Die Mayener Meisterwoche hatte auch dieses Mal ein anspruchsvolles Programm. Neben der Beziehungsebene von Mitarbeiter oder Kunden zum Unternehmer, stand die Technik mit ihren Neuerungen im Regelwerk deutlich im Vordergrund.
Manfred Schröder begrüßte die Teilnehmer und eröffnete als Vorsitzender des Berufsbildungswerks des Deutschen Dachdeckerhandwerks (BBW) die Mayener Meisterwoche. Die Inhalte der diesjährigen Veranstaltung sollen der betrieblichen Praxis nutzen und zu den anstehenden Neuerungen im Handwerk einen Überblick verschaffen. So erwähnte Schröder die Änderungen der einzelner Regelwerksteile, beispielhaft im Bereich Metall, Solartechnik und Windsogsicherung. Schröder führte durch das Programm der dreitägigen Veranstaltung.
Aktuelles vom ZVDH
Im Beitrag von Karl-Heinz Schneider, Präsident des ZVDH, wurde den Teilnehmern Aktuelles aus der Arbeit des ZVDH berichtet. Bei dem Hinweis zur aktuellen Baustellen-Winter-Situation schilderte er ein etwas andere Aufgabenfeld des Dachdeckers: "Es kommt nicht oft vor, dass ein Dachdecker mit einer Schubkarre voller Schnee über die Dachflächen fahren muss." Schneider beschränkte sich bei seinem Vortrag auf die Themenfelder der Lobbyarbeit, Altersvorsorge und Image-Kampagne des Handwerks. Dabei erläuterte er die Bereiche von der Rente mit 67, dem Fachkräftemangel und dem Merkblatt zur Sozialversicherungspflicht im Handwerk. Die neue Regelung der betrieblichen Altersvorsorge soll als Anschlusstarif das 13. Monatseinkommen modernisieren (Hinweis: Beitrag in DDH 04.2011). Schneider beschrieb dabei die Funktionsweise, Zuständigkeit und auch den Geltungsbereich der neuen Regelung. Durch die entstehenden Vorteile für den Arbeitnehmer und auch Arbeitgeber ergeben sich Kostenersparnisse.
Neues aus der Regelwelt
Beim Themenfeld Aktuelles aus dem Regelwerk des Dachdeckerhandwerks hatte Josef Rühle, Geschäftsführer Technik des ZVDH, über gleich mehrere Bereiche in den drei Tagen zu berichten. So standen die Schwerpunkte:
- Neue Fachregel für Metallarbeiten
- Neues Merkblatt zu Bemessung von Entwässerungen
- Neue Fachinformation Windsogsicherung
- Neues Merkblatt Solartechnik
- Neues Merkblatt Äußerer Blitzschutz und
- der Gelbdruck der Fachregel für Dachdeckungen mit Dachziegeln und Dachsteinen an.
Zu Beginn erläuterte Rühle die Zielsetzung für eine Überarbeitung der Regeln. Speziell bei der Fachregel für Metallarbeiten schilderte er den Werdegang und das ursprüngliche Zustandekommen der Regel. Er erläuterte die wesentlichen Änderungen bei den Werkstoffen für die Deckunterlagen, Trennschichten, Mindestdicken von Metallen und auch die Mindestdachneigung. Bei den Deckunterlagen betonte Rühle die verschiedenen Nutzungsklassen und beschrieb die Kriterien für die Kennzeichnung der Werkstoffe. Hierbei ging er intensiv unter anderem auf den Feuchtegehalt, die Temperatur und die umgebende Luft ein. Im Anschluss sprach er Empfehlungen für eine Lüftungsebene unter der Schalung bei Metalldächern aus. "Damit ist man auf der sicheren Seite", so Rühle. Abschließend stellte er die wenigen Unterschiede zur Regel des ZVSHK heraus. Der Bereich der Windsogsicherung und die Definition der Regeldachneigung sei dabei besonders betroffen.
Generelles Verbot bei TRGS 519
Das seit 2001 wirksame Merkblatt Solartechnik für Dach und Wand erforderte eine Überarbeitung, wegen der jungen Technologie und deren damit ständigen Weiterentwicklungen. Im April 2011 wird das neue Merkblatt wirksam. Rühle gab bei seinem Vortrag die inhaltlichen Änderungen wieder und hob dabei unter anderem die Prüfung der Unterkonstruktion und der Deckwerkstoffe hervor. Ob bei integrierten oder aufgeständerten Anlagen sowie bei der Planung sollen neben den Herstellervorschriften auch die Fachregeln beachtet werden. Mit einem Hinweis zur TRGS 519 (Achtung Asbest!) schilderte er die derzeitige und auch zukünftige Handhabung mit asbesthaltigen Wellplatten. "Die TRGS 519 wird in Zukunft dahin gehend überarbeitet, dass es demnächst ein generelles Überbauungsverbot bundesweit geben wird. Dann müssen sich alle Bundesländer daran halten", so Rühle deutlich. Die Themen Brandschutz, Feuerwehr und Stromfreischaltung von Photovoltaikanlagen lösten rege Diskussionen aus.
Alexander Karbach
Den vollständigen Beitrag lesen Sie in Ausgabe DDH 5|2011.
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