Das Thema Luftdichtheit bleibt ein Dauerbrenner. Das zeigte die lebhafte Diskussion des fünften gemeinsamen Landesverbandstags der Dachdecker und Zimmerer in Nordrhein. Außerdem erfuhren die Teilnehmer, was passiert, wenn die Nachfolgeregelung auf die lange Bank geschoben wird.
Rund 150 Dachdecker und Zimmerer ließen sich weder vom schlechten Wettern noch von den zahlreichen Staus abhalten und trafen sich direkt am Rheinufer im Rheinhotel Vier Jahreszeiten in Meerbusch. Hier begrüßten die Vorsitzenden Dirk Bollwerk und Ulrich Hamacher die Gäste, vor allem ZVDH-Ehrenpräsident Manfred Schröder, die Vizepräsidenten André Büschkes und Fred-Georg Schneider sowie Manfred Struwe mit Norbert Breidenbach vom Dachdecker-Verband Westfalen. Beide betonten den Erfolg der gemeinsamen Ausrichtung des Verbandstags, Dirk Bollwerk hierzu: "Die Resonanz zeigt, dass wir mit dem gemeinsamen Verbandstag eine Erfolgsgesichte geschaffen haben, die noch lange nicht zu Ende ist".
Welche Chancen das Bauen im Bestand und die Denkmalpflege für die Dachdecker und Zimmerer bietet, erläuterte Staatssekretär Günter Koslowski vom Ministerium für Bauen und Verkehr NRW: "Hier arbeiten wir trotz aller Regeln und Verordnungen gut mit dem Handwerk zusammen". Er betonte die vereinfachten Baugenehmigungen des Landes ohne Architektenausschreibung und nahm die Kritik der Teilnehmer an der öffentlichen Vergabeordnung ernst. "950 Millionen Euro fließen in das Wohnungsbauprogramm NRW, das kommt auch ihrem Gewerk zugute", so Koslowski abschließend.
Versicherungsleistung statt Bankangebote
Alternative Sicherungskonzepte präsentierte Rechtsanwalt Gerhard Steyer von der VHV Versicherung. Ab 2010 gibt es die drei Angebote "Start, Standard, Spezial", die dem Dachhandwerker mehr Sicherheiten bei Bürgschaften als Bankangebote bieten sollen. Die Ausprägungen der Produktlinien unterscheiden sich hinsichtlich der Bürgschaften und der Höhe der Sublimits (Risikobereiche). Die Alternative: Eine Baugewährleistungs-Versicherung, Diese enthält zusätzlich eine gutachterliche Baubegleitung, "eine Leistung, die wir dem Kunden als Mehrwert verkaufen und so zusätzliche Aufträge generieren können", so Ulrich Hamacher.
Seebestattung bei Windstärke acht
Als Wachrüttler vor dem Mittagessen standen für stramme neunzig Minuten juristische Themen wie Nachfolgeplanung und Testamentsgestaltung auf dem Programm. Doch wer einen langweiligen Paragrafenritt durch Gesetzestexte erwartete, wurde angenehm überrascht. Humorvoll und äußerst unterhaltsam referierte Dipl.-Bankbetriebswirt Stephan Braun und beantwortete die Frage wie eine Nachfolge professionell vorbereitet werden kann und warum ein Testament unverzichtbar ist . Sein Fazit: " Sie können nicht alles festlegen, aber sollten sich rechtzeitig über Regeln Gedanken machen und nicht versuchen, es allen hundert Prozent Recht zu machen, das gelingt nie".
Emotionen um Luftdichtheit
Torsten Bolender, Geschäftsführer des Fachverbands Luftdichtheit im Bauwesen (FLIB), Zimmermeister Alfred Klein, Dachdeckermeister Stefan Küppers, Dipl-Ing. Wolfgang Rieck von Bauder, Dachdecker- und Klempnermeister Franz-Josef Rossbroich sowie Dachdeckermeister Joachim Werner von Klöber diskutierten unter der Moderation von Moderator Ulrich Löttgen, Geschäftsführer Technik Dachdecker-Verband Nordrhein über die Knackpunkte der Luftdichtheit. Ausführliche Informationen zum Thema lesen Sie auch in unserem Titelthema DDH 23/08.
Wer nach der engagierten Podiumsdiskussion dachte, die Vortragsluft wäre raus, hatte sich zum Glück getäuscht. Nahezu atemlos referierte Reiner Priggen, MdL, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen NRW über den Klimaschutz "als Herausforderungen und Chance für das Baugewerbe". Priggen wurde mit lebhaftem Applaus verabschiedet. Mit Essen, Schwätzen und Schwofen im Chopin Saal endete der Freitagabend, mit der Mitgliederversammlung am Samstag ging der anregende Verbandstag der Dachdecker und Zimmerer zu Ende.
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 24/09
Johannes Messer