Am Tag des Brexit gab es in den Räumen der Dachdecker-und Zimmerer Innung Köln ebenfalls einen Abschied. 100 Gäste sagten "Tschö" zu Geschäftsführer Heinz-Ludwig Wies, der 37 Jahre an der Spitze der Kölner Dachdecker wirkte.
Thomas Ruhrmann, Obermeister der Dachdecker- und Zimmerer Innung Köln, begrüßte die rund 100 Gäste in den Räumen der Innung in der Emil-Hoffmann Straße. Erster Grußwort-Redner war ZDH Präsident Hans- Peter Wollseifer, der noch ganz unter den Eindrücken der aktuellen Brexit-Entscheidung war. "Zwei negative Entscheidungen kamen am 24. Juni 2016 zusammen: Heinz-Ludwig Wies verlässt die Kölner Dachdecker- und Zimmerer Innung und Großbritannien die EU. Der Unterschied ist: Die EU war darauf nicht vorbereitet, die Geschäftsstelle der Kölner Innung schon". Wollseifer betonte die Verdienste von Wies: "Ruhig und sachlich haben Sie für die Belange ihrer Handwerker gekämpft".
Was gute und schlagkräftige Innungen bewirken können, betonte Dr. Ortwien Weltrich, Hauptgeschäftsführer HWK Köln. "Dieses Engagement macht unser Handwerk aus und hierfür hat Heinz-Ludwig Wies gekämpft. Er hatte immer klare Vorstellungen, die Zusammenarbeit war verlässlich und berechenbar", so Weltrich.
"Unsere Zusammenarbeit war immer geprägt von großer Intensität", sagte humorvoll Kreishandwerksmeister Nicolai Lucks. "Sie haben Ihr Kämpferherz gezeigt". Als "kurz und herzlich" beschrieb ZVDH- Hauptgeschäftsführer Ulrich Marx sein Verhältnis zu Wies und überreichte ihm einen versilberten Schieferhammer.
Vorbildliches Engagement
Erfolgreiche Jahrzehnte - das beschreibt das Verhältnis von ZVDH-Ehrenpräsident DDM Manfred Schröder und Heinz-Ludwig Wies gut. "37 Jahre haben Sie für die Innungen gekämpft. Es ist für mich noch nicht vorstellbar: Unsere Innung ohne Heinz-Ludwig Wies", betonte Schröder. Anschaulich erläuterte Schröder die Hartnäckigkeit seines langjährigen Geschäftsführers. "Hätte ich das vorab gewusst, ich wäre noch 10 Jahre geblieben", scherzte Wies, der sich sichtlich freute. Abschließend nutzte Heinz-Ludwig Wies die Gelegenheit, sich bei seinen Mitarbeitern zu bedanken und seine Nachfolgerin Bettina Dietrich vorzustellen.
Johannes Messer