News 2010-04-27T00:00:00Z Umsatzrückgang im Baustoff-Fachhandel, Ifo-Index steigt

Die 917 Mitgliedsfirmen im Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel e.V. (BDB), Berlin, verzeichneten im 1. Halbjahr 2009 einen Umsatzrückgang. Nach einem leichten Plus von 1,5 % in 2008 meldeten die Unternehmen in einer Blitzumfrage des Verbandes zur Jahresmitte ein Minus von 7,3 %. Für die kommenden Monate bleiben die Baustoff-Fachhändler eher skeptisch.

Im 2. Halbjahr rechnen 52 % der Mitglieder an den bundesweit 2 200 Betriebsstätten mit fallenden Umsätzen. 27 % schätzen die weitere Entwicklung unverändert ein, während lediglich jeder Fünfte einen Umsatzzuwachs erwartet. "Den drastischen Rückgang im Wohnungsneubau kann unsere Branche nicht durch den Zuwachs bei der Modernisierung kompensieren", sagt BDB-Präsident Stefan Thurn. Mehr als ein Viertel des Umsatzes entfallen im Baustoff-Fachhandel zwischenzeitlich auf das Geschäft mit Privatkunden. Der Umsatzrückgang belief sich in diesem Segment im 1. Halbjahr auf 5 %, während der Rückgang bei den gewerblichen Kunden 8 % betrug. Wie ein Blick auf die regionale Entwicklung zeigt, meldeten die Händler aus Rheinland-Pfalz (- 2,6 %), Saarland (- 4,7 %) und NRW (- 5 %) die geringsten Umsatzeinbußen, während die Händler in Brandenburg (- 13,4 %) und Thüringen (- 14,9%) deutlichere Rückgänge hinnehmen mussten. Erfreulich: Mit einem Anstieg von 0,6 % entwickelte sich die Zahl der Beschäftigten leicht positiv.

Allmähliche Entspannung statt Euphorie

Die Stimmung der deutschen Gesamtwirtschaft scheint sich unterdessen wieder etwas zu erholen. Im Juli ist der ifo-Geschäftsklimaindex zum vierten mal in Folge gestiegen (auf 87,3 Punkte) und erreicht damit den höchsten Wert seit Oktober 2008. ifo-Präsident Hans-Werner Sinn: "Es scheint, dass die deutsche Wirtschaft wieder Tritt fasst."

Ifo-Volkswirt Klaus Abberger bremst allerdings allzu hohe Erwartungen. Die Erwartungen hätten sich seit Jahresbeginn zwar wieder aufgehellt, "man darf aber nicht sagen, dass wir eine Euphorie haben." Vielmehr spürten die Unternehmen eine gewisse Bodenbildung.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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