Dachdeckermeister und Auditor Josef Rühle, Geschäftsführer Technik beim Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks e. V. (ZVDH) in Köln, gab zunächst eine Einführung in das Tagungsprogramm, das mit technischen und rechtlichen Themen den Sachverständigen die Möglichkeit zum Upgrade ihres Fachwissens ermöglichte. Bei der Gelegenheit äußerte Rühle den Wunsch nach einer Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Sachverständigen und dem ZVDH (Bereich Technik) im beiderseitigen Interesse.
Neue Klempnerfachregeln: Kritisch betrachtet
Der technische Referent des Zentralverbandes Sanitär, Heizung und Klima e. V. (ZVSHK), Leonhard Knobloch aus St. Augustin, eröffnete den Vortragsreigen. Sein Thema: Die überarbeiteten Klempnerfachregeln des ZVSHK, die noch in diesem Jahr herausgegeben werden sollen. Dabei ging er auf die Verwendung von OSB-Platten, die Bemessung vorgehängter, innen liegender Rinnen, die Anwendung der Windlasttabellen nach DIN 1055-4, die Ausführung von Schiebehaften, die Ausführung von wärmegedämmten, unbelüfteten Metalldächern sowie auf Metallanschlüsse bei Wärmedämmverbundsystemen und die Befestigung von Solarkollektoren ein. Der erste Veranstaltungstag endete mit einem Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Rainer Oswald von der AIBau in Aachen, einem Referenten, der die Zuhörer mit seiner großen Erfahrung aus der Praxis immer wieder in den Bann zieht. In diesem Jahr berichtete er über schadensfreie Anschlüsse an Terrassen- und Balkontüren mit barrierefreien Übergängen. "In der Praxis gibt es viele Situationen, wo von der 15-Zentimeter-Regelung
Dachdeckermeister Kurt Michels, Dozent am BBZ Mayen und Obmann DIN 18531, eröffnete den Vortragsreigen am zweiten Tag. Er berichtete über den Stand der Normungsarbeit zur neuen DIN 18531, die an die europäische Normung angepasst wird und in der gleichzeitig Flüssigkunststoffe aufgenommen werden. Mit Dr. Andreas Pfeiffer, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Brand- und Explosionsursachen und chemische Brandfolgeschäden, trat anschließend ein Referent ans Rednerpult, der einen reichlich bebilderten Vortrag über Brandschäden und ursachen hielt. Nachdem es vom ZVDH für Flachdächer bereits eine Fachinformation Windsogsicherung auf Dächern nach DIN 1055-4 (Stand: Sept. 2007) gibt, kündigte Dipl.-Ing. Christian Anders diese auch für geneigte Dächer an. Der technische Berater beim ZVDH stellte einen Entwurf vor und zeigte Berechnungsbeispiele auf. "Wir wollen ein zukunftsfähiges Konzept auf die Beine stellen, das auch von Versicherungen und Statikern anerkannt wird", so Anders. Es schlossen sich zwei Vorträge von Dachdeckermeister und Auditor Josef Rühle, Geschäftsführer Technik beim ZVDH in Köln an. Seine Themen: Regensichernde Zusatzmaßnahmen bei Dachdeckungen und die Auswirkungen der Energieeinsparverordnung (EnEV 2009).
Der dritte Seminartag stand ganz im Zeichen juristischer Themen. Mit dem Vorsitzenden Richter am Oberlandesgericht Hamm i. R. und Lehrbeauftragten der Fachhochschule Steinfurt in Münster, Uwe Liebheit, hatte das BBW einen renommierten Rechtswissenschaftler gewinnen können. Im ersten Vortrag ging er auf die Aufgabenabgrenzung zwischen Richtern und Sachverständigen ein und erläuterte dabei Begriffe wie Unverhältnismäßigkeit und Symtom-Rechtsprechung. Im zweiten Referat zeigte er am Beispiel von Bauteilöffnungen die Haftungsfragen auf.
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 2209.
Hans G. Rüschenpöhler