Foto: EUROBAUSTOFF Handelsgesellschaft mbH & Co. KG
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10. February 2021 | Teilen auf:

Eurobaustoff - Vorstoß in neue Dimensionen

Für den Vorsitzenden der Geschäftsführung liegt der Erfolg 2020 in erster Linie in der Leistungsbereitschaft der 453 Gesellschafter sowie ihrer Mitarbeiter an den 1600 Standorten und dem Zusammenspiel mit dem kooperationseigenen Dienstleistungscampus.

„Im Corona-Jahr 2020 hat sich unsere mittelständisch geprägte und breit aufgestellte Gesellschafterstruktur im Baufachhandel im besonderen Maße bewährt. Eine Struktur, in der Eigentum und Führung in einer Hand liegen, wodurch schnelle Entscheidungsprozesse und ein Höchstmaß an Flexibilität erst möglich werden, einhergehend mit der Verantwortung für Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner“, resümiert Dr. Kern.

„Mit einem Plus von 12,3 % gegenüber dem Vorjahr ist es uns gelungen, ein Einkaufsvolumen von 7,48 Mrd. EUR zu erzielen. Mit diesem Ergebnis blicken wir auf das erfolgreichste Jahr unserer Kooperationsgeschichte zurück und sind mit dem Sprung über die 7-Mrd.-EUR-Hürde in eine neue Dimension vorgestoßen“, sagt Dr. Eckard Kern, Vorsitzender der Eurobaustoff Geschäftsführung, in der Rückschau auf ein außergewöhnliches Jahr.

„Ein weiterer, nicht unbedeutender Faktor für unseren gemeinsamen Erfolg war die Klassifizierung des Baufachhandels als systemrelevant. Von dieser Einstufung konnten wir sowohl im Baufachhandel als auch im DIY-Bereich profitieren“, sagt Geschäftsführer Jörg Hoffmann, verantwortlich für den Bereich Finanzen.

„Geholfen hat uns ebenso, dass 2020 Wohnen zum „neuen Reisen“ wurde und viele Haus- und Wohnungsbesitzer die Zeit zuhause nutzten, um ihre eigenen vier Wände zu renovieren, modernisieren und auszubauen“, sagt Hartmut Möller, Geschäftsführer sowohl für den Geschäftsbereich Einkauf als auch für die Ländergesellschaften in Österreich und der Schweiz, weiter. Unterstützung erhielten die Fachhändler durch die weiterhin robuste, krisenfeste Entwicklung der Bauwirtschaft, der auch die pandemiebedingten Einschränkungen nichts anhaben konnten. „Dabei erwies sich der Wohnungsbau im zurückliegenden Jahr als der stabilste Faktor der Baukonjunktur. Im Wirtschaftsbau und öffentlichen Bau waren dagegen leichte Auswirkungen der Corona-Krise spürbar. Das lässt vermuten, dass der Nichtwohnbau in 2021 deutlicher unter den Folgen der Pandemie leiden könnte“, führt Möller aus. 

Mit Blick auf die Ländergesellschaften zieht Möller für 2020 unter dem Strich eine positive Jahresbilanz. Für Österreich kann der Geschäftsführer von einem leichten Zuwachs des zentralfakturierten Einkaufsvolumens im einstelligen Bereich berichten. Eine Entwicklung, mit der, wie Möller betont, nach dem zeitweisen Stillstand auf den Baustellen im Frühjahr 2020 nicht unbedingt zu rechnen war.  Die Eurobaustoff Ländergesellschaft Schweiz sowie die Niederlanden erreichen im zurückliegenden Jahr ein zweistelliges Einkaufsplus.

Vor der Betrachtung der einzelnen Warenbereiche führt Dr. Kern ergänzend aus, dass 2020 auch deshalb ein besonderes Jahr für die Eurobaustoff war, „weil die komplizierte Situation durch die anhaltende Pandemie uns immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt hat. Da wir in den letzten Jahren konsequent die Digitalisierung unserer Prozesse weiter nach vorne getrieben haben, waren wir jetzt in der Lage, den Ausbau des Digitalangebotes für unsere Gesellschafter zu forcieren und mit neuen digitalen Kommunikationskonzepten den Ausfall zahlreicher Tagungen und Versammlungen zu kompensieren.“ So sei die Kooperation mit ihren Zentralen in Bad Nauheim und Karlsruhe als Dienstleistungscampus für die Gesellschafter immer voll handlungsfähig geblieben.  

