Digitalisierung 2011-03-03T00:00:00Z Schule für den Betrieb

Der Beruf des Dachdeckers wird immer umfangreicher, die entsprechende Branchen-Software wächst mit. Dies erhöht den Bedarf an Schulungen und Support. Der Beitrag zeigt, wie Seminare ablaufen und wie Software-Hersteller auf den Marktwandel reagieren.

Die wachsende Bürokratie rund um die Unternehmenssteuerung bedeutet auch immer mehr Funktionen in den entsprechenden Software-Lösungen für die Branche. Programme mit dem Ansatz, möglichst alle Vorgänge des Betriebes zu erfassen, erweitern ihre Leistungspalette Jahr für Jahr. Nicht nur Einsteiger verlieren ohne entsprechende Unterstützung den Überblick oder nutzen die Programme nur oberflächlich. Die Lösung auf dem Weg zu einer effizienten Nutzung: sich Unterstützung holen. In unterschiedlicher Intensität haben die Hersteller von Software für Dachdecker ihren Support ausgeweitet, etwa durch Schulungen, Telefon-Support und Online-Hilfen via Rechner. Der Bedarf an Schulungen steigt, stellt Claudia Consoir-Taube von der Consoir GmbH fest: "Wir sind für unseren Erfolg darauf angewiesen, dass Kunden unser Programm nicht nur kaufen, sondern es wirklich verstehen und es dann weiterempfehlen. Schulungen sind für uns daher sehr wichtig und ein weiter wachsendes Thema."

Umgesetzt wird dieser Ansatz mit einer Hotline, einer Online-Fernwartung und einem dicht gestaffelten Seminarkalender am Firmensitz in Mönchengladbach, wo Veranstaltungen zu den verschiedenen Bereichen der Unternehmenssoftware Beta Dach durchgeführt werden. Zusätzlich werden Individualseminare in Betrieben vor Ort durchgeführt, die vor allem populär sind bei Fragen, die mit sensiblen Betriebsdaten zusammenhängen.

In die Betriebsstruktur eintauchen

Ortstermin: Seminarleiter Hans-Jürgen Amende blickt bei der Begrüßung auf Dachdeckermeister Alfred-Otto Schirp, der sich gemeinsam mit fünf weiteren Dachdeckern zum Thema "Lifebook" weiterbildet. Schirp, 62, ist Stammgast bei den Seminaren und setzt seine Software seit 1993 mit seinen Mitarbeitern intensiv ein. Er hat im Laufe der Jahre die komplette Entwicklung betrieblicher EDV miterlebt. Sein Fazit: "Die Nutzung von Software hat mir geholfen, meinen Betrieb besser zu steuern. Um alle wichtigen betrieblichen Abläufe über das Programm laufen zu lassen, waren aber einige Schulungen nötig." Deutlich wird, auch im Gespräch mit anderen Teilnehmern: Wer sich in ein Branchenprogramm einarbeitet, kommt nicht umhin, sich Gedanken über die eigene betriebliche Struktur zu machen. Konsequent angewendet, kann eine Betriebssoftware für deutlich mehr Transparenz sorgen. Das kann zu Beginn auch heißen, dass Schwächen aufgezeigt und Fragen aufgeworfen werden. Zum Beispiel nach der korrekten Kalkulation.

Dieses Thema, hat Claudia Consoir-Taube festgestellt, wird generell immer wichtiger. Das Unternehmen bietet deshalb seit einiger Zeit Seminare zu den Themen Deckungsbeitragsrechnung und Zeit/Terminplanung an, die inhaltlich über das Thema Software hinausgehen. Der Grund dafür, glaubt Consoir-Taube, liegt in der engen Verbindung von kompetenter Softwarenutzung und guter Betriebssteuerung. Und am Wettbewerbsdruck: "Dachdecker schreiben schon seit Jahren Angebote für den Papierkorb, weil der Preiswettbewerb härter geworden ist. Unter diesem Druck sinkender Margen ist es vielen passiert, dass die Aufträge nicht nur keinen Gewinn abwarfen, sondern Dachdecker zum Teil Geld zu den Aufträgen mitgebracht haben." Bei einer Software gehe es darum, wirklich alle produktiven Stunden zu erfassen, um sie dann auch abrechnen zu können. "Dachdecker müssen die Auslastung des Betriebs kennen, um zu wissen, wie viele Aufträge sie noch annehmen können. Oder zu vergleichen: Welcher von zwei Aufträgen ist wertvoller?"

Für die Anfänger unter den Seminarteilnehmern stehen andere Aspekte im Vordergrund. Ein Teilnehmer gibt zu, er habe Hemmungen sich mehrfach an den Support zu wenden man würde sich als unwissend outen. Für Lehrer Amende ein typisches Verhalten, das jedoch nicht zielführend ist. "Viele trauen sich nicht anzurufen, sie wollen das Problem selbst lösen. Das kann jedoch gerade zu Beginn viel Frust auslösen, den man vermeiden kann." Dem Seminarteilnehmer rät er: "Sie haben für den Support bezahlt, kontaktieren Sie uns."

Malte von Lüttichau

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 05/2011.

zuletzt editiert am 14. Januar 2021
Newsletter