Steildach 2013-09-16T00:00:00Z Von der Ruine zur Ferienoase

Zwischen Denkmalschutz und energetischen Anforderungen fand DDM Christ einen ansehnlichen Mittelweg, als er das historische Speichergebäude von Schloss Klein Trebbow komplett sanierte. Dabei half eine Aufsparrendämmung mit unterseitiger Silikatplatte – und die intensive Abstimmung mit dem beteiligten Zimmereibetrieb.

Erbaut 1865 im Stil der Neorenaissance, liegt Schloss Klein Trebbow idyllisch am Trebbower See und ist von einem Landschaftspark umgeben. Seit 1990 stand es leer und wurde 1996 an einen privaten Investor verkauft. 2007 wechselte auch der Ende des 19. Jahrhunderts erbaute, zur historischen Schlossanlage gehörende Speicher seinen Besitzer. Wegen längeren Leerstands baufällig geworden, war eine grundlegende Sanierung der Speicher in Klein Trebbow unumgänglich. Der Plan des neuen Eigentümers: der Ausbau des historischen Fachwerkgebäudes zum Ferienhaus. Teile des Fachwerks, des Dachstuhls und des gesamte Daches waren durch den langen Leerstand bereits baufällig geworden. So waren zum Beispiel die kleinformatigen Faserzementplatten der Dacheindeckung komplett mit Moos überzogen, und Teile des Dachstuhls, vor allem im Traufbereich, waren so marode, dass man sie abreißen musste.

Schlanker Aufbau mit sichtbarem Dachstuhl

Mit der Dachsanierung wurde DDM Alfredo Christ beauftragt. Mit dem 1998 gegründeten Unternehmen führt der Dachdeckermeister Steil- und Flachdacheindeckungen, Dachbegrünungen, Zimmerer- und Dachklempnerarbeiten, energetische Sanierungen und Reparaturen aus. Dabei legt er besonderen Wert auf eine bauphysikalisch einwandfreie Ausführung: „Oft arbeiten wir zum Beispiel bei der Abdichtung mit einem doppelten Systemaufbau, denn bei einer Sanierung ist jedes Dach anders zu betrachten, und wir möchten, dass unsere Kunden auch langfristig keine Probleme bekommen. Speziell in Klein Trebbow kam hinzu, dass der Speicher unmittelbar am See liegt und von dieser Richtung her starken Nordwestwinden ausgesetzt ist,“ so der Dachdeckermeister. Christ war es auch, der als Dämmmaterial eine Aufdachdämmung in die Diskussion einbrachte: Beim Speicher in Klein Trebbow kam es zum einen darauf an, aus Denkmalschutzgründen einen schlanken Dachaufbau zu realisieren, zum anderen wünschten sich Bauherr und Denkmalschützer einen Sichtdachstuhl mit weißen Untersichten. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, wählte DDM Christ ein Aufsparrendämmsystem mit einer unterseitig aufkaschierten Silikatplatte mit integrierter Dampfsperre. Die Dämmplatte wurde in einer Gesamtstärke von 66 mm verbaut, wovon 6 mm auf die unterseitige Silikatplatte und 60 mm auf die PUR/PIR-Hartschaumdämmung entfallen. In Klein Trebbow kam als Ergänzung eine weitere 80 mm starke Dämmschicht auf das vorhandene Dämmpaket zum Einsatz, deren WLS bei 023 liegt. Mit dieser Kombination wurde bei einer Dämmstoffstärke von insgesamt 140 mm ein U-Wert von 0,16 W/m2K erreicht. Ein Resultat, das einen akzeptablen Kompromiss zwischen Denkmalschutz und Energieoptimierung darstellt. Christ: „Bei einer Kombination mit einem 200 mm starken baugleichen Systemaufbaus sind passivhaustaugliche Werte bis 0,09 W/m2K möglich, da das Denkmalamt aber keinen höheren Aufbau zuließ, entschieden wir uns gemeinsam mit dem Bauherrn zu der maximal möglichen Ausführung. Auch so ist ein sommerlicher Wärmeschutz gewährleistet, weil Speichervermögen und Phasenverschiebung angesichts des niedrigen U-Werts praktisch keine Rolle spielen“, so Christ.

Wärmebrückenfrei über den Sparren

Der Abriss des alten Aufbaus, bestehend aus Asbest-kontaminierten Faserzementplatten, verlief streng nach TRGS-519-Vorgaben. Nach dem Abriss des schadhaften Dachgebälks und der Reinigung der verbleibenden Sparren konnte mit dem eigentlichen Wiederaufbau begonnen werden.

Joachim Mohr

Den auführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 18/203.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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