivwände wurde mit einem auf das Bahnenmaterial abgestimmten dauerelastischen Kartuschenkleber ausgeführt. Ein an der Traufkante befestigtes Schubholz in Dämmungshöhe bildete die Grundlinie und die Lagesicherung für die nun folgende Verlegung der Dämmelemente. Bei der daran anschließenden ersten Plattenreihe wurden die Federn entfernt und zur späteren Wiederverwendung verwahrt.

Adrian Wegner

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in Ausgabe DDH 15.2013.

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zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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