Der Fachausschuss Betriebswirtschaft und Unternehmensführung tagte Ende September in der ZVDH-Geschäftsstelle in Köln. Foto: ZVDH

Markt

01. December 2020 | Teilen auf:

War die Umsatzsteuer-Senkung sexy?

Nachdem die Frühjahrs-Sitzung des ZVDH-Fachausschusses Betriebswirtschaft und Unternehmensführung im Mai aufgrund des ersten Corona-Teil-Lockdowns hatte abgesagt werden müssen, kamen die Mitglieder Ende September zur Herbst-Sitzung unter dem Vorsitz von Dachdeckermeister Markus Dürscheidt zusammen. Noch vor dem zweiten Corona-Teil-Lockdown und unter Einhaltung der Hygiene-Vorgaben des Landes NRW trafen sich die Teilnehmer im Haus des Dachdeckerhandwerks in Köln.

Begrüßt wurden die Mitglieder des Ausschusses von ZVDH-Vizepräsident Mike Schilling, der darüber berichtete, dass er im Rahmen der neuen Zuständigkeitsbereiche innerhalb des Präsidiums nunmehr für die Bereiche Berufsbildung und Betriebswirtschaft verantwortlich sei.

Verantwortungsvolle Beschäftigte

Wie gewohnt beschäftigte sich der Ausschuss mit der wirtschaftlichen Lage im Dachdeckerhandwerk, wobei aktuelle Zahlen der DATEV, der SOKA-DACH und des Statistischen Bundesamts herangezogen wurden. Dabei ergab eine Abfrage bei den Teilnehmern zur Lage in Zeiten der Corona-Pandemie, dass es besonders hilfreich gewesen sei, dass dem Bauhandwerk kein staatliches Beschäftigungsverbot auferlegt worden war.

Der Schub aus einem sehr positiv verlaufenen ersten Quartal 2020 sowie hohe Auftragsbestände Anfang des Jahres hätten dann dazu beigetragen, dass viele Betriebe trotz vorsorglichem Anmelden von Kurzarbeit davon letztlich nicht hätten Gebrauch machen müssen und bislang gut durch die Krise gekommen seien. Die Beschäftigten hätten zudem gut mitgezogen und die in Zusammenarbeit mit der BG BAU erlassenen Hygieneschutzvorschriften verantwortungsbewusst umgesetzt. Bei Industrie und Handel habe es zudem keine Engpässe bei der Belieferung der Baustellen mit Material gegeben. Allerdings lasse die Dynamik nach, mache sich leichte Unsicherheit breit und insbesondere von Seiten der gewerblichen Auftraggeber habe es bereits im zweiten Quartal Stornierungen und Verschiebungen von Aufträgen gegeben.

Die Investitionszurückhaltung mache sich vor allem in abnehmenden Auftragsvorläufen bemerkbar, so die einheitliche Beurteilung der Ausschuss-Mitglieder.

Förderung nützlicher als Senkung

Ein weiteres Thema der Sitzung war die befristete Absenkung der Umsatzsteuer-Sätze zur Stärkung der Wirtschaft im zweiten Halbjahr 2020. Der Ausschuss sah hier Vor- und Nachteile, die sich in etwa aufheben würden. Verwiesen wurde auf die positive Seite durch erfreute Kunden und Mitnahmeeffekte einerseits und auf die Schwierigkeit der korrekten Umsetzung (Bürokratiemehraufwand) und entsprechenden Abgrenzungsfragen (Teilleistungen, Abschlagszahlungen, Gewährleistungsabsicherung u.a.) andererseits. Aus ökonomischer Sicht nützlicher wurden die Auswirkungen der Anfang 2020 in Kraft getretenen steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung bewertet. Hier werde, so ZVDH-Bereichsleiter Felix Fink, noch ein hilfreiches Schreiben des Bundesfinanzministeriums zu konkreten Anwendungsfragen, zum Beispiel zum Umfang möglicher geförderter Umfeldmaßnahmen wie Gerüststellung und Arbeitsschutzmaßnahmen, erwartet.

Berechnungshilfe Excel-Tool

Die ursprünglich für Anfang 2020 geplante Herausgabe eines neuen Musters zur Ermittlung der lohngebundenen Kosten (aktualisierte Ausgabe 1 der Reihe ZVDH-Unternehmer-Info) und eines neuen Musters zur Ermittlung des Stundenverrechnungssatzes (aktualisierte Fassung der Ausgabe 2) war auf Anfang 2021 verschoben worden.

Felix Fink

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 24/2020.