Marketing 2010-04-23T00:00:00Z Überleben im Wettbewerb

Erstmalig führten die Baugewerblichen Verbände und der Dachdecker-Verband Nordrhein den Unternehmertag durch. Marketing, Außenwirtschaft und der demografische Wandel standen im Mittelpunkt der Veranstaltung, bei der die Teilnehmer sogar Tipps für das Überleben erhielten.

Die Handwerkskammer Düsseldorf bot den Schauplatz des eintägigen Unternehmertags 2009, der unter dem Motto: "Chancen erkennen, Kompetenzen stärken, Kunden gewinnen", gleich mehrere Herausforderungen für Kleinunternehmen zum Thema machte. Nach der Eröffnung durch Lutz Pollmann, Hauptgeschäftsführer der Baugewerblichen Verbände, stellte Moderator Jürgen-Johannes Lau Veranstaltung und Programm vor. Der stellvertretende Geschäftsführer der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH) unterstrich dabei, wie wichtig die Themen Demografie, Außenwirtschaft und Marketing für Unternehmer im Handwerk seien. Diese Themen sind gleichzeitig Kern der 2009 gestarteten "Zukunftsinitiative Handwerk Nordrhein-Westfalen". Das Projekt ( www.zih-nrw.de) gefördert vom Land Nordrhein-Westfalen bietet neben Informationsveranstaltungen wie dem Unternehmertag auch ein kostenloses Beratungsangebot zu den genannten Themen an.

Kunden Sicherheit vermitteln

In den Vorträgen fanden sich die Themen in konkreten Fragestellungen wieder. Gerhard Steyer, Leiter des Verbands- und Kooperationsmanagements Bau der VHV, referierte über Sicherungsinstrumente, die Betriebe unterstützen sollen, sich in der Wirtschaftskrise wettbewerbsfähiger aufzustellen. Steyer stellte in seinem Vortrag die Baugewährleistungs-Versicherung in den Mittelpunkt. Sie helfe, Kunden Transparenz und Sicherheit zu vermitteln, habe aber auch konkrete Vorteile für die Betriebe: "Sie können auf Rückstellungen verzichten, der Bauherr hat einen Direktanspruch gegenüber dem Versicherer." Auch Banken, so Steyer, freuten sich über die "geregelte Situation": "Mit der Versicherung können Sie ein besseres Rating erzielen."

Debatte um BG Bau

Die folgende Podiumsdiskussion drehte sich um den "Dauerbrenner" gesetzliche Unfallversicherung. Im Mittelpunkt der Debatte, geführt von Dachdeckermeister Martin Weihsweiler, BG-Bau-Vorstandsvorsitzender Frank Werner Seynsche und Moderator Thomas G. Schmitz, Geschäftsführer Dachdecker-Verband Nordrhein, standen die Fragen nach Gerechtigkeit und Effizienz der Genossenschaft. Weihsweiler sah eine Sprengkraft in der demografischen Entwicklung, verschärft durch die Tatsache, dass sich viele Betriebe zwar der Mitgliedschaft entziehen, im Zweifel aber von den Leistungen profitieren. Problematisch, so Weihsweiler, sei auch die Monopolstellung der BG Bau, sie wirke sich auch auf Motivation ihrer Mitarbeiter aus. Er vermisse im Umgang miteinander häufig das "Wir-Gefühl". Auch würden Betriebe, die in Sachen Unfallschutz Überdurchschnittliches leisteten, vom System nicht belohnt. Seynsche verwies auf den rückläufigen Haushalt und Mitarbeiterstand der BG Bau. Vermeintliche privatwirtschaftliche Alternativen hätten sich zudem als nicht tragfähig herausgestellt. In punkto Mitarbeiter zeigte sich Seynsche offen für Kritik jeder könne sich gerne an ihn oder Verbandsvertreter wenden, man werde sich um jeden Fall kümmern. Zur bestehenden Malus-Regelung (System mit negativen Anreizen) gebe es derzeit keine Alternative

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 23/09.

Malte von Lüttichau

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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