2010-08-06T00:00:00Z Talentierter Lückenschließer

Overath im Bergischen Land war in diesem Jahr Schauplatz des Nutzfahrzeugtests. Dachdeckermeister Thomas Marreck fuhr den Fiat Doblò Cargo drei Wochen zur Probe und prüfte, wie gut der Kleintransporter zu seinem Betrieb passt.

Thomas Marreck aus Overath im Bergischen Land hatte sich ganz kurzfristig beim DDH Leser-Nutzfahrzeugtest beworben. "Die Bewerbung ging direkt vor dem Einsendeschluss raus, das war dann schon eine Überraschung, als so schnell eine Rückmeldung kam", erzählt Marreck kurz vor dem Ende des Testzeitraums.

Der Grund für die Teilnahme war ein praktischer. Schon länger spielte er mit dem Gedanken, für seinen Betrieb mit zwei festen Mitarbeitern plus aktuell einem Praktikanten in einen Kleintransporter zu investieren. "Bei mehr Mitarbeitern wäre die Entscheidung bereits dafür gefallen, bei meiner Betriebsstruktur hatte ich mich bis jetzt aber gegen ein weiteres Fahrzeug entschieden." Da kam der Test mit dem Fiat Doblò Cargo gerade recht, um die Praxis-Probe aufs Exempel zu machen.

Der bisherige Fuhrpark des Dachdeckermeisters besteht aus einem Mercedes-Benz Vito, den Marreck überwiegend selbst fährt, sowie einem VW Crafter. Das Aufgabenprofil des Testmodells war klar umrissen: Kundentermine, Fahrten zu Baustellen sowie Besorgungs- und Reparaturfahrten standen auf dem Programm. "Für solche Fahrten bietet sich natürlich ein kleinerer Wagen an, das spart Kosten im Unterhalt und erleichtert in Städten die Parkplatzsuche."

Mit Übersicht gut vom Fleck

In der Praxis gefiel Marreck, der Motorleistung wichtig findet, der gute Vortrieb des 74 KW-Aggregats. Auch die Topographie des Bergischen Landes überforderte den Kastenwagen nicht, der Fiat kam "gut vom Fleck." Das Fahrgefühl beschreibt Marreck als "angenehm", das Fahrwerk empfand er als "relativ hart" abgestimmt. Als Pluspunkt bei der Fahrzeugführung notierte der Dachdeckermeister die gute Rundum- und Spiegelsicht in der getesteten Version hatte der Fahrer den direkten Durchblick mit Rückspiegel. Durchblick vermittelte auch die akustische Einparkhilfe, auf die Marreck beim nächsten eigenen Nutzfahrzeug nicht mehr verzichten möchte.

Überhaupt verdiente sich die umfangreiche Sonderausstattung des gestesteten Modells (siehe Infokasten) ein Lob. Tester Marreck, der im Jahr auf gute 25.000 Kilometer kommt: "Für Vielfahrer ist das Fahrzeug auch eine Art Arbeitsplatz, da ist der eine oder andere Euro mehr durchaus gut investiert. Wichtig ist mir der Fahrkomfort, ich will nicht abends aus dem Auto aussteigen und ein Rückenleiden haben." In dieser Disziplin schlug sich der Fiat zwar wacker, geriet jedoch in punkto Beinfreiheit an seine Grenzen. 1,90 Meter-Mann Marreck fand noch bequem hinter dem Lenker Platz Lehrling ??((Name)) konnte mit 1,95 Meter Körperlänge nicht langstreckentauglich sitzen.

Als unkompliziertes Auto für den Chef gefiel der Doblò Cargo auch wegen seiner Multimediaausstattung inklusive USB-Port: "Als Termin- und Baustellenfahrzeug ist das praktisch für den Chef, zum Beispiel wenn er ein Notebook dabei hat." Im Innenraum fiel außerdem die Armlehne positiv auf, darunter hätte Marreck sich noch eine zentrale Ablagefläche gewünscht.

Zugqualitäten blieben ungetestet

Verbesserungspotenzial sah Marreck beim gestesteten Fahrzeug in der zumindest beim Einlegen des ersten Ganges zuweilen hakeligen Schaltung. Vermisst wurde in der Testversion außerdem eine Anhängerkupplung. "Da ich viel und gerne mit Hänger fahre, hätte ich den Fiat gerne mal auf seine Zugqualitäten getestet. Einen kleineren Hänger mit einer Tonne Gesamtgewicht sollte ein kleiner Transporter noch wegziehen können."

Beim Thema Transport verdiente sich der Kastenwagen ansonsten überwiegend Pluspunkte. Im geräumigen Laderaum fielen dabei besonders die integrierten Verzurrösen positiv auf. Den Kunststoffboden würde Marreck mit einem handwerkertypischen Holzboden, der weniger rutschig ist, verkleiden. Platz, so Marrecks Einschätzung, um den Laderaum effizient zu nutzen, wäre im Laderaum für ein Sortimo-Regal.

Betriebliche Flexibilität erhöht

Hat der Praxistest nach drei Wochen Antworten gegeben, ob ein Kleintransporter in die Betriebsstruktur von Thomas Marrecks Dachdeckerei passt? "Ideal ist der Wagen für einen Betrieb ab vier Mitarbeitern er erhöht dann die betriebliche Flexibilität. Wenn man mit zwei Transporter- Kolonnen à zwei Mann fährt, passt er als drittes Auto perfekt für alle sonstigen Fahrten. Alternativ kann man auch drei "Kleinkolonnen" bilden und Reparaturaufträge zügig abarbeiten. Insgesamt war es sehr praktisch, zu Terminen mit einem kleinen Wagen zu fahren, auch mit Blick auf die Parksituation, etwa in Köln, wo ich relativ häufig bin. Alles in allem: Ich werde es mir noch einmal gründlich überlegen, nicht doch einen Kleintransporter anzuschaffen."

Fazit: Sinnvolle Ergänzung für den Fuhrpark

Kleintransporter schließen Lücken in Betrieben sie glänzen, wenn Mobilität, kompakte Maße und unkompliziertes Fahren gefordert sind. Fiats Doblò Cargo bietet sich als Fuhrpark-Ergänzung für Baustellen- und Terminfahrten sowie als Einsatzfahrzeug für kleinere Arbeiten an. Fiat bietet rund 400 Fahrzeugkonfigurationen in den Ausstattungsvarianten Standard und SX für die komplett neu entwickelte zweite Generation des Doblò Cargo an. Das gestestete Modell konnte insgesamt als moderner Kleintransporter überzeugen, einen kleinen Minuspunkt notierte unser Tester für die Schaltung.

Malte von Lüttichau

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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