Ein Fachkongress zum Thema Wärmschutz war Schwerpunkt des 56. Landesverbandstags der baden-württembergischen Dachdecker. Auf einer Wild-West Party bewiesen die Dachdecker ihr Stehvermögen beim Rodeoreiten.
Den Dachtruck mit dem Slogan der aktuellen Imagekampagne hatte Trucker Andreas Würth gekonnt in Schwäbisch Hall platziert, er wies schon von weitem auf die Veranstaltung hin, so dass alle wussten: Für zwei Tage war die Stadt in "Dachdeckerhand".Landesinnungsmeister Hans-Peter Kistenberger und Hauptgeschäftsführer Hans-Dieter Krüger begrüßten rund einhundertfünfzig Teilnehmer im Hotel Hohenlohe, darunter auch ZVDH-Vizepräsident Stephan Eickhoff. Geballte Fachtechnik gab es für die Dachdecker am Freitag morgen. Den Fachkongress Wärmeschutz führte ZVDH-Geschäftsführer Josef Rühle ein. Rühle stellte die Sommer-Klimaregionen Deutschlands vor und konfrontierte die Dachdecker mit den Fragen: "Welches Raumklima kann der Bauherr erwarten? Welche Forderungen kann ein Anwalt daraus schließen?, Vor allem die Fenster haben Einfluss auf den sommerlichen Wärmeschutz. "Hier müssen wir die Parameter Wirksamkeit, Position, Hinterlüftung und Art der Verglasung berücksichtigen. Ohne Anlagentechnik ist Lüften das A und O", empfahl Rühle.
Parallel zum Fachkongress besuchten die Dachdecker-Damen die aktuelle Ausstellung von Niki de Saint Phalle.
Die Innung Heilbronn lud am Abend zur einer spektakulären Wild West Party auf den Küffner Hof nach Langenbrettach ein. Wieder wies der Dachdecker-Truck den Weg und stand als Blickfang vor der "Ranch". In Cowboyhüten und Indianer-Schmuck konnten die Dachdecker ihr Sitzvermögen beim Rodeo-Reiten und ihre Geschicklichkeit bei verschiedenen Spielen testen.
Gute Aussichten für Dachdecker
Die Kunsthalle Würth bot den würdigen Rahmen für die öffentlichen Tagung am Samstag morgen. Den Stellenwert und die Komplexität des Fachregelwerks betonte ZVDH-Vizepräsident Stephan Eickhoff: "Für diese Arbeit brauchen wir Sie als Unternehmer und als engagierte Ehrenamtsträger. Leider finden unsere Leistungen nicht immer die gewünschte Resonanz. Ich wünsche mir, dass unsere aktuelle Imagekampagne dazu beiträgt, die Akzeptanz des Handwerks zu stärken". Außerdem sprachen Ulrich Bopp (HWK-Präsident Heilbronn-Franken) und Marco Candito, Divisionsleiter Bau, vom Unternehmen Adolf Würth.
Als vorwiegend positiv beschrieb Kistenberger die Situation des Dachdeckerhandwerks in Baden-Württemberg. Als zu allgemein skizzierte er die Aussagen der neuen rot-grünen Koalition im Land. "Der neue 85-seitige Koalitionsvertrag bleibt in Sachen Bauhandwerk leider nur sehr vage. Dennoch können wir davon ausgehen, dass die energetische Sanierung ihren hohen Stellenwert behalten wird".
.
Mit dem Vortrag des Klimaforschers Professor Dr. Wolfgang Seiler schloss sich der rote Faden Wärmeschutz. "Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Gebäude und Wohnungen in Europa". Seiler beschrieb die Folgen der globalen Erwärmung und sagte zum Atomgau Fukushima: "Wir befinden uns in einer rasend schnellen Zeit. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in Aktionismus verfallen. Überstürztes Handeln ist fehl am Platz". Kritisch setzte sich der Klimaforscher mit der Vergabe von Mitteln, zum Beispiel KFw-Programmen, auseinander. "Ohne ein BWL-Studien ist das kaum zu verstehen, außerdem kommen oft die Gelder nicht an. Wir brauchen neue Finanzierungskonzepte". Mit einem Song der A Capella Band Mundartmonika aus Neckarsulm ging die gelungene und perfekt organisierte Veranstaltung zu Ende. Der nächste Verbandstag findet am 20. April 2012 in Mannheim statt.
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 11/2011
Johannes Messer