Steildach 2010-03-26T00:00:00Z Techniken der Holzschindeldeckung

Bei der Ermittlung der Dachneigung müssen eventuelle Aufschieblinge berücksichtigt werden. Ineinanderlaufende Dachflächen, Kehlsparren und Grate müssen bei der Berechnung der Neigungen einbezogen werden.

Dächer, bei denen die Sparren bzw. Aufschieblinge eine Dachneigung von mehr als 71 Grad haben, können in zweilagiger Deckung mit Schindeln der Güteklasse 1 ausgeführt werden. Bei 23 bis 70 Grad Dachneigung müssen in einer dreilagigen Deckung auf Lattung oder Sparschalung ausgeführt werden. Ein zusätzliches Unterdach ist in diesen Neigungsbereichen nicht erforderlich. Der Grenzbereich für Dachdeckungen mit Holzschindeln liegt zwischen 14 und 18 Grad Dachneigung. Die keilige Form der Schindeln vermindert durch die 4- bis 5-lagige Überlagerung die tatsächliche Dachneigung. Damit verzögert sich der Abfluß des Regenwassers und zwangsläufig auch die rasche Austrockung der dick übereinander liegenden Schindeln.

Unterkonstruktion

Wegen der technische besseren Belüftungsmöglichkeit werden die meisten Schindeldächer auf einer Lattenunterkonstruktion verlegt. Das Achsmaß der Lattenabstände entspricht dem späteren Schindelreihenabstand. Die Montage der Lattung erfolgt entweder direkt auf den Sparren oder, bei einer vorhandenen Unterschalung, auf der für die Hinterlüftung notwendigen Luft- oder Konterlattung.

Vollschalung

Die Schalung muß mindestens 24 mm dick sein. Die Länge der Schindelstifte sollte so gewählt werden, daß sie etwa 18 bis 20 mm tief in die Schalung eindringen.

Befestigungsmaterial

Alle Luft- und Traglatten bzw. Schalbretter sind mit mindestens

zwei Drahtstiften nach DIN 1151 oder mit gleichwertigen Verbindungsmitteln zu befestigen. Die Befestigungsmittel müssen der Stärke der Schalung angepaßt sein. Die Holzgüteklassen müssen den konstruktiven Ansprüchen der DIN 68 365 genügen, d. h. mindestens Holzgüteklasse III aufweisen.

Schindelverlegung

Durch die zum Teil agressiven lnhaltsstoffe einiger Holzarten und ständigem Feuchtigkeitswechsel unterliegen ungeschützte oder verzinkte Schindelstifte einer sehr hohen Korrosionsabnützung. Wenn auch für Fichten- oder Lärchenschindeln noch feuerverzinkte Schindelnägel zugelassen sind, ist ein Edelstahlstift mit gerilltem oder geschraubtem Schaft die absolut bessere Lösung. Nicht geschützte Nägel ergeben auf der Schindeloberfläche schwarze Verfärbungen und rosten auf der Unterseite der Schindel ab. Das Einschlagen kann mit dem Schindelbeil, Hammer oder durch einen in der Einschlagtiefe fein regulierbaren Druckluftnagler erfolgen. Quelle: holzschindeln-ratgeber

zuletzt editiert am 24. Februar 2021