Arbeitssicherheit 2009-10-12T00:00:00Z Stahlseile wie Bindfäden

Das Thema Sicherheit besitzt zahlreiche Aspekte von der Ausrüstung über Fallhöhen bis zur korrekten Verhaltensweise kann auch dem erfahrenen Dachdecker leicht ein Fehler unterlaufen.

Grund genug für Initiator Marc Peschel, seine Mitstreiter von der "Gilde" dem Arbeitskreis junger Dachdecker im Verband Nordrhein mit einem Vortrag auf den neuesten Stand zu bringen. Peschel hatte den vortragenden Wolfgang Schäper bei der BG Bau Experte für das Thema PSA gegen Absturz bereits bei einem dreitägigen Sachkundelehrgang für PSA kennengelernt und für die Veranstaltung gewinnen können.

Schäper erläuterte zu Beginn seines detaillierten Vortrages die aktuellen Sicherheitsanforderungen an die PSA. Das alte GS-Zeichen wurde inzwischen vollständig durch das europäische CE-Symbol abgelöst. Der Vortrag zeigte anschaulich die Stärken und Schwächen der verschiedenen Systeme auf. Nachdrücklich erinnerte Schäper daran, die Produkte nicht Zweck zu entfremden. Allein für horizontale Belastungen ausgelegte Rückhaltesysteme etwa bergen enormes Gefahrenpotenzial, wenn sie als Absturzsicherung genutzt werden. Viele gängige Auffangsysteme wiederum seien nur für den freien Fall ausgelegt und daher nur bedingt für Steildächer geeignet. Zu beachten, so Schäper, sei generell die mögliche Absturzhöhe vom Dach. So kann zum Beispiel die Kombination von Verbindungsmittel einschließlich Falldämpfer, unter Berücksichtigung der maximal zulässigen Aufreißstrecke des Falldämpfers und der Körpergröße einen Standplatz bis zu 6,25 Meter Höhe erfordern, um die sichere Wirkungsweise des Systems zu gewährleisten.

Kantenbeanspruchung vermeiden

Drastisch zeigten die Filmaufnahmen einer Testreihe des Fachausschusses PSA, wie schnell vermeintlich sichere Konstruktionen den Belastungen bei unsachgemäßer Nutzung nachgeben: Seile in unterschiedlichen Materialien und Stärken wurden unter anderem in einem Pendelsturz über verschiedene Kanten Beton, Trapezblech, Stahlträger und Holz mit 100 Kilogramm Gewicht beansprucht. Das alarmierende Ergebnis: Nahezu alle Chemiefaserseile, und auch Stahlseile, zerschnitten an den Stahl-/Betonkanten wie Bindfäden. Schäper appellierte an die Zuhörer, nur speziell dafür geprüfte Produkte zu verwenden oder Kantenbeanspruchung gleich ganz zu vermeiden.

Den ausführlichen Artikel finden Sie in DDH 7/2007.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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