Digitalisierung 2012-08-20T00:00:00Z Software im Sturm

Wenn es draußen stürmt, geht es in Bedachungsunternehmen oft hoch her - eine Belastungsprobe für Mitarbeiter und die betriebliche Software. Unser fiktives Beispiel zeigt, wie ein Programm den Dachdeckermeister in einer Extremsituation unterstützt.

Die Nacht war, wieder einmal, viel zu kurz für Dachdeckermeister Bastian Klohs. Anstelle des Weckers hatte bereits um 4:20 Uhr das Telefon geklingelt und ein aufgeregter Hausmeister den ersten Sturmschaden gemeldet. Sturmschaden? Stimmt, es ist ungewöhnlich laut im Haus und ein Blick aus dem Fenster offenbart nichts Gutes. Der Regen peitscht waagerecht am Fenster vorbei und ein Ast liegt auch schon im Garten. Ab sofort muss alles schnell gehen. Kaum ist die Kaffeemaschine mit Wasser gefüllt, klingelt erneut das Telefon: Wasserschaden in der Grundschule.

Katastrophenmodus: an

Klohs schaltet die Kaffeemaschine wieder aus und den Katastrophenmodus ein. Ruckzuck anziehen, ein Sprint ins Büro auf der anderen Hofseite und die Computeranlage hochfahren. Heute wird der Telefonmonitor das wichtigste EDV-Programm sein. Dieser zeichnet alle eingehenden Anrufe samt Zeitpunkt und Telefonnummer auf und ermittelt die zugehörigen Adressen. Bestandskunden werden erkannt und samt Adresse, Dokumenten und Gebäudeinformationen sofort dargestellt. Unbekannte Nummern werden per Rückwärtssuche in telefonbuch.de aufgespürt. Für DDM Klohs ist dieser Unterschied am heutigen Tag entscheidend, da er hiermit noch vor dem Abheben des Telefonhörers erkennt, ob der Anrufer Kunde ist oder nicht. Letztere wandern bei Sturm an das Ende der Warteliste.

Prompt geht auch schon der dritte Anruf ein. Der Telefonmonitor zeigt das Bild der Stadtpfarrkirche und die Adresse des Pastors. Klohs ahnt Böses, hatte er die Kirche doch erst vor einem halben Jahr komplett umgedeckt und laut Regelwerk geklammert1. Der Pastor ist dementsprechend ungehalten und fordert neben göttlichem Beistand auch umgehend einen Reparaturtrupp an. Alles kein Problem, stünden doch nur die Mitarbeiter bereits auf dem Hof. Egal, jetzt gilt es kühlen Kopf zu bewahren. DDM Klohs startet den MF_Planer und schiebt die am Telefonmonitor erzeugten Reparaturaufträge auf den heutigen Tag. In diesem Moment klingelt es erneut. Altgeselle Peter meldet sich vom Pfarrhof, wie kann das sein? Der Sturm hatte ihm den Schlaf geraubt und ein Blick auf sein iPad küsste ihn endgültig wach. Über den firmeninternen WebServer hat der Altgeselle die Telefonanrufliste samt Reparaturaufträgen und Einsatzplanungen stets im Blick und wusste damit, woher der Wind weht.

Was tun mit den normalen Aufträgen?

Von nun an geht es Schlag auf Schlag. Anrufe entgegennehmen, Reparaturaufträge erzeugen und Mitarbeiter auf die Reparaturaufträge ziehen. Bereits um 7:00 Uhr ist der Tag verplant. Zum Vesper um 9 Uhr, das notgedrungen ausfallen muss, ist die Woche eingetaktet und noch lange kein Ende absehbar. Doch was tun mit den normalen Aufträgen? 3 Umdeckungen, 2 Flachdächer und unzählige Kleinaufträge waren verbindlich auf Termin zugesagt. Da hilft nur eines: Den Projektmodus in MF_Dach öffnen, alle betroffenen Bauherren herausfiltern und umgehend telefonisch über die Lage informieren. Anschließend in die Adressbearbeitung wechseln, Bestandskunden herausfiltern und per Serienbrief gleichfalls in Kenntnis setzen. Alle sonstigen Geschäftspartner erhalten eine Serien-E-Mail, wobei der Text des gedruckten Serienbriefes mit kleinen Modifikationen ein zweites mal zum Einsatz kommt alle Funktionen sind in der Dach-Adressverwaltung integriert.

Markus Friedrich

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe DDH 17.2012.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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