Überraschend anders präsentiert sich das neue Freizeit- und Schwimmzentrum "Les Thermes". Die elliptische Form ähnelt einem Raumschiff, das unvermittelt in der Landschaft auftaucht. Seine markante Formgebung wirkt futuristisch und macht zugleich neugierig auf mehr.
Als interkommunales Schwimmzentrum bietet "Les Thermes" im luxemburgischen Strassen-Bertrange Attraktionen in den drei Themenbereichen Sport, Spiel und Entspannung. Insgesamt zeigt sich das Zentrum transparent, bietet tiefe Einblicke in das Gebäude und seine unterschiedlichen Angebote. In Nord-Süd-Orientierung ausgerichtet, wird innen wie außen in den Wasserfreizeitzonen die Sonneneinstrahlung optimal eingefangen. Homogen in die Grundstücksformung eingepasst, wird der in drei Ebenen umfassende Baukörper durch eine klassische Betontragstruktur getragen. Auch die Gründung der Schwimmbecken erfolgte in Beton, die Becken selbst wurden als Edelstahlwannen in diese Tragkonstruktion eingesetzt.
Weit gespannte Konstruktion
Eine komplexe Konstruktion aus Brettschichtholz-Bindern überspannt das gesamte Bad. Die Basis bildete hierbei ein Statikkonzept des Luxemburger Büros Communauté des Buraux d’Etudes Schroeder & Associés/TECNA. Hieraus entwickelte die mit allen Holz-, Dach-, Fassaden- und Innenausbauarbeiten beauftragte Ochs GmbH, Kirchberg, gemeinsam mit dem Büro Schroeder dann die Ausführungsstatik, alle Anschlüsse, Detaillösungen und Montagezustände. Das Basiskonzept unterteilt die Tragkonstruktion in Haupttragelemente mit Hauptbindern sowie Nebenträgern und Dachelementen. An die zwischen fünf bis 8,5 Tonnen schweren Hauptträger ordneten die Holzbauer im Fünfmeterraster die Nebenträger an. Die Aussteifung der so entstandenen Rahmenkonstruktion erfolgte über Windverbände, die teilweise in Stahl, teilweise in Holz als Scheibe ausgeführt wurden. Raumseitig erhielten die Gefache eine Innenverkleidung. In den Radien fertigte man diese direkt vor Ort nach Aufmaß. Die in den Ecken keilverzahnten, gebogenen Binder der Fassadenkonstruktion wurden jeweils in Betonpolygonen verankert. Hier erfolgte die Aussteifung durch zug- und druckfest angeschlossene Querpfetten oder durch zweilagige, versetzte Diagonalschalungen in einzelnen Feldern.
Geneigte Glasfassade
Neben dem Tragwerk für das Dach und die Fassade bildet die das Gebäude öffnende Glasfassade ein drittes statisches System in dem Bauwerk. Die bis zu zwölf Meter hohe Glaswand ist teilweise um 15 Grad nach außen geneigt. Dies trifft für die beiden Hauptfassaden, die parallel zur Hauptachse angeordnet sind zu. Die Glasfassade ist vor den Haupttragstützen angeordnet. Achsial vor den Haupttragpfosten sitzende Pfosten in 8/30 wurden oben mit gleitenden Abschlüssen ausgebildet. Damit die Fassade noch ausreichend belüftet werden kann, wurden die Riegel in 8/10 leicht schräg nach innen geneigt eingebaut. Vier verschiedene Maße bilden die Rasterung, wobei die Breite immer fünf Meter beträgt, unterteilt in drei Felder mit je 1,66 Meter und Höhen von einem, 1,60, 2,20 und 2,80 Meter. An Rundungen, Durchdringungen oder schrägen Abschlüssen kamen Passscheiben zum Einsatz. Alle verwendeten Gläser sind weitgehend foliert und erfüllen die notwendige Schallnormung. Die von außen montierten Aufsatzprofile wurden nach CAD-Plan gefertigt.
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 22|2010.