News 2010-04-30T00:00:00Z Schneider fordert höheres Sanierungstempo

Zwar können grundsätzlich alle Gebäude saniert werden, aber die Frage ist, mit welchem Aufwand, sprich: zu welchen Kosten. Angesichts kaum vorhandener Renditen auf dem Immobilienmarkt sind derartige Maßnahmen einfach nicht wirtschaftlich. Daher ist es in diesen Fällen sinnvoller, die Gebäude abzureißen und an derselben Stelle wieder neu aufzubauen. Daher wollen wir auch erreichen, dass der Ersatzneubau in die KfW-Förderung eingeschlossen wird." Diese Forderung erhob Karl-Heinz Schneider, Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, in seinerEröffnungsansprache anlässlich des Kongresses "Energieeffizienz im Gebäudebereich"; dieser hatte am 17. Februar 2010 mit fast 200 Teilnehmern und Teilnehmerinnen anlässlich der Bautec 2010 in Berlin stattgefunden.

Es ist zur guten Tradition geworden, dass zu Beginn der Meisterwoche ZVDH-Präsident Karl-Heinz Schneider aus der Arbeit des Zentralverbandes berichtet. In diesem Jahr stellte er die neuen Leitlinien der Verbandsarbeit in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Auf die sieben Säulen: Kommunikation, Organisation, Politik, Öffentlichkeitsarbeit, Berufsbildung, Betriebsführung und Recht sowie Fachtechnik gestützt, erklärte Schneider das Projekt. Weiterhin erläuterte er die Tarifpolitik sowie die Imagekampagne des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks e. V. (ZDH).

Dachdeckermeister und Auditor Josef Rühle, Geschäftsführer Technik beim ZVDH, ging anschließend auf den Stand der Fachregelarbeit ein. Zum Ende dieses Jahres kündigte er ein neues Fachregelwerk für Metallarbeiten an. Dabei betonte er, dass Unterschiede zum neuen Regelwerk des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima e.V. (ZVSHK) - trotz aller Bemühungen - nicht ganz vermieden werden konnten. In einem weiteren Vortrag behandelte Josef Rühle die Auswirkungen der Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) für das Dachdeckerhandwerk. Dabei erläuterte er die Energieverluste über die Hüllfläche (HT), ging auf die Bedeutung des sommerlichen Wärmeschutzes ein und wies auf die Forderung der Nachrüstpflicht bei der Dämmung der obersten Geschossdecke von Bestandsgebäuden hin. Es schloss sich eine rege Diskussion an. Zuvor hatte der Leiter der Produktentwicklung der Kalzip GmbH, Koblenz, Dr. Jürgen Neuwald, Metallsysteme zur Sanierung von Dachflächen sowie vorgehängte hinterlüftete Metallfassaden vorgestellt.

Dass man selbst von so genannten Dachhaien lernen kann, untermauerte Dipl.-Handelslehrer Peter Welter, Dozent am BBZ. Damit meinte er deren Marketingstrategie zur Kontaktaufnahme und zum Vertragsabschluss mit dem Kunden. Um im heutigen Verdrängungswettbewerb bestehen zu können, forderte er dazu auf, neue Wege zu beschreiten. Beispielhaft nannte er: eine systematische Kundenpflege, den Aufbau von Wechselbeziehungen und eine nutzenorientierte Beratung.

Die Nachfolgeplanung und Testamentsgestaltung war das Thema von Dipl.-Bankbetriebswirt Stephan Braun von der Ventus GmbH in Münster.

Die expansive Geldpolitik, Mängel im Risikomanagement und bei der Aufsicht bezeichnete Bundesbankdirektor Rainer Scherer, Regionalbereichsleiter Banken- und Finanzaufsicht bei der Bundesbank in Mainz - ganz selbstkritisch - als wesentliche Ursachen für die Bankenkrise. Den Ist-Zustand skizzierte er mit der Aussage, dass der Patient "Finanzsektor" die Intensivstation verlassen konnte und in ein normales Krankenzimmer verlegt wurde.

Die Gefahren am Bau durch den Konsum von Alkohol und Drogen schilderte Rechtsanwältin Kerstin Rueber aus Koblenz. Dabei zeigte sie unmissverständlich auf, wie groß die Verantwortung und das daraus erwachsene Risiko für den Arbeitgeber sind. "Bei Unfall infolge Drogenmissbrauchs wird eine fahrlässige Aufsichtspflichtverletzung angenommen", so die Rechtsanwältin. Einer der Höhepunkte der Tagung war zweifelsohne die Podiumsdiskussion zum Energiedach. Moderiert von Josef Rühle stellten sich Markus Schwarz (Roto) und Werner Ohnesorg (Nelskamp) den kritischen Fragen der Zuhörer. Zuvor hatten Sie ihre Solar-Systeme vorgestellt.

Für seine langjährige Tätigkeit am BBZ in Mayen, zuerst als Referent der Industrie, in den letzten sieben Jahren als DDH Redakteur, wurde Dipl.-Ing. Hans G. Rüschenpöhler (links) von Dachdeckermeister Artur Wierschem mit der Ehrennadel in Gold des Vereins ehemaliger Mayener Dachdecker-Fachschüler e. V. (VEM) ausgezeichnet.

Hans G. Rüschenpöhler

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zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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