Markt 2012-04-13T00:00:00Z Schadstoffe und Verbrauch reduziert

Eine neue Motorengeneration agiert im Iveco Daily konform mit Euro5 oder dem noch strengeren EEV-Gütesiegel. Den Transporter T5 bringt VW dank BlueMotion-Technology auf einen Minimalverbrauch von 7 Liter pro 100 km. Durch einen Test lässt sich "erfahren", welche Details für die Kaufentscheidung wichtig sind.

Emissionsreduzierte Motoren standen in den letzten Jahren ganz oben im Pflichtenheft der Hersteller. Mit dem Modelljahr 2012 erfüllen jetzt alle Transporter die Grenzwerte der Abgasstufe Euro5. Doch auf der Suche nach einem neuen Nutzfahrzeug sollte man genau hinschauen, wenn ein "Schnäppchen" im Showroom oder im Hof des Händlers auf einen Käufer wartet. Auch im aktuellen Modelljahr können noch Restkontingente an Neufahrzeugen im Handel sein, die lediglich eine Euro4-Zulassung bekommen können.

Klar ist, dass auch diese Variante mit einer grünen Feinstaubplakette freie Fahrt für jede City-Region erhält. Die Motorentechnik gemäß Euro5 erreicht allerdings eine noch effizientere Schadstoffreduzierung. Dazu muss in der Entwicklung erheblich nachgelegt werden, denn Grenzwerte für Stickoxide (NOx) und Feinstaub (minus 80 %) verschärfen sich deutlich gegenüber Euro4. Für viele betagte Motorenkonzepte reicht ein Partikelfilter allein bei weitem nicht. Vielmehr müssen im Motoren-Management möglichst hohe Einspritzdrücke sowie für jeden Zündzyklus das jeweils ideale Luft-Kraftstoffgemisch elektronisch geregelt werden.

Wer sich also für einen modernen Euro5-Motor entscheidet, investiert in eine Technik, die bereits erheblich weiter in der Schadstoffreduzierung gekommen ist. Der Verkaufswert wird dies in einigen Jahren widerspiegeln. Von veralteter Technik wird man im September 2015 noch nicht sprechen können, wenn Euro6 mit nochmals deutlich verschärften Schadstoffgrenzen für die Typgenehmigung von Transportern verbindlich wird.

Iveco Daily: Euro5 oder besser

Für das Modelljahr 2012 fertigt Iveco die Transporter-Reihe des Daily mit schadstoffreduzierten Vierzylindern, die Euro5 bzw. das noch strengere EEV-Siegel erfüllen. Topmotor des neuen Daily ist ein 3,0-Liter-Diesel, der dank doppelstufigem Turbolader 150 kW/205 PS leistet und ein Drehmoment von stolzen 470 Nm anbietet. Die wichtigste Botschaft vom Testtag: Dieses Aggregat in Kombination mit dem 6-Gang-Getriebe verspricht Fahrspaß. Statt der maximal zulässigen Nutzlast von 1.310 kg waren im Hochdach-Daily mit integrierter Doppelkabine (siehe Foto) immerhin 1.000 kg an Fracht hinter dem Trenngitter verzurrt. Doch davon lässt sich die stärkste Daily-Variante nicht sonderlich beeindrucken recht flott erreicht der 3,5-Tonner trotzdem 90 km/h. Einen sympathischen Eindruck hinterlässt das breit nutzbare Drehzahlband, das ohne weiteres die Beschleunigung bei 50 km/h im fünften Gang zulässt und wenige Sekunden später auch noch bei 90 km/h den Willen hat, sich für den anstehenden Überholvorgang ins Zeug zu legen. Fünfter und sechster Gang sind als Overdrive ausgelegt und sorgen dafür, dass der Daily nicht wie ein Arbeitstier daherkommt, sondern geräuscharm und kultiviert seinen Job macht.

Diesel mit 3,0 oder 2,3 Liter Hubraum

Auch bei den schwächeren Versionen des Dreiliter-Motors mit 125 kW/170 PS oder 107 kW/146 PS ist die Übersetzung in den sechs Gängen so harmonisch abgestimmt, dass der Lastenträger in der City gut mithalten kann. Mit jeweils einer Tonne Nutzlast an Bord zeigen sich diese beiden Daily allerdings eher vom Frachtaufkommen beeindruckt vor allem dann, wenn 90 km/h erreicht sind und weitere Leistung erwartet wird.

Wer im Kastenwagen oder auf der Pritsche die angegebene Nutzlast von 1.100 kg (oder mehr) nicht komplett benötigt, mag mit dem 2,3-Liter-Diesel zufrieden sein. Der Turbo fördert bei diesem Hubraum 107 kW/146 PS, 93 kW/126 PS oder 78 kW/106 PS an den Antriebsstrang und war in der Einstiegsvariante zunächst nur mit einem 5-Gang-Getriebe kombiniert. Jetzt im Frühjahr 2012 ist auch hier die Handschaltung mit sechs Gängen Standard.

Die "Kleinen" müssen mit 270, 320 und 350 Nm deutlich mehr rotieren als ihre großen Brüder: Gleitet man beispielsweise mit dem schwächsten Triebwerk im 4. Gang bei 1.500 Touren mit 50 km/h dahin, lässt eine Order ans Gaspedal alle Wünsche offen. Deutlich besser gelingt der Beschleunigungsversuch allerdings nach dem Zurückschalten, denn bei 2.250 Umdrehungen zeigt sich der Turbo mitten in seinem Element. Geht es also nur um den Stadtverkehr, kann sich Kastenwagen oder Pritsche auch mit 106 PS behaupten.

EEV-Siegel für drei Aggregate

Die Dreiliter-Diesel mit 146 oder 170 PS erreichen mit noch schärfer gefassten Grenzwerten als Euro5 das EEV-Zertifikat (Enhanced Environmentally Friendly Vehicle). Eine neue mehrstufige Einspritzung optimiert den Verbrennungsprozess bei abgesenktem Motorgeräusch. Zur Emissionsreduzierung tragen auch das optimierte Abgasrückführ-System (AGR) und der serienmäßige Diesel-Partikelfilter bei. Die Erdgas-Variante des Daily ist ebenfalls EEV-konform: aus drei Liter Hubraum lassen sich 100 kW/136 PS und ein maximales Drehmoment von 350 Nm gewinnen. Mit knapp unter 15 Liter Benzin im Reservetank ist der Daily Natural Power als monovalentes Erdgasfahrzeug eingestuft für den Fachbetrieb mit Umwelt-Image eine Empfehlung.

Thomas Dietrich

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe DDH 09.2012.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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