News 2010-04-26T00:00:00Z Starke Gemeinschaft rund ums Dach

Die Dachdecker-Einkauf West öffnet sich dem Zimmererhandwerk. Sichtbares Zeichen dieser Neuausrichtung ist die Namensänderung in "DEG Dach-Fassade-Holz eG". Einen entsprechenden Beschluss fassten die Mitglieder auf der im Kurhaus Bad Hamm tagenden Generalversammlung.

"Dachdecker und Zimmerer - diese beiden Gewerke gehören zusammen, wie auch der Erfolg der DACH+HOLZ 2008 gezeigt hat", erläuterte Aufsichtsratsvorsitzender Markus Happe. Das Dachdecker- und das Zimmererhandwerk hatten sich erstmals gemeinsam im Frühjahr 2008 auf dieser Messe in Stuttgart erfolgreich präsentiert. "Hier wächst zusammen, was zusammen gehört", brachte es Vorstandssprecherin Edith Weerd auf den Punkt. Schließlich werde der Holzbau an den Schulungszentren beider Gewerke gelehrt. Holz- und Holzwerkstoffe befänden sich zudem bereits seit langem im Lieferprogramm der Hammer Genossenschaft. In diesem Segment will die "DEG Dach-Fassade-Holz eG" mit dem Ausbau ihrer Holzaktivitäten in 2009 verstärkt Flagge zeigen. Zusätzlich im geschäftlichen Fokus für die kommenden Jahre sind alle energetischen Themen rund um Dach und Fassade mit nochmals gesteigerten Aktivitäten im Bereich Photovoltaik und Solarthermie. "Wir wollen weiterhin erste Adresse für das Handwerk rund ums Dach sein", betonte Weerd. Gute Marktchancen verspricht man sich angesichts der Neubauflaute auch bei der Renovierung des Gebäudebestands. Trotz der düsteren Konjunkturprognosen gelte es "nicht den Mut zu verlieren", mahnte Aufsichtsratsvorsitzender Markus Happe. "Wir Handwerker sind alle Realisten mit einem deutlichen Hang zum Optimismus."

Gut in 2008 behauptet

"Die Dachdecker-Einkauf West hat sich im Jahr 2008 gut behauptet und ein zufriedenstellendes Ergebnis erwirtschaftet", bilanzierten Vorstandssprecherin Edith Weerd und ihr Vorstandskollege Andreas Hauf in ihren Rechenschaftsberichten. Getreu dem Motto "Gemeinschaft stärkt und Stärke schützt" habe sich der Vorteil einer Mitgliedschaft in der Genossenschaft für die Dachdeckerbetriebe wiederum eindrucksvoll bewiesen. Als Bindeglied zwischen Industrie und Dachbauhandwerk sei ihr Unternehmen "Garant für Stabilität und Sicherheit und ebne den Weg zum gemeinsamen Erfolg".

Der geschäftliche Erfolg im Geschäftsjahr 2008 wird in folgenden wichtigen Kennzahlen deutlich. Das genossenschaftlich organisierte Unternehmen erwirtschaftete in einem durch Verdrängungswettbewerb gekennzeichneten Markt einen Gesamtumsatz in Höhe von 171,6 Mio. Euro. Nach der überdurchschnittlichen Umsatzsteigerung des Jahres 2007 von plus 9,4 Prozent liegt der Gesamtumsatz in 2008 damit um 2,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Sonderkonjunktur durch den Sturm "Kyrill" zu Anfang des Jahres 2007 hatte im Dachdeckerhandwerk und bei der Dachdecker-Einkauf West bis weit in die erste Hälfte des Jahres 2008 für volle Auftragsbücher gesorgt.

Darüber hinaus wurde das Umsatzergebnis 2008 durch weitere Faktoren aus dem Jahr 2007 wesentlich beeinflusst, verdeutlichte die Vorstandsprecherin. Durch die Normalisierung der Lieferzeiten im Bereich der Dämmstoffe sei es zu gesunkenen Einstandspreisen gekommen. Noch deutlicher seien die an der Londoner Börse gehandelten Metalle, insbesondere Zink, Kupfer und Blei, unter Druck geraten. "Die daraus resultierenden drastischen Preisbewegungen hinterließen im angelaufenen Jahr deutliche Spuren in unserer Umsatzstatistik", so Hauf.

Die Vermögens- und Finanzlage ist wie in den Vorjahren geordnet. Das erwirtschaftete Betriebsergebnis versetzt die Genossenschaft in die Lage, ihr Eigenkapital aufzustocken und ihre Mitgliedsbetriebe mit einer Warenrückvergütung von 3,7 Mio. Euro vom Mitgliederumsatz am wirtschaftlichen Erfolg zu beteiligen. Der Jahresüberschuss beläuft sich auf 2,7 Mio. Euro. Darüber hinaus zahlten sich die Anstrengungen bei der Mitgliedergewinnung und -bindung weiterhin aus, erläuterte Andreas Hauf. 75 Neuzugänge gab es in 2008.

Wichtigste bauliche Investitionen in 2008 waren der Neubau des Schulungs- und Bürogebäudes in Bochum sowie der Erweiterung der Zweigniederlassung in Krefeld. Die Planungen für 2009 sehen hier im Wesentlichen die Fertigstellung der Um- und Ausbaumaßnahmen der Zweigstelle Solingen, den Neubau der Zweigniederlassung Wuppertal sowie die weitere Projektierung der Zweigniederlassung Bovenden vor.

Wiederum positiv und vorteilhaft habe sich auch die Zusammenarbeit innerhalb der ZEDACH-Gruppe entwickelt, ergänzte Aufsichtsratsvorsitzender Markus Happe. Die ZEDACH eG, 1963 gegründete Zentralgenossenschaft des Dachdeckerhandwerks, vereint alle sechs deutschen Dachdecker-Einkaufsgenossenschaften und hat ihren Sitz ebenfalls in Hamm. Die Zentralgenossenschaft mit ihren rund 2.100 Beschäftigten hat über 6.000 Handwerksbetriebe als Mitglieder und über 130 Verkaufsstellen in Deutschland, Tschechien, Polen und Luxemburg. In 2008 erwirtschaftete die ZEDACH einen Umsatz von 1,03 Mrd. Euro.

Nach dem Bericht von Markus Happe über die Tätigkeit des Aufsichtsrats und über die gesetzliche Prüfung stellte die Generalversammlung den Jahresabschluss 2008 fest. Vorstand und Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Wieder in den Aufsichtsrat gewählt wurden Dirk Bollwerk (Rees), Laurenz Meyer (Hamm) und Bernd Pries (Essen). Dank und Anerkennung galten schließlich den Jubiläumsbetrieben für 60-, 50-, 40- und 25-jährige Mitgliedschaft.

Gastvortrag von Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen

Den abschließenden Gastvortrag hielt in diesem Jahr Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen. Sein Thema: "Wirtschaft und Soziales Eine Generationenbilanz". Roter Faden seiner Rede waren die "Schulden, die man macht und solchen, die man nicht sieht". Auf 63 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt sei der Schuldenstand nach Angaben des Steuerzahlerbundes angesichts der Finanzmarktkrise angestiegen. Sein wichtigster (und einziger) Tipp für Anleger: "Lege nicht alle Eier in einen Korb!" Krisen werde es immer gegen, relativierte er den aktuellen Wirtschaftseinbruch als eine von vielen. Weitaus problematischer seien die gesellschaftlichen Herausforderungen, die sich aus der demografischen Entwicklung ergeben. Gefordert sei eine Generationen gerechte Lösung unserer stetig steigenden Schulden.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021