Steildach 2013-03-21T00:00:00Z Stählerner Alleskönner

Formen, biegen, falzen, bördeln der Werkstoff Metall lässt sich bedingt durch unterschiedlichste Materialstrukturen überall einsetzen. Die Verarbeitung fordert vom Dachdecker Präzision und Geschick. Der aktuelle Ratgeber bringt Sie auf den neuesten Stand der Material- und Verarbeitungstechnik.

Liebe Leserin, lieber Leser,

ob es glänzt, matt schimmert oder eine grüne Patina aufweist der Werkstoff Metall ist aus der modernen Architektur nicht mehr wegzudenken. Bereits vor Tausenden von Jahren fanden Metalle Einsatz im Bauwesen. Schenkt man Mythen und Legenden Glauben, so ist Tubal-Kain, Sohn des Lamech, der Vater des "Urmetalls". Als erstes gelang es ihm, Eisen von Erz zu trennen, so die hebräische Bibel. Grabungsfunde zeigen, dass Blei (chemisches Zeichen Pb) eines der ersten Metalle war, die sich die Menschen zunutze machten. Tatsächlich konnten im Zweistromland Schmuck, Bleiplatten und Münzen aus der Zeit um 4000 v. Chr. ausgegraben werden. Heute ist der Werkstoff Blei ein unverzichtbares Bedachungsmaterial. Er findet Anwendung auf Dachflächen, Fassaden und vor allem bei Anschlussarbeiten. Bei der Verlegung von Bleiblechen gibt es unterschiedlichste Verbindungsmöglichkeiten.

Ab Seite 8 stellen wir Ihnen die gängigsten Bleifalz-Verbindungen vor. Etwas "neumodischer" hingegen ist der Werkstoff Titanzink (ZN). Als Legierung aus Zink, Titan und Kupfer kommt er als gewalztes Blech in den verschiedensten Größen zum Einsatz. Zumeist wird die flächige Verbindung der einzelnen Bleche (Scharen) durch einfachen Falz, Steh- und Doppelstehfalz oder einfachen liegenden Falz ausgeführt. Ab Seite 14 zeigt der Beitrag "Richtig befestigt", was bei der Montage von Stehfalzscharen mit Haften zu beachten ist.

Auch das Weichlöten gehört zum grundlegenden Handwerkszeug des Dachdeckers. Doch oft ist das falsche Lötwasser zur Hand oder die zu verbindende Rinne ist vorbewittert. Wir zeigen, wie die Naht beim Weichlöten perfekt gelingt (ab Seite 18), und stellen die Materialverbindungen, Lote und Flußmittel übersichtlich als Tabelle vor (S. 21 bis 23).

Das wohl modernste Metall im Bauwesen ist neben Aluminium (Al) der nicht rostende Edelstahl. Ab 1920 in der Medizin und Industrie eingesetzt, bekleidete Architekt William von Ahlen 1929 das stufenförmige Dach des Chrysler Building mit dem Metall. Bis heute kann man sich bei einem Besuch in New York von der Langlebigkeit des Stahls überzeugen. Warum sich Edelstahl für den Hochbau durchgesetzt hat und wie er verarbeitet wird, lesen Sie ab Seite 38. Das brandheiße Thema "Brandschutzmaßnahmen und Vorschriften an vorgehängten hinterlüfteten Fassaden" steht im Mittelpunkt des Beitrags ab Seite 44. Ausführliche Tests belegen, dass die VHF keineswegs gefährdet ist, wie zuweilen behauptet wird. Erfahren Sie außerdem, wie Sie durch das Anordnen von horizontalen Brandsperren das Ausbreiten eines Feuers sinnvoll bekämpfen.

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen Michael Zenk

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zuletzt editiert am 11. Dezember 2020
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