Außenbauteil-Luftdurchlässe (ALD) für die freie Lüftung werden für den Blower-Door-Test zum öffentlich-rechtlichen Nachweis nach GEG nicht mehr abgedichtet, dazu gibt es geänderte Bezeichnungen für Kennwerte und Bezugsgröße.

11. January 2021 | Teilen auf:

Neues Gesetz, neue Messnorm

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) hat die Messpraxis bei Blower-Door-Tests geändert. So wird die Gebäude-Präparation deutlich einfacher. Gleichzeitig bildet sie Gebäudeöffnungen weitgehend im Nutzungszustand ab und liefert dadurch Ergebnisse, die realistischere Rückschlüsse auf die Energieeffizienz eines Gebäudes zulassen.

Die Details regelt die DIN EN ISO 9972:2018 mitsamt ihrem nationalen Anhang. Mit Inkrafttreten des GEG wird sie zur in Deutschland geltenden Messnorm für öffentlich-rechtliche Nachweise der Gebäude-Dichtheit. Eine Erleichterung für Messdienstleister besteht laut Fachverband Luftdichtheit im Bauwesen (FLiB e. V.) darin, dass künftig das Abdichten von Öffnungen für die freie Lüftung entfällt. Zudem sorgen drei Checklisten im nationalen Anhang NA für größere Klarheit bei der Gebäude-Vorbereitung: In ihnen können Messende für alle üblichen absichtlich vorhandenen Gebäudeöffnungen ablesen, wie sie diese im Sinne der Norm präparieren müssen.

Blower-Door-Tests für den öffentlich-rechtlichen Nachweis dürfen erst durchgeführt werden, wenn die Luftdichtheit der Gebäudehülle einschließlich sämtlicher Durchdringungen tatsächlich fertiggestellt ist. Um sich mit allen Neuerungen vertraut zu machen, empfiehlt der Fachverband den Messenden, einschlägige Fortbildungsveranstaltungen zu besuchen. Der Verband selbst bietet dazu eine Reihe von Online-Seminaren an. Für Bauvorhaben, deren Bauantrag bereits vor dem Inkrafttreten des GEGs am 1. November 2020 eingereicht wurde, wird es weiterhin „EnEV-Schlussmessungen“ nach DIN EN 13829 geben.

www.flib.de