Dachrand Alwitra Remmels
Als Teil eines funktionierenden Flachdachaufbaus zählt auch der Dachrand. Ob als Attika oder Dachrandabschluss ist er oft das einzige Bauteil der Dachfläche, was man von unten betrachtet, erkennen kann. Fotos/Grafiken: Alwitra

Flachdach 2018-04-11T00:00:00Z Über den Rand geschaut

Bei der regelkonformen Ausführung von Dachrändern spielt neben den handwerklichen Kenntnissen vor allem das Wissen um die jeweiligen Regelwerke und Normen eine entscheidende Rolle. „Viel hilft viel“ ist bei der Angabe der Grundlage für die Bauleistung nicht immer sinnvoll. Wir zeigen, worauf es für den Dachdecker ankommt.

Weil am Dachrand verschiedene Materialien aufeinandertreffen, die teilweise auch von unterschiedlichen Gewerken verarbeitet werden, existieren viele Regelwerke. Sie beschäftigen sich alle mit der regelkonformen Ausbildung des Dachrands. Doch welche dieser Regeln ist für wen relevant? Und wann muss ein statischer Nachweis für den Dachrand vorliegen?

Der Wind, der Wind, das himmlische Kind …

„Friederike“, der letzte Wintersturm, traf Deutschland mit voller Wucht. Und zeigte deutlich, dass das Thema Windlast sowohl für die Abdichtung als auch für den Dachrand eine enorm hohe Relevanz hat. Die Norm DIN EN 1991-1-4 „Windlasten“ des „Eurocode“, bauaufsichtlich eingeführt durch die Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVV TB) des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt), gibt klare Regeln zur Bestimmung anzusetzender Windlasten für Bauwerke und Bauwerksteile. Daneben gibt es eine ganze Reihe weiterer baurechtlich relevanter Regelwerke für den Dachrand. Dazu zählen Normen als übergeordnete Vorgaben, übereinstimmend verabschiedet von Berufsverbänden, Sachverständigen, Wissenschaft und Bauaufsicht, wie auch Fachregeln von Berufsverbänden, zum Beispiel von Dachdecker-, Klempner- oder Industrieverbänden. Zu den relevanten Normen gehört die DIN 18531-1 „Abdichtung von Dächern sowie von Balkonen, Loggien und Laubengängen“.

Fachregel für Metallarbeiten im Dachdeckerhandwerk

Regeln gelten für alle

Alle genannten Normen und Regelwerke richten sich gleichermaßen an Planer, Verarbeiter und selbstverständlich auch an die Industrie. Denn aufgrund der Anforderungen werden bestimmte Produktmerkmale beeinflusst. Dazu gehören zum Beispiel das Quergefälle zum Dach bei Mauerabdeckungen oder die Möglichkeit thermischer Dehnungen unterschiedlicher Werkstoffe am Dachrand ohne schädigende Auswirkungen.

Immer den vollen Durchblick?

In den Jahren 2016 und 2017 wurden die meisten der genannten Regelwerke aktualisiert und angepasst. Bei so vielen Regeln und Normen stellt sich natürlich die Frage: Kennen sich hier noch alle Beteiligten aus? Manche der Änderungen sind in der Fülle der durchgeführten Anpassungen bei den Betroffenen eventuell „untergegangen“. Einige Änderungen bilden wiederum den technischen Standard ab, der vor einigen Jahren schon einmal Gültigkeit hatte. Beispielsweise ist der Tropfkantenabstand von Dachrand- oder Mauerabdeckungen in der „Fachregel für Metallarbeiten im Dachdeckerhandwerk“ nach elf Jahren wieder „zurückgeändert“ worden.

Regeln und Normen

Helmut Remmels

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 08.2017.

zuletzt editiert am 11. Dezember 2020