Glatt, schlicht und schick präsentiert sich ein Schieferdach mit seinen symmetrischen Fugen in Cochem an der Mosel. Dachdeckermeister Stefan Hofmann reduzierte das wasserdichte Unterdach nach den Plänen der Bauherrin auf das Wesentliche.
An der Mosel in Cochem entstand ein Einfamilienhaus von schnörkelloser Eleganz und reizvoller Nutzung der Hanglage. Das Haus öffnet sich mit seinen Wohnräumen zu den unverbaubaren Außenbereichen und Grünzonen. Die großzügige Garage mit Nebenräumen ist dem Wohnbereich schützend vorgelagert in den Hang hineingebaut. Das nur 26° geneigte Dach ragt nicht zu hoch hinaus. Dennoch: Von der oberen Erschließungsstraße aus betrachtet, geht kein Blick an diesem eleganten und glatten Dach vorbei. Die Bauherrin, eine Architektin, war sich der besonderen Dachsituation bewusst. Das Dach sollte schlicht als Dachfläche ansprechend gestaltet sein und den Charakter des Hauses unterstreichen. Zuerst war ein Glattziegel geplant, doch am Ende entschied sich die Eigentümerin für die Symmetrische Deckung mit Schiefer, welche eigentlich nur an der Fassade zum Einsatz kommt. Ein Argument zu dieser Materialwahl war die völlig stufenlose und ebene Deckung, zudem ist Schiefer ein regionaltypisches Dachdeckungsmaterial an der Mosel.
Von der Fassade auf das Dach
Die Symmetrische Deckung mit Klammertechnik ist eine reine Werksteinfassade. 1 cm dick und mit maximalen Plattenmaßen von 60 × 60 cm ist diese Schieferfassade im Natursteinsektor eine wettbewerbsfähige Lösung. Wird sie jedoch mit ihren offenen Kreuzfugen gekippt und auf ein geneigtes Dach projiziert, benötigt sie ein aufwendiges wasserdichtes Unterdach. Nachdem die Entscheidung auf die Symmetrische Deckung fiel, galt es für die Architektin, zunächst eine Lösung zu finden, die Kosten, Technik und Gestaltung optimal miteinander verbindet. DDH Leser können sich vielleicht an einen Fachbericht in DDH 23/2009 erinnern. Damals wurde das erste Dach mit einer Symmetrischen Deckung gezeigt. Zur Erinnerung: Bei diesem Dach in Luxemburg wurde die komplette Fassade mit all ihren Bestandteilen auf ein Dach projiziert. Darunter wurde ein eigenständiges wasserdichtes Unterdach gebaut. Erst unter dieser eigenständigen Kaltdachkonstruktion befand sich die belüftete wärmegedämmte Konstruktion des ausgebauten Dachgeschosses. Diese Konstruktion war fachtechnisch zwar einwandfrei, aber durch ihre vielen Lagen sehr dick und aufwendig.
Gerard Halama
Den ausführlchen Beitrag lesen Sie in DDH 03/2013.