Flachdach 2009-09-15T00:00:00Z Tatort Baustelle

Ihre Meinung ist uns wichtig - so kündigten DDH und Velux eine DDH Leseraktion an. Vier Dachdeckermeister testeten den Einbau eines neuen Flachdach-Fensters, das auf der BAU 2009 offiziell vorgestellt wird. Die Dach-Experten schauten dabei auf jedes Detail.

Der Einbau live auf einer Baustelle in Kiel drohte am Vorabend noch ins Wasser zu fallen. Heftige Regenfälle sorgten in Hamburg und Umgebung. für Dauereinsatz der Feuerwehr. Dennoch entschlossen sich die Velux-Verantwortlichen den Praxistest nicht in die Schulungshallen zu verlegen. Die für die Aktion ausgewählten Dachdeckermeister und DDH Abonnenten Marc Clemens, Norbert Mix, Willi Horner und Michael Lotz nahmen es ohnehin gelassen: "Wir sind wetterfest!". Sie hatten sich auf den Aufruf in DDH 17/08 beworben ein neues Flachdach-Fenster im Praxistest zu begleiten. "Tatort" für den Testeinbau war die Baustelle einer Mehrfamilienhaussiedlung in Kiel. Der dort verantwortliche Dachdeckerbetrieb von Schleswig-Holsteins Landesinnungsmeister Manfred Arp hatte sich zum Testeinbau bereit erklärt. Bei klirrender Kälte aber strahlendem Sonnenschein analysierten und diskutierten unsere "Test-Dachdecker" gemeinsam mit den Velux Produktverantwortlichen die Eigenschaften des neuen Fensters.

Der Steildachfenster-Spezialist Velux wagt sich ab Februar 2009 mit einem konkurrenzfähigen Wohnfester aufs flache Dach. Einsatzfelder sind flache oder flachgeneigte Dächer (0-15 Grad), ein Schwerpunkt dürften Verwaltungs- und Bürogebäude werden. Das Fenster eignet sich für Neubau- und Sanierungsmaßnahmen. Das Fenster gibt es in zwei Ausführungen. Die starre Variante CFP mit Aufsetzkranz inklusive Scheibe und Kuppel (klar oder durchsichtig) sowie die elektrische Variante CVP mit Lüftungs-/Öffnungsfunktion sowie nicht sichtbarem integriertem Motor, Regensensor und Elektro-Fernbedienung. Der 15 Zentimeter Aufsetzkranz besteht aus PVC mit Styroporeinlage und sehr guten Wärmedämmwerten (U=1,4W/(m²K) für das gesamte Element). Die Isolierglas-Scheibe besteht aus Verbund-Sicherheitsglas. Die Kuppel besteht aus Acryl zum Schutz vor Witterungseinflüssen. Velux wird das Fenster zunächst in sechs Größen anbieten von 60cmx60cm bis zur größten Variante 120cmx120cm. Als Zubehör wird ein Faltstore in zwei Farben (weiß und beige) angeboten. Das Unternehmen gibt auf das Fenster 10 Jahre Garantie. Als Lieferzeit wurde ein Zeitraum von fünf Arbeitstagen in Aussicht gestellt.

Gedrängel auf dem Dach

"Soviele Fachleute haben mir ja noch nie auf die Finger geguckt," scherzte Detlef Poppitz, für den Einbau verantwortlicher Dachdecker der Firma Arp, beim Anblick der Testbegleiter. Von der Verpackung bis zum Funktionstest des Regenradars wurde alle Einbauschritte begutachtet und diskutiert. Dabei gab es neben viel Zuspruch auch noch einige Verbesserungsvorschläge. So wurde der Aufsetzkranz mit 15 Zentimeter als zu niedrig angesehen und die fehlende Möglichkeit der nächträglichen Aufrüstung mit elektronischen Elementen bedauert. Insgesamt allerdings waren die vier Bedachungsunternehmer von der technischen Reife des neuen Fensters überzeugt. Auch Oliver Steinfatt, Leiter Produktmanagement Fenster bei Velux , zog eine positive Bilanz des Testeinbaus: "Es gibt doch immer noch das eine oder andere Detail, das erst in der praktischen Anwendung eine größere Bedeutung bekommt. Hier waren die Rückmeldungen der erfahrenen Dachdecker sehr hilfreich. Besonders haben wir uns natürlich über den Zuspruch zum neuen Flachdach-Fenster gefreut. Das lässt uns der Markteinführung sehr optimistisch entgegenblicken". Neben dem fachlichen Austausch beeindruckte auch der gesellige Teil die Dachdecker. Beim abschließenden Abendessen direkt am Elbufer in Hamburg gab es viel Zuspruch für die Aktion von DDH und Velux. "Endlich hat uns mal jemand vorher gefragt, bevor er ein Produkt im Markt einführt," lautete ein einheitliches Der Mut eines Herstellers sein Produkt noch vor der Markteinführung einem Praxistest durch DDH Leser zu unterziehen wurde belohnt. Die fachlichen Ratschläge der vier Dachdecker werden bei der Weiterentwicklung des Fensters, so versicherte uns Velux, auf jeden Fall berücksichtigt. Wiederholung erwünscht, gaben uns die vier DDH Leser noch mit auf den Weg, gerne auch mit anderen Produktinnovationen. Daran werden wir arbeiten.

Elke Herbst

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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