Neben Biberschwanzziegeln, Reetdächern und Schieferdeckungen zeugt insbesondere die Bekleidung mit Holzschindeln von traditioneller Baukunst. Genau diese war bei der Sanierung einer Mühle aus dem 18. Jahrhundert gefragt. Um die Regensicherheit an der stark gewölbten Kappe herzustellen, mussten spezielle konische Schindeln verbaut werden.
Aufgrund ihrer Größe und Konstruktion zieht die ursprünglich 1764 in Bokel (Landkreis Cloppenburg) errichtete Kappenwindmühle die Aufmerksamkeit der Museumsbesucher ganz besonders auf sich. Wegen ihres hohen technik- und kulturgeschichtlichen Wertes steht die auch „Galerie-Holländer“ genannte Mühle unter Denkmalschutz. Bei ihr wird nur der Kopf – die Kappe – mit den Flügeln in den Wind gedreht. Die Bauidee kam aus den Niederlanden, und damit die Mühle genug Wind erhält, besitzt sie einen hohen Mühlenkörper, den eine Galerie umläuft, von der aus die Mühlenkappe in den Wind gedreht werden kann. Die bereits 1939 bis 1941 auf das Gelände des Museumsdorfs versetzte, inzwischen 250 Jahre alte Windmühle wies bis vor Kurzem gravierende Schäden auf, denen 2014 und 2015 in Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden und mit Förderung durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), private Spenden und das Land Niedersachsen mit einer grundlegenden Sanierung begegnet werden konnte. So wurden die vier Mühlenflügel erneuert, die wegen Schädlingsbefall und Verwitterung 2013 abgenommen werden mussten. Allen Maßnahmen lag als Grundsatz der größtmögliche Erhalt der Originalsubstanz zugrunde. Wo Ergänzungen und Ersatz unvermeidlich waren, orientierten sich die Neuanfertigungen am abgängigen Original. Freilichtmuseale Leitvorstellungen decken sich in dieser Hinsicht mit denen der Denkmalpflege.
Mühlenkörper vor dem Zerfall
Aber auch der Mühlenkörper war in seiner Außenhaut so stark geschädigt, dass dringend Gegenmaßnahmen ergriffen werden mussten. Die abgängige, nicht mehr regendichte und weitgehend wohl noch aus den 1940er Jahren stammende Holzverschindlung wurde im Frühjahr 2015 großflächig erneuert. Die Altschindeln hatten sich in ihren der Witterung ausgesetzten Bereichen nicht nur mehr oder weniger stark geworfen, sondern waren darüber hinaus in ihrer Mehrzahl so stark angerottet und zerfasert, dass sie keinen mechanischen Beanspruchungen mehr standhielten. Um den besonderen Anforderungen des Denkmalschutzes zu genügen und die Aussagekraft der Mühle als sprechendes Zeugnis der Technikgeschichte nicht zu schmälern, war es nötig, nach Muster der Altschindeln eigens neue Eichenschindeln anzufertigen.
Michael Schimek
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 14/2016.
