Wie andere Dachbaustoffe auch, ist der Dachschiefer externen Umwelt- und Witterungseinflüssen ausgesetzt. Vom Schiefer erwartet man aber in aller Regel große Beständigkeit. Ursache der Verwitterung sind das Wasser und die vom Wasser und der Luft transportierten Schadstoffe. Der Vorgang der Verwitterung kann physikalischer, chemischer oder biologischer Art oder - in der Regel - eine gleichzeitige Wirkung aller dieser drei Arten sein.
Physikalische Schäden sind mechanische Zerstörungen. Sie können z. B. auftreten durch mechanische Zerstörungen des Gesteinsgefüges in der Form des Frostschadens. Die Klimaverhältnisse Mitteleuropas (Schneelasten, Regen, Wind und Sturm, schneller Wechsel zwischen Hitze und Kälte mit großer Temperaturdifferenz) fordern daher einen hohen Dichtigkeitsgrad mit geringer Porosität und einer damit verbundenen minimalen Wasseraufnahme bei ausreichender Biegefestigkeit. Plötzliche Temperaturwechsel muss das Material ohne Schäden bestehen.
Unter dem chemischen Angriff wird der Einfluss von Schadstoffen aus der Luft verstanden. Schwefeloxide, Kohlendioxid und Stickoxide werden in Kombination mit Wasser zu Säuren umgewandelt, die den chemischen Angriff verursachen. Widerstand gegen Säureangriffe ist daher vor allem heutzutage mehr denn je gefragt. Unter dem biologischen Einfluss versteht man die Einwirkung von pflanzlichen und tierischen Lebewesen (Bewuchs mit Pilzen, Flechten, Algen, Bakterien). Dieser Einflussbereich trifft andere Baustoffe stärker als Schiefer.