Steildach 2009-09-15T00:00:00Z Vorwort und Produktdatenblatt

Die neuen europäischen Normen werden als neue DIN EN 12326 in 2 Teilen zu einer deutschen Norm.

Aufgrund von nationalen traditionellen Verlegetechniken gelten folgende vereinbarte, vereinfachte Regeln:

Zum besseren Verständnis hat man vor Teil 1 ein nationales Vorwort zur üblichen Dicke der Schiefer in Deutschland vorausgeschickt (Zitat):

"Die Dicke der Schiefer soll 4 - 6 mm, im Mittel 5 mm betragen. Bei größeren Schiefern können auch höhere Spaltdicken vorkommen.

Die Basisdicke von Schieferplatten sollte bei größeren Formaten dann berechnet werden, wenn die Biegefestigkeit kleiner 40 MPa beträgt.

Da die Biegefestigkeit meist höher als 40MPa liegt, bleibt es meist bei der in Deutschland bislang schon üblichen Spaltdicken-Regel".

Aus den teilweise unübersichtlichen und komplizierten Forderungen Europas hat die Schieferindustrie zusammen mit dem Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks e.V. (ZVDH) ein Produktdatenblatt entwickelt, das für Deutschland alle wichtigen Anforderungen zusammenfasst. Sie sollen hier in Kürze wiedergegeben werden:

Maßtoleranzen:

Schieferplatten in Schablonenform, insbesondere Rechtecke, dürfen nicht mehr als ± 5 mm von den angegebenen Maßen abweichen. Beim Schiefer mit rechtem Winkel darf die Winkligkeit des Schiefers nicht mehr als 1 % der Länge des Schiefers abweichen.

Gesteinskundliche und chemische Anforderungen

Die Schieferplatten sollen im Wesentlichen frei von offenen und quarzverheilten Feinklüften und frei von schädlichen Erzeinschlüssen sein.

Der Gehalt an elementarem Kohlenstoff darf 2 % nicht übersteigen. Schiefer mit einem Kalkgehalt (CaCO3) von über 20 % sind in Deutschland für Dachdeckungen ebenfalls ungeeignet.

Wie bei der europäischen Schiefernorm soll bei Kalkgehalten über 5 % die Spaltdicke erhöht werden (das Produktdatenblatt formuliert das als Empfehlung). Von einer Spaltdickenerhöhung kann abgesehen werden, wenn die Brauchbarkeit durch eine gesonderte Garantieerklärung beim ZVDH nachgewiesen wird.

Technische Anforderungen

Beträgt die Wasseraufnahme von Schiefer mehr als 0,6 %, so ist die Frostsicherheit mit einem 100fachen Frost-Tau-Wechsel-Versuch nachzuweisen.

Nach einem Temperaturwechseltest oder einem Säuretest soll es zu keinen Gefügezerstörungen und Veränderungen an den Erzeinschlüssen kommen.

Mit dem Produktdatenblatt und der Umsetzung der Europäischen Norm als DIN EN 12326 gibt es zum ersten Mal auf dem deutschen Markt Qualitätsanforderungen zum Schiefer. Dabei gehen aber alle Autoren des Produktdatenblatts davon aus, dass es sich hier allenfalls um absolute Mindestanforderungen handeln kann.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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