Entwicklung der Warenbereiche in 2020

In 2020 erzielten die acht spezialisierten Warenbereiche durch die Bank ein Plus. Den Sprung auf das Podium und damit nominal höchsten Umsatzzuwachs erzielte in 2020 der Warenbereich Fliese mit einem Plus von 22,5 %. Hier sind jedoch Sondereffekte durch Veränderungen im Gesellschafterkreis im zurückliegenden Jahr zu berücksichtigen. Es folgt der Warenbereich Tief- und Galabau, der 2020 mit einer Zuwachsrate von 18,9 % abschließt. Fast auf gleicher Höhe liegt der Zuwachs im Einzelhandel mit 18,7 %.

Dahinter reihen sich die Bereiche Holz und Bauelemente mit einem Plus von 12,1 %, Dach&Fassade/Baumetalle mit einem Plus von 11,3 % sowie der Bereich Hochbau, der einen Zuwachs von 10,6 % in 2020 erzielt. Auf den weiteren Plätzen folgt der Warenbereich Trockenbau und Dämmstoffe mit einer Zuwachsrate von 6,3 % sowie der Fachbereich Technische Einkauf, der ein Plus von 7,1 % erreicht. Bei der Betrachtung der prozentualen Umsatzentwicklungen allein, hätte jedoch das eine oder andere Segment noch stärker wachsen können. Beispielsweise gab es bei den Stahl- und Baumetallprodukten sowie bei den Schaum-Dämmstoffen im vergangenen Jahr zum Teil einen erheblichen Preisverfall, der ein größeres Umsatzwachstum ausbremste. 

Die ausschließlich positive Entwicklung in den einzelnen Warenbereichen spiegele laut Möller, auch die intensive Fachgruppenarbeit und die weitere Spezialisierung der Warenbereiche wider. Wobei der Geschäftsführer in diesem Zusammenhang darauf hinweist, dass das dargestellte Zuwachs-Ranking keine Rückschlüsse auf die Anteile am gesamten Einkaufsvolumen in 2020 erlaube.  

Die Warenbereiche im Einzelnen:

Dach&Fassade/Baumetalle

Der Warenbereich Dach&Fassade/Baumetalle zeigt sich von der Pandemie relativ unbeeindruckt und geht robust durch das Jahr. Trotz eines seit Jahren andauernden Facharbeiter-Mangels hat die Branche die pandemiebedingten Einschränkungen in Urlaubs- und Reiseplanungen genutzt, um Baustellen-Aufträge abzuarbeiten. Mit dem Effekt, dass das Absatzvolumen sowohl im Steil- als auch im Flachdach in 2020 über dem Vorjahr liegt. Auch der Bereich Baumetalle kann für das zurückliegende Geschäftsjahr auf eine ähnliche Entwicklung verweisen.

Einzelhandel

Der Einzelhandel blickt für das Geschäftsjahr 2020 bis zum Lockdown im Dezember auf eine sehr gute Umsatzentwicklung zurück. Besonders die Sortimente, die der Verschönerung des Eigenheimes dienen, wie zum Beispiel Farbe(-n), Holz im Garten oder Innendekoration verzeichnen eine außergewöhnlich hohe Nachfrage und sorgen für eine deutliche Zuwachsrate im Einzelhandel. Ein Boom, der allerdings dazu führt, dass die Containerkapazitäten sich im Jahresverlauf 2021 verknappen und die Frachtkosten zwischen China und Europa deutlich steigen.

Fliesen

Das Marktvolumen im Warenbereich Fliese entwickelt sich in Deutschland trotz Corona-Krise auf einem stabilen und hohen Niveau. Allerdings bestehen auch in 2021 Überkapazitäten in der Produktion, die in der D/A/CH-Region zu einem gewissen Mengendruck führen, der mit einem entsprechenden Preisverfall einhergeht. Der Trend zu großen Formaten, kleinen Fugen und Zitaten aus der Natur setzt sich in diesem Jahr weiter fort.

Hochbau

Die robuste Aufstellung des Wohnungsbaus in 2020 wirkte sich parallel positiv auf die Umsätze im Bereich Hochbau aus. Dabei profitierten im besonderen Maße die Segmente Mörtel, Putze und Bauchemie von einer außergewöhnlich hohen Nachfrage der Haus- und Wohnungsbesitzer, die in der Corona-Krise viel Geld in die Instandhaltung und die Renovierung der eigenen Immobilie investierten. 

Holz und Bauelemente

Der Warenbereich Holz und Bauelemente verzeichnete in 2020 in allen Segmenten eine hohe Nachfrage und sorgte für ein deutliches Umsatzplus im Holzhandel. Unter Berücksichtigung des in der Eurobaustoff über den Einzelhandel abgerechneten Produktbereiches Holz dekorativ (Boden, Wand, Decke) beträgt das Umsatzplus für den Warenbereich Holz/Bauelemente insgesamt 12,1 % im Vergleich zum Vorjahr. Für 2021 sind die Erwartungen durch den stark wachsenden Holzbau ebenfalls sehr positiv.

Tief- und Galabau

Der Tiefbau profitierte im zurückliegenden Jahr von einer guten und stabilen Auftragslage. Dabei wurde allein im letzten Quartal 2020 ein Plus von über 10 Prozent erwirtschaftet. Allerdings deutet der Ausschreibungs-Rückgang in den letzten beiden Quartalen 2020 auf ein anspruchsvolles Jahr 2021 hin.

Im Galabau-Segment sorgten die zunehmenden Investitionen der Hausbesitzer in die Außenanlagen rund um die eigenen vier Wände für eine Top-Entwicklung in 2020. Eine Entwicklung, die dazu führt, dass das Handwerk am Auftrags- und Arbeitslimit angelangt ist und die Auftrags-Vorläufe deutlich über das erste Halbjahr 2021 hinausgehen. 

Trockenbau und Dämmstoffe

Der Warenbereich Trockenbau und Dämmstoffe blickt auf eine gute Volumen- und Umsatzentwicklung im Segment Trockenbau in 2020 zurück. Dieser positive Geschäftsverlauf wird in erster Linie auf die anhaltend gute Auftragslage und eine steigende Nachfrage in den höherwertigeren Produktsegmenten, wie zum Beispiel Systemdecken, zurückgeführt.

Der Bereich Dämmstoffe atmet mit der Baukonjunktur und verzeichnet aufgrund der schon beschriebenen verhaltenen Entwicklung im Nichtwohnbau eine leicht negative Entwicklung in der Sparte der Flachdachdämmstoffe. Im Hochbau folgt das Absatzvolumen dagegen der guten Entwicklung im Wohnungsbau im vergangenen Geschäftsjahr.

Technischer Einkauf

Der Fachbereich Technischer Einkauf, der für die Gesellschafter erfolgreich Einkaufs- und Servicevorteile generiert und damit im Kostenmanagement unterstützt, bleibt auf Erfolgskurs. Allerdings drückten zunächst sinkende Energiekosten und Kraftstoffpreise im Jahresverlauf 2020 auf die Umsatzentwicklung. Erst im Dezember zogen die Umsätze durch die angekündigte Einführung der CO2-Steuer und den damit verbundenen steigenden Energie- und Kraftstoffpreise wieder an.

Darüber hinaus verlängern sich für Stapler und Lkw die Lieferzeiten, da die Hersteller in 2020 vielfach Kurzarbeit einführten und es somit zu anhaltenden Produktionsengpässen kommt.  

Ausblick 2021

„Die Eurobaustoff bleibt für 2021 grundsätzlich optimistisch.“ Gleichzeitig schränkt Dr. Kern ein, dass eine wirtschaftliche Prognose im gegenwärtigen Lockdown nur schwer möglich sei. „Vor diesem Hintergrund haben wir unsere Planung für dieses Jahr zunächst konservativ aufgesetzt.“ Zum aktuellen Zeitpunkt könne niemand absehen, wie lange und in welcher Form die Geschäfte in den Regionen in diesem Jahr durch Beschränkungen von außen beeinflusst werden.

„Den Rückenwind aus 2020 wollen wir als Eurobaustoff mit einer agilen Kultur als Reaktion auf die wandelnden Bedürfnisse der Kunden und neuen technologischen Möglichkeiten durch den digitalen Wandel nutzen. Ziel ist es, unsere erreichte Führungsposition im europäischen Markt operativ, da wo es möglich ist, auch durch frische Impulse von außen, weiter zu festigen und auszubauen“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung abschließend.