Eine Sporthalle in Nagold wurde wegen baulicher Mängel geschlossen. Bei der Begutachtung stellte sich heraus, dass Mängel an der Tragkonstruktion zu verzeichnen waren. Wir beschreiben, wie die Halle erneuert und energetisch saniert wurde.
Sicherheit sollte vorgehen vor allem dort, wo Kinder spielen. Dennoch ergaben Untersuchungen, die nach dem Unglück von Bad Reichenhall an Sporthallen in ganz Deutschland durchgeführt wurden, immer wieder bauliche Mängel und Altersabnutzung. Im baden-württembergischen Nagold musste die Sport- und Schwimmhalle der Lembergschule sogar zeitweise geschlossen werden, nachdem Mängel an der Tragkonstruktion festgestellt worden waren. Im Sinne der Sicherheit war es nötig, das gesamte Holzdach abzutragen und komplett neu aus Stahl aufzubauen. Gleichzeitig wurde die Dämmung des Gebäudes gemäß der EnEV verbessert und die alten asbesthaltigen Fassadenplatten durch eine hinterlüftete Aluminiumhülle in technischem Design ersetzt. Möglich gemacht hatte die Sanierung die finanzielle Unterstützung durch das Konjunkturpaket des Bundes.
Minimaler Dämmstandard
Graue Stahlbetonwände und weiße Faserzementplatten im Stil der Sechzigerjahre, schwergängige Fenster und ein Dach mit Holzbalken: Die Sporthalle in Nagold war schon deutlich sichtbar in die Jahre gekommen. Vor allem die sogenannten Leimbinder tragende Balken aus mehreren Schichten miteinander verleimter Bretter wurden langsam marode. Als schließlich einer von ihnen abgestützt werden musste, ließ die Stadt die Halle sperren.
Um langfristig die Sicherheit gewährleisten zu können, waren umfangreiche Umbaumaßnahmen notwendig. Gleichzeitig stand eine energetische Überarbeitung des Gebäudes an. "In den Sechzigerjahren gab es noch keine Wärmedämmvorschriften", erklärt Architekt Hans-Peter Bonasera, der mit dem Projekt betraut wurde. "Die Halle war deshalb nur minimal isoliert mit vierzig Millimeter dicken Holzwolleleichtbau-Platten, die direkt in die Betonmauern eingegossen worden waren." Im Rahmen des Konjunkturpakets II entschied sich die Gemeinde daher, die bauliche Sanierung der Sporthalle mit der energetischen zu verbinden.
Baugerüst als Regendach
Im Oktober 2009 begannen die Baumaßnahmen mit dem Abtragen der bestehenden Dachkonstruktion. Um zu verhindern, dass Feuchtigkeit durch die Öffnung dringt und die Halle oder das darunterliegende Schwimmbad beschädigt, musste auf dem Baugerüst ein Regenschutz installiert werden. Da der Hallenboden erhalten bleiben sollte, wurden zunächst Schutzmatten und Spanplatten verlegt. Darauf wurde dann ein durchgehendes Flächengerüst errichtet, das den Innenraum abschließt. Das Gerüst wurde mit Neigung zu den Längsseiten gebaut und mit einer Folie abgedichtet, die an den Rändern nach oben führte, so dass eine Art Wanne entstand. Mit Fallrohren verbundene Dachgullys sorgten für die Ableitung des Regenwassers. Dort, wo die Handwerker gerade arbeiteten, wurde die Folie zeitweise umgeschlagen und danach wieder abgedichtet. Das Flächengerüst diente auch als Arbeitsplattform, wodurch für den Dachbau keine Fassadengerüste notwendig waren.
Problematisch waren allerdings die Platzverhältnisse: Seitlich an der Halle führen Wege vorbei, die im Schulbetrieb vom Durchgangsverkehr genutzt werden. Vor dem Gebäude liegt eine Bushaltestelle, weshalb es nicht wie vorgesehen möglich war, auf der Straße einen Autokran zum Abtragen der alten Holzbalken und der Kupferdeckung sowie zum Einheben der Stahlträger abzustellen. Stattdessen legte man in der benachbarten Grünanlage ein vorübergehendes Fundament, damit dort ein Baukran aufgebaut werden konnte. Die neuen, zum Schutz gegen Korrosion beschichteten Träger wurden auf die Betonstützen montiert, die zuvor die Leimbinder getragen hatten. Um ihren sicheren Halt zu garantieren, brachte man entsprechende Verankerungen für die Konstruktion an. Insgesamt wurden über der 420 Quadratmeter messenden Hallenfläche 21 Tonnen Stahl verbaut.
Den ausführlichen Artikel lesen Sie in DDH Ausgabe 06|2011